Die nächste Reise steht bevor und immer häufiger begleiten uns unsere Vierbeiner in den Urlaub. Doch Forscher:innen warnen: Die unkontrollierte Verbringungen von Hunden und die Ausdehnung der Endemiegebiete der Sandmücke (in Europa nach Norden) sind Hauptgründe für die Ausbreitung der Leishmaniose in neue Gebiete.1.

Der Stellenwert von B. bronchiseptica bei der Infektion verdeutlicht die Bedeutung der Bordetellen-Impfung zum Schutz vorm infektiösen Husten. Doch wie effektiv sind die verschiedenen Impfmethoden wirklich und könnten intranasale Anwendungen einen negativen Einfluss auf die Hundenase haben? Wir haben die passenden Studien recherchiert und für Sie zusammengefasst

Die Leishmaniose auf dem Vormarsch:

icon: plus icon: minus

2021 wurde der signifikante Anstieg der Prävalenz und die Ausbreitung in neue Gebiete sowohl in Tunesien2 und als auch in der Balkanregion3 beschrieben. Tatsächlich rückt das Endemiegebiet der Leishmaniose auch immer näher an unsere Grenzen. 2020 wurde die Autonome Provinz Bozen (Südtirol) als neues Endemiegebiet bestätigt.4 Dafür wurden 257 Hunde aus allen Teilen der Region serologisch untersucht: 13,8% der Hunde wurden positiv auf Leishmania infantum (L. infantum) getestet. 7,7% davon hatten keinen Auslandsvorbericht, weshalb von einer Infektion innerhalb der Provinz ausgegangen wird. Zudem sind beliebte Urlaubsziele betroffen: Eine Studie aus Italien5 zeigt, dass sich in den letzten 30 Jahren Sandmücken (P. perniciosus und P. neglectus) unter anderem in die an den Gardasee angrenzende Regionen Lombardei und Venetien ausgebreitet haben, was zu einem mit Anstieg der kaninen Leishmaniosefälle geführt hat.

Die rot gefärbte Region entspricht dem ungefähren Endemiegebiet der kaninen Leishmaniose. Nördlich davon gibt es sowohl Fälle bei Importhunden als auch vereinzelt autochthone Fälle.

Karte von Europa mit markiertem Südeuropa in Rot.
Quelle: Leishmaniose beim Hund | ESCCAP DEUTSCHLAND

Wird die die Leishmaniose zukünftig auch in Deutschland endemisch sein?

icon: plus icon: minus

Obwohl der Geruchssinn einer der am stärksten ausgeprägten und wichtigsten Sinne von Hunden ist, ist die Studienlage über mögliche Auswirkungen von i.n. applizierten Medikamenten und Impfstoffen auf die Hundenase rar. Hingegen ist die Notwendigkeit Hunde vor B. bronchiseptica zu schützen, einem Erreger, der das Potenzial hat, das Riechepithel nachhaltig zu schädigen, umso größer.

Vor diesem Hintergrund wurden in einer Studie von Collins  et al.4 aus 2022 die Effekte der intranasalen und oralen Bordetellen-Impfstoffe auf die olfaktorischen Fähigkeiten von Spürhunden untersucht. In einer ersten Crossover-Studie wurden 20 ausgebildete Spürhunde in 2 Gruppen geteilt.

Gruppe 1 erhielt zuerst den i.n. verabreichten Impfstoff, Gruppe 2 den oralen. Daraufhin folgten Geruchstest. 28 Tage später erhielt Gruppe 1 den oral und Gruppe 2 den i.n. angewendeten Impfstoff und es wurden erneut Geruchstests durchgeführt. Folgende Ergebnisse wurden dabei erzielt: Hunde, die zunächst oral und 28 Tage später intranasal mit B. bronchiseptica geimpft wurden (Gruppe 2), fanden den Zielgeruch im Allgemeinen etwas langsamer als Tiere der Gruppe 1.
Um den möglichen Einfluss der i.n. Applikation zu untersuchen, führten die Wissenschaftler:innen daraufhin eine weiter Studie durch. Sie verglichen die i.n. Anwendung des Impfstoffes in einer Gruppe von Spürhunden mit der i.n. Applikation von Kochsalzlösung in einer anderen und mit einer weiteren Kontrollgruppe.

Über 28 Tage wurde die Leistung der Spürhunde in Geruchstests gemessen, mit folgenden Ergebnissen: Es wurden weder bei der Zeit bis zum Erkennen des Geruchs noch beim Anzeigen der Geruchsschwelle (Intensität des Geruchs) Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Somit gibt es keine Hinweise darauf, dass die intranasale B. bronchiseptica-Impfung den Geruchssinn von Hunden beeinträchtigt. Die Wissenschafter:innen sprechen sich daher für eine Empfehlung der B. bronchiseptica-Impfung gemäß der Herstellerempfehlungen aus.

Immuntherapie: Die Zukunft der Leishmaniosebehandlung?

icon: plus icon: minus

Unbehandelt führt die viszerale Leishmaniose bei 95% der Hunde zum Tod. Die Therapie ist jedoch schwierig und Rezidive und Nephrotoxizität sind häufig. Jüngst wurde die Wirksamkeit einer Immuntherapie mit inaktivierten L. infantum-Antigenen bei natürlich infizierten Hunden (Stage 2) getestet8: Die Immuntherapie wurde mit der klassischen Miltefosin-Behandlung und einer Kombination aus beiden verglichen. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Nach der Immuntherapie sanken die Antikörpertiter, die Erregerbelastung in Knochenmark und Haut und die Klinik mindestens genauso deutlich wie bei der klassischen Therapie ab. Ein Vorteil: Bei der Immuntherapie traten keine Nebenwirkungen auf. Ob die immuntherapeutische Behandlung zukünftig Anwendung in der Praxis findet, bedarf weiterer Forschung

Eine Gefahr für Mensch und Tier

icon: plus icon: minus

Weltweit infizieren sich laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich etwa 700.000 bis eine Million Menschen mit Leishmaniose. In vielen Ländern mit hohen Leishmaniose Inzidenzen wird immer noch die Tötung von Hunden als Bekämpfungsstrategie angewendet. Das ist nicht nur ethisch fragwürdig, sondern laut Forschung auch ineffektiv: Trotz der jahrzehntelangen Tötung von infizierten Hunden in Brasilien gingen weder die Zahlen bei Hunden noch bei Menschen zurück und die humane Inzidenz stieg sogar weiter an. Die Wissenschaftler*innen sehen neben dem Monitoring und Ektoparasitenschutz auch die Impfung von Hunden als effektivere Bekämpfungsmaßnahmen an, um die Zoonose in Endemiegebieten zu tilgen.9 Um die Überwachung nicht zu stören, sollten Impfstoffe verwendet werden, die eine Differenzierung zwischen ungeimpften und geimpften Tieren zulassen.
Eine Studie10 beweist, dass nach der Impfung mit LetiFend® im Gegensatz zu anderen Impfstoffen keine Impfantikörper mit den herkömmlichen Testmethoden nachgewiesen werden und somit das Monitoring nicht gestört wird.

So schützen Sie Ihre Patienten bei der nächsten Urlaubsreise

Sowohl die ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites)11 als auch jüngste wissenschaftliche Publikationen12 empfehlen vor der Reise in ein Endemiegebiet die Kombination aus einer Stechmückenprophylaxe und der Impfung. Zwar können Impfungen eine Infektion nicht vollständig verhindern, schützen aber sicher vor einer schweren klinischen Erkrankung.13 Als einziger in Deutschland  zugelassener Impfstoff schützt LetiFend® mit nur einer Injektion für ein Jahr.

Drei Hunde spielen auf einer grünen Wiese.

Weitere ausführliche Informationen zu diesem Impfstoff finden Sie hier:

Wir unterstützen Sie!

Verständliche Tierhalterinformationen, die Ihnen die Aufklärung erleichtern können, stellen wir auf unserer Website zur Verfügung:

Braun-weißer Hund sitzt auf den Hinterbeinen vor hellblauem Hintergrund.

Sie möchten Impfstoffe bei uns bestellen? In unserem Online-Shop von MSD Tiergesund­heit kann Ihre Praxis jetzt noch schneller und einfacher Medikamente, Diagnostik- und Verbrauchs­material­ien bestellen.

Referenzen

  1. Luigi Gradoni, Ezio Ferroglio, Stefania Zanet, Walter Mignone, Luigi Venco, Gioia Bongiorno, Eleonora Fiorentino, Rudi Cassini, Marika Grillini, Giulia Simonato, Alice Michelutti, Fabrizio Montarsi, Alda Natale, Manuela Gizzarelli, Valentina Foglia Manzillo, Fabrizio Solari Basano, Roberto Nazzari, Ornella Melideo, Diego Gatti, Gaetano Oliva. Monitoring and detection of new endemic foci of canine leishmaniosis in northern continental Italy: An update from a study involving five regions (2018–2019). Veterinary Parasitology: Regional Studies and Reports, 2022
  2. Oerther S, Jöst H, Heitmann A, Lühken R, Krüger A, Steinhausen I, Brinker C, Lorentz S, Marx M, Schmidt-Chanasit J, Naucke T, Becker N. Phlebotomine sand flies in Southwest Germany: an update with records in new locations. Parasit Vectors. 2020
  3. Dominik Fischer, Stephanie M. Thomas, Carl Beierkuhnlein. Temperature-derived potential for the establishment of phlebotomine sandflies and visceral leishmaniasis in Germany. Geospatial Health. 2010
  4. Ramos RAN, Giannelli A, Fasquelle F, Scuotto A, Betbeder D. Effective immuno-therapeutic treatment of Canine Leishmaniasis. PLoS Negl Trop Dis. 2023
  5. Marcondes M, Day MJ. Current status and management of canine leishmaniasis in Latin America. Res Vet Sci. 2019
  6. Virginia Iniestaa, Javier Fernández-Cotrinaa, Laia Solano-Gallegob, Isabel Monroya, Adela Gómez-Luquea, Rubén Muñoz-Madrida, José Luís Barnetoa, Luis Carlos Gómez-Nietoa, Mercedes Fabrac, Dolors Balsac, Pilar Brazisc. Vaccination With LetiFend®, A Novel Canine Leishmaniosis Vaccine, Does Not Interfere With Serological Diagnostic Tests. Southern European Veterinary Conference. 2016
  7. Leishmaniose beim Hund | ESCCAP DEUTSCHLAND