
Nobivac® L4: Zulassungserweiterung auf 6 Serovare und auf 6 Indikationen*

In diesem Artikel beleuchten wir die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Leptospirose und stellen die aktuellen Entwicklungen in der Impfstoffforschung vor. Außerdem diskutieren wir, welchen Einfluss diese neuen Erkenntnisse insbesondere auf die Prävention dieser bedeutenden zoonotischen Erkrankung haben.
*Die Indikationen für einzelne Serovare variieren; weitere Informationen entnehmen Sie der Fachinformation.
Zunehmendes Gesundheitsrisiko durch steigende Fallzahlen
Leptospirose ist eine europaweit verbreitete Zoonose1, 2 und Hunde können eine bedeutende Quelle für die Übertragung von Leptospirose auf den Menschen darstellen.3 Die Fähigkeit der Leptospiren nach der Ausscheidung über den Urin, Wochen bis Monate in der Umwelt lebensfähig zu bleiben und sich sogar in feuchten Böden zu vermehren, kann das Risiko einer Infektionsübertragung in belasteten Regionen erheblich steigern. Dabei spielen Reservoirwirte bei der Verbreitung des Erregers eine wesentliche Rolle.4 Weltweit sind Nagetiere, insbesondere Wanderratten, die wichtigsten Reservoirwirte für Leptospira spp. Bei ihnen wurde eine globale Infektionsprävalenz von 30 % festgestellt, in einigen Regionen liegt sie sogar bei über 80 %.5 Auch als Haustiere gehaltene Nagetiere, wie Ratten und Mäuse, können asymptomatisch Leptospiren ausscheiden. Studien zeigen, dass die bei Nagetieren meist unbemerkte Infektion ein erhebliches Gesundheitsrisiko für den Menschen darstellt. 4, 6
Aktuelle Studie über Verbreitung von Leptospirose-Serogruppen in Europa und Deutschland zeigt anhaltendes Risiko
In der Studie2 wurden Proben (Blut oder Urin) von 239 auf Leptospirose positiv getesteten Hunden aus 12 europäischen Ländern aus den Jahren 2017 bis 2020 mittels PCR-Untersuchungen und anschließender Gen-Sequenzierung analysiert. Bei 213 Proben konnte Leptospira-DNA nachgewiesen werden, die als Grundlage für die Analyse der Serogruppenverteilung in Europa dienten. Die Ergebnisse zeigen, dass L. Icterohaemorrhagiae mit 53 % die am häufigsten nachgewiesene Serogruppe in Europa ist, gefolgt von L. Australis mit 13 %. Mit geringeren Anteilen wurden L. Pomona (5 %), L. Autumnalis (4 %) und L. Sejroe (2 %) identifiziert. Die meisten Proben stammten aus Deutschland (n=77) und wurden aus verschiedenen Regionen des Landes entnommen. Hierzulande waren die Serogruppen Icterohaemorrhagiae, Australis, Pomona, Grippotyphosa und Sejroe am häufigsten vertreten. Im Vergleich zu einer Studie aus dem Jahr 20167weist die aktuelle Untersuchung eine geringere Nachweisrate der Serogruppen Grippotyphosa und Canicola auf, was auf die Wirksamkeit der Leptospirose-Impfung zurückgeführt werden könnte – zumal die Impfquote in Deutschland bei etwa 50 % liegt.8


Auf Basis dieser Forschungsergebnisse wird geschlossen, dass die aktuell eingesetzten quadrivalenten Impfstoffe von großer Bedeutung sind und insbesondere einen hohen Schutz gegen die Serogruppen Icterohaemorrhagiae und Australis gewährleisten sollten. Vor diesem Hintergrund empfiehlt auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet), Impfstoffe mit möglichst breitem Serovarschutz einzusetzen.
Alle Hunde sind gefährdet
Mittlerweile ist bekannt, dass nicht nur Hunde in ländlichen Gebieten oder solche, die häufig schwimmen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sich mit Leptospiren zu infizieren. Vielmehr begünstigt die Urbanisierung die Verbreitung der Leptospirose, da das vermehrte Auftreten von Schädlingen und Reservoirwirten auf engem Raum insbesondere für Hunde in Stadt- und Vorortgebieten ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringt. Auch der Klimawandel könnte zukünftig einen wachsenden Einfluss auf die Verbreitung der Leptospiren haben, da erhöhte Temperaturen, extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und starke Regenfälle die Exposition von Hunden gegenüber dem Krankheitserreger erhöhen.10 Zudem konnte der Mythos widerlegt werden, dass kleine Hunderassen weniger gefährdet seien, an Leptospirose zu erkranken. Im Gegenteil, Studien zeigen, dass sie tatsächlich ein erhöhtes Risiko tragen.11
Leptospirose jenseits der klassischen Symptome
Leptospirose wird häufig mit Nieren- und Lebererkrankungen assoziiert. Angesichts der potenziell raschen Progression zu akutem Nierenversagen sollte die Leptospirose bei Hunden mit akuter oder perakuter fieberhafter Erkrankung, insbesondere bei ungeimpften Tieren und bei zusätzlichen Symptomen wie Polyurie und Polydipsie (PU/PD), in Betracht gezogen werden. Leptospiren können auch andere Organe besiedeln und dadurch verschiedene Erkrankungen auslösen, darunter Pankreatitis, Meningitis, Vaskulitis, Enteritis und das pulmonale hämorrhagische Syndrom.4 Eine Studie dokumentierte bei 70 % der an Leptospirose erkrankten Hunde pulmonale Veränderungen. Die Lungenbeteiligung gilt als schwerwiegende Komplikation, die die Mortalität signifikant erhöht, abhängig vom Schweregrad der Atemnot.12 Zudem wurde ein Serum-Bilirubinwert von >0,6 mg/dL mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert.4 Trotz moderner tiermedizinischer Behandlung bleibt die Mortalitätsrate der caninen Leptospirose mit 20 % bis 50 % weiterhin hoch.13, 14
Zulassungserweiterung des Klassikers Nobivac® L4 – einziger Impfstoff mit 6-Serovar-Schutz
Nobivac® L4 ist der einzige tetravalente Leptospiroseimpfstoff, bei dem nachgewiesen wurde, dass er nicht nur Schutz gegen vier Serovare bietet, sondern auch eine Kreuzimmunität gegen zwei weitere Serovare aufweist. Diese Kreuzimmunität wurde jedoch bislang nicht an der Zieltierart Hund nachgewiesen. Eine aktuelle Studie an Hunden15 zeigt nun, dass die Schutzwirkung von Nobivac® L4 über die bisherige Zulassung hinausgeht. Statt eines vierfach-Schutzes bietet der Impfstoff einen bewiesenen sechsfach-Schutz:

Zudem beinhaltet die Fachinformation von Nobivac® L4 dank neuester Studien jetzt sechs Indikationen*.16 In Challenge-Studien wurden Hunde nach der Grundimmunisierung mit Nobivac® L4 jeweils einem der sechs Serovare ausgesetzt und mit ungeimpften Kontrollgruppen verglichen. Untersucht wurden die Tiere zum Beginn der Immunität, sowie zum Ende der Immunitätsdauer auf sechs Indikationen:
- Infektion
- Bakterielle Ausscheidung
- Mortalität
- Klinische Symptome
- Nierenbesiedelung
- Nierenläsionen
In nahezu allen Gruppen wurde eine statistisch signifikante Differenz zwischen den Kontrolltieren und den geimpften Tieren nachgewiesen. Von einer Verringerung ist die Rede, wenn bei einzelnen geimpften Tieren positive Befunde dokumentiert wurden, diese jedoch im Vergleich zur Kontrollgruppe statistisch signifikant seltener auftraten. Schutz bedeutet, dass bei keinem der geimpften Tiere ein Befund auftrat, während dieser in der Kontrollgruppe nachweisbar war.
Studienergebnisse:
1 Nachgewiesen 1 Jahr nach der Erstimpfung;
2 Nachgewiesen 6 Wochen nach der Erstimpfung;
3 Basierend auf der Fiebersenkung

* Für Grippotyphosa, Bananal/Liangguang und Bratislava konnte die Verhinderung von Mortalität nicht statistisch signifikant nachgewiesen werden, da bei Grippotyphosa und Bananal/Liangguang während der Studie weder Kontrolltiere noch geimpfte Tiere starben. Bei Bratislava starb lediglich ein Kontrolltier, was nicht ausreicht, um statistisch signifikante Ergebnisse zu erzielen.
^ Nicht genügend Kontrolltiere entwickelten auf die Infektion mit Serovar Bratislava
Nierenbesiedelung oder Nierenläsionenen, um statistisch signifikante Ergebnisse zu erzielen.
$Bei Icterohaemorrhagiae wiesen zwei geimpfte Tiere ein Jahr nach der Impfung Nierenläsionen auf, die mit physiologischen Veränderungen des Nierengewebes bewertet wurden.
Kreuzimmunität gegen das Serovar Australis
Zusätzlich konnte nachgewiesen werden, dass Nobivac® L4 drei Wochen nach der Impfung eine Kreuzimmunität gegen L. interrogans Serogruppe Australis Serovar Australis bietet.17
Somit erhält Nobivac® L4 als einziger in Deutschland und Österreich zugelassener Leptospiroseimpfstoff eine Zulassungserweiterung auf 6 Serovare und auf 6 Indikationen*. Dabei bleiben dieSicherheit und gute Verträglichkeit des bewährten Impfstoffes erhalten. Die VacciPureTM-Filterung trägt dazu bei, das Risiko von Hypersensitivitätsreaktionen zu minimiert.18
Für Sie in der Praxis bedeutet das:
- Anhaltendes Leptospirose-Risiko in Deutschland und Europa: Impfstoffe mit möglichst breitem Serovarschutz sind angesichts der Vielzahl an in Deutschland und Europa vorkommenden Leptospira-Serogruppen unverzichtbar.
- Leptospirose betrifft alle Hunde: Unabhängig von Alter, Größe, Rasse oder Wohnort kann jeder Hund an Leptospirose erkranken.
- Zuverlässiger Schutz bei höchster Verträglichkeit dank VacciPureTM: Vertrauen Sie auf die jahrelang bewährte Sicherheit, gute Verträglichkeit und hohe Wirksamkeit von Nobivac® L4.
- Erweiterung auf 6 Serovare und auf 6 Indikationen*: Als einziger in Deutschland und Österreich zugelassener Leptospiroseimpfstoff erhält Nobivac® L4 eine Zulassungserweiterung auf 6 Serovare und auf 6 Indikationen*.
- StIKo Vet konform impfen mit Nobivac®: Die Kombination der Impfstoffe aus der Nobivac®-Reihe ermöglicht es Ihnen, gemäß den aktuellen StIKo Vet-Leitlinien zu impfen. Die jährliche Wiederholungsimpfung gegen Leptospirose mit Nobivac® L4 wird der Empfehlung gerecht, einen Impfstoff mit möglichst breitem Serovarschutz zu verwenden. Zudem erlaubt die dreijährige Dauer der Immunität von Nobivac SHP® gegen Staupe, Parvovirose und HCC (Hepatitis contagiosa canis) Wiederholungsimpfungen sorgenfrei in einem Abstand von drei Jahren gemäß den Leitlinien durchzuführen.
*Die Indikationen für einzelne Serovare variieren; weitere Informationen entnehmen Sie der Fachinformation.
Weitere Informationen zu Nobivac® L4 finden Sie hier:
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Referenzen
- Greene CE, Sykes JE, Moore GE, Goldstein RE, Schultz RD. Leptospirosis. In: Greene CE, eds. Infectious Diseases of the Dog and Cat. 4th ed. Saunders. 2012
- Goldstein RE. Canine leptospirosis: answers to commonly asked questions In: North American Veterinary Conference, eds. NAVC Proceedings 2007. Ithaca, NY: International Veterinary Information Service
- Interne Daten
- Nobivac® L4 Fachinformation
- Slagman SJ, Klaasen HLBM, Sutton D. VacciPure filtration process for manufacturing leptospirosis vaccines with reduced levels of bovine serum albumin to minimise the risk of allergic reactions after vaccination. Poster-Präsentation: European Leptospirosis Society Scientific Meeting on leptospirosis and other rodent borne haemorrhagic fevers, Amsterdam, Niederland. April 2015