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Babesiose ist in der Praxis angekommen –
Wie gut sind Ihre Patienten geschützt?

Schnell auf dem neuesten Stand der Wissenschaft

Nahaufnahme einer braunen und schwarzen Zecke auf dunklem Hintergrund

Die Ergebnisse der Babesiose-Umfrage4 bei Tierärzt:innen in Deutschland und Österreich (Februar–März 2026) und die aktuelle Publikation von Kohn et al.1 zeichnen ein klares Bild: Die Ausbreitung von Babesia canis schreitet voran, der Zeckenschutz vieler Hunde bleibt jedoch lückenhaft – mit vermeidbaren Folgen.

Neue Verbreitungskarte 2025 – Babesiose auf dem Vormarsch

Die aktuelle Verbreitungskarte von Babesia canis (2025) zeigt eine deutliche Ausbreitung gegenüber den Vorjahren. Immer mehr Regionen sind betroffen – darunter Gebiete, die bislang nicht als Risikoregionen galten.

Parallel dazu bestätigt die ESCCAP eine deutschlandweite Ganzjahresaktivität von Dermacentor reticulatus – der Überträgerzecke von Babesia canis – bereits ab 4 °C. Ein rein saisonaler Schutz reicht damit nicht mehr aus.

Was erleben Ihre Kolleg:innen?

Tierärzt:innen Umfrage zum Thema Babesiose in Deutschland & Österreich (Feb-Mär/2026)⁴

BefundErgebnis
Tierärzt:innen mit Babesien-Nachweis in der Praxis78%
Davon: positive Befunde ohne Reise-/Importhintergrund76%
Nachweise erfolgten nach 202072%
Weitere Babesiosefälle im direkten Umfeld bekannt54%

Diese Zahlen belegen: Babesia canis ist keine importierte Erkrankung mehr. Die Ausbreitung von Dermacentor reticulatus macht Babesiose zunehmend zu einem heimischen Problem – in immer mehr Regionen Deutschlands und Österreichs.

Hunde reisen – und sind dabei oft ungeschützt

94 % der befragten Tierärzt:innen geben an, dass ihre Hundepatienten auch innerhalb des Landes reisen – von Bundesland zu Bundesland.⁴ Kein Hund ist damit automatisch außerhalb der Risikozone. Und dennoch:

Wie viele Monate im Jahr sind Hundepatienten geschützt?⁴

Balkendiagramm mit Prozentsätzen nach Monatsbereichen

Nur ein Drittel der Hunde ist laut Umfrage ganzjährig geschützt⁴ – obwohl Dermacentor reticulatus nahezu das gesamte Jahr aktiv ist und das Übertragungsrisiko damit ganzjährig besteht.

Die aktuelle Studie von Kohn et al. (2025) zeigt:

Korrekte Prophylaxe macht den Unterschied

Die Veröffentlichung „Zeckenprophylaxe und Zeckenbefall bei 114 Hunden mit autochthoner Babesiose und 95 gesunden Blutspenderhunden“ untersuchte den Zusammenhang zwischen korrekt durchgeführter Zeckenprophylaxe und dem Auftreten von Babesiose bei Hunden zwischen 11/2019 und 04/2025.¹

Die zentralen Ergebnisse: Korrekte Zeckenprophylaxe mit zugelassenen Präparaten:

Balkendiagramm zum Vergleich von Babesiose-positiven und gesunden Hunden
Odds Ratio: 13-fach höhere Chance auf korrekten Schutz in der gesunden Gruppe (p < 0,0001, mid-p exact test)

Diese Daten zeigen eindrucksvoll: Korrekt angewendete Zeckenprophylaxe ist ein wesentlicher Schutzfaktor vor Babesiose. Gleichzeitig wird deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Hunde nach wie vor nicht korrekt und lückenlos geschützt ist – trotz verfügbarer, wirksamer Präparate.

Die Ergebnisse der Babesiose-Umfrage bei Tierärzt:innen in Deutschland und Österreich (Februar–März 2026) spiegeln genau das wider: Wenn nur ein Drittel der Patienten ganzjährig geschützt ist, entstehen zwangsläufig Schutzlücken – genau in den Zeiträumen, in denen Dermacentor reticulatus aktiv ist.⁴

Das Compliance-Problem besteht schon lange –

und ist noch nicht gelöst

Das Compliance-Problem ist nicht neu. Bereits eine 2013 veröffentlichte Studie der Universität Berlin zeigte:²

  • Von 670 untersuchten Hunden erhielten 71 % eine Zeckenprophylaxe
  • Davon 75 % mit zugelassenen Präparaten nach AMG
  • Doch nur bei 11 % wurde die Prophylaxe korrekt durchgeführt
  • Hauptprobleme: Anwendungsintervalle und Behandlungsdauer

Das Compliance-Problem besteht also seit Jahren – während sich die Risikolage durch die Ausbreitung von Babesia canis kontinuierlich verschärft, wie die neue Verbreitungskarte 2025 eindrücklich zeigt.

Ganzjähriger Schutz – und die Rolle des Präparats

Ein wichtiger Hebel zur Verbesserung des Schutzes ist die Compliance der Hundehalter:innen. Eine 2018 veröffentlichte spanische Studie untersuchte, wie lange Hunde basierend auf den tatsächlich erworbenen Präparaten über das Jahr hinweg geschützt waren – und verglich Fluralaner mit monatlich zu verabreichenden Mitteln (oral oder Spot-on):³

PräparatHunde mit 7–12 Monaten Schutz
Monatliche orale Präparate6,8 %
Fluralaner (Bravecto®)15,7 %
Monatliche Spot-Ons8,3 %

Längere Anwendungsintervalle bedeuten weniger vergessene Dosen – und damit weniger Schutzlücken. Angesichts der Tatsache, dass laut der Babesiose-Umfrage bei Tierärzt:innen in Deutschland und Österreich (Februar–März 2026) nur 33 % der Patienten ganzjährig geschützt sind⁴, ist die Wahl des richtigen Präparats ein aktiver Beitrag zur Babesiose-Prävention. Fluralaner ist inzwischen auch als Jahresinjektion erhältlich – für maximale Compliance und lückenlosen Schutz über 12 Monate.

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Neue Erkenntnisse zu Klinik, Zeckenbefall und Prophylaxe
bei Hunden mit Babesiose
mit Univ.-Prof. Dr. Barbara Kohn

Lächelnde Frau im Laborkittel, die ein offenes Buch hält

Fazit für die Praxis

  • Ausbreitung: Die neue Verbreitungskarte 2025 zeigt: Babesia canis ist in immer mehr Regionen präsent. 76 % der Tierärzt:innen mit Babesien-Nachweis in der Praxis berichten von Fällen ohne Reisehintergrund.⁴
  • Ganzjahresrisiko: Dermacentor reticulatus ist ab 4 °C aktiv. 94 % der Hunde reisen innerhalb des Landes – das Risiko ist flächendeckend.⁴
  • Schutzlücken schließen: Nur 33 % der Hundepatienten sind ganzjährig geschützt.⁴ Korrekte Zeckenprophylaxe verbessert den Schutz vor Babesiose nachweislich.¹
  • Compliance: Längerwirksame Präparate wie Fluralaner helfen, Schutzlücken im Jahresverlauf zu schließen.³
  • Screening: Babesiose-Screening von Blutspendern in Hochrisikogebieten wird empfohlen.¹

Ein konsequenter, ganzjähriger und korrekt angewendeter Zeckenschutz sollte als zentraler Baustein der Babesiose-Prävention verstanden und aktiv mit Tierhalter:innen besprochen werden.

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Referenzen

  1. Maerz J, Weingart C, Khalid M, Krücken J, von Samson-Himmelstjerna G, Kohn B (2025): Zeckenprophylaxe und Zeckenbefall bei 114 Hunden mit autochthoner Babesiose und 96 gesunden Blutspenderhunden. DVG-Vet-Congress 5.-8.11.25, Berlin, S 57-58, ISBN 978-3-86345-782-2.
  2. Beck S, Schein E, Baldermann C, von Samson-Himmelstjerna G, Kohn B (2013): Zeckeninfestation und Zeckenprophylaxe bei Hunden im Raum Berlin/Brandenburg – Ergebnisse einer Fragebogenstudie. Berl Münch Tierärztl Wochenschr 126, 69–76. DOI: 10.2376/0005-9366-126-69.
  3. Lavan R, Armstrong R, Burgio F, Tunceli K. Duration of annual canine flea and tick protection provided by dog owners in Spain. Parasit Vectors. 2018 Aug 7;11(1):458. doi: 10.1186/s13071-018-3043-x. PMID: 30086779; PMCID: PMC6081898.
  4. Babesiose-Umfrage bei Tierärzt:innen in Deutschland und Österreich, Februar–März 2026.