Warum ist es so wichtig Pferde zu Impfen?

Egal ob auf einem Turnier, bei einem Ausritt mit Freunden aus dem Nachbarstall oder bei einem Stallwechsel – Pferde kommen heutzutage mehr denn je mit Artgenossen in Kontakt. Doch diese „Reisefreudigkeit“ birgt auch Gefahren: Hierbei können sich auch Krankheitserreger innerhalb der Pferdepopulation rasant verbreiten und regelrechte Epidemien auslösen.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, ist es im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden, geeignete und sinnvolle Maßnahmen zum vorbeugenden Schutz des eigenen Pferdes und somit auch der gesamten Population zu ergreifen. Denn wenn eine Krankheit erst mal ausgebrochen ist, können nur noch die Symptome behandelt werden, ohne dass ein Behandlungserfolg garantiert werden kann.

Bei allem Schutz geht es nicht nur um Dein Pferd, sondern um die gesamte Pferdepopulation! – Denn hat sich ein Tier erst mal mit einem lebensbedrohlichen Erreger infiziert, können sich auch alle anderen Tiere im Stall schnell anstecken. Aus diesen Gründen ist es immens wichtig, die Pferde zu schützen. – Und den einzigen wirkungsvollen Schutz gegen solche Infektionskrankheiten bieten nur vorbeugende Impfungen.

Dass in Deutschland verhältnismäßig selten die Infektionskrankheit Influenza ausbricht, ist das Ergebnis einer allgemein verantwortungsbewussten Impfprophylaxe. Negativ-Beispiele aus anderen Ländern, in denen das Impfen mitunter nicht so ernst genommen wird, gibt es zahlreiche.

Die Aufgabe der Tiergesundheitsunternehmen ist es dabei, die Impfstoffe regelmäßig weiterzuentwickeln und zu aktualisieren, weil sich Viren im Laufe der Zeit zum Beispiel durch Mutationen verändern können.

Die Viren und Bakterien lauern auch auf dem Turnierplatz – Impfen schützt!

Entscheidest du dich dein Pferd auf Turnieren vorzustellen, so musst du die von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) vorgeschriebene Impfpflicht gegen Influenzaviren einhalten.

Zusätzlich zu dieser für Turnierpferde vorgeschriebenen Impfung empfiehlt die Ständige Impfkommission Vet. (StIko Vet.) auch einen aktuellen Impfschutz gegen Tetanus und Herpesviren für jedes Pferd zu jeder Zeit.

Befolgst du die Empfehlungen der StIKo Vet und achtest auf die regelmäßige Durchführung der Impfungen, bietest du nicht nur deinem Pferd einen guten Rundumschutz, sondern trägst dazu bei, die gesamte Pferdepopulation zu schützen.

Impfen: Auch Freizeitpferde können sich infizieren

Auch wenn du dein Pferd nicht auf Turnieren vorstellst, gehört ein sinnvolles Impfmanagement deines vierbeinigen Partners in jedem Fall zu deiner Verantwortung. Bei Unsicherheiten, was das Impfen betrifft, lohnt sich immer ein offenes Gespräch mit dem Tierarzt / der Tierärztin deines Vertrauens.

Eine gute Orientierung über die sinnvollen und notwendigen Impfungen bieten dir außerdem die Leitlinie der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet). Die StIKo Vet definiert die Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Herpesviren als Core-Impfungen, das heißt, dass jedes Pferd zu jeder Zeit einen aktuellen Impfschutz gegen diese Krankheiten besitzen sollte. Diese Empfehlung ist unabhängig von der Haltungsform, da auch Freizeitpferde immer wieder mit Artgenossen in Kontakt kommen, zum Beispiel bei der Gruppenhaltung, gemeinsamen Ausritten oder einem Stallwechsel. Auch wenn die Impfungen für Freizeitpferde nicht verpflichtend sind, solltest du verantwortungsbewusst handeln und auf einen aktuellen Impfschutz deines Pferdes achten. Damit schützt Du nicht nur Dein eigenes Pferd, sondern trägst auch aktiv dazu bei, dass der allgemeine Infektionsdruck möglichst gering gehalten wird.

Zuchtpferde impfen heißt Verantwortung übernehmen

Auch als Züchter solltest du mit dem Thema Impfung verantwortungsbewusst umgehen. Genauso wie bei Turnier- und Freizeitpferden gehören auch bei Zuchtpferden die Impfungen gegen Tetanus, Influenza und Herpesviren zu den von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfohlenen Core-Impfungen, das heißt, dass jedes Pferd zu jeder Zeit einen aktiven Impfschutz gegen diese Krankheiten besitzen sollte. Diese Empfehlung ist unabhängig von der Haltungsform, da auch Zuchtpferde beispielsweise auf Zuchtschauen oder Auktionen mit Artgenossen in Kontakt kommen. Bei Zuchtstuten solltest du außerdem besonders auf die Impfung gegen Herpesviren achten. Denn eine Infektion mit Equinen Herpesviren (EHV) kann unter anderem ein Grund für Verfohlen (Abort) sein.
Nur durch eine regelmäßige und sachgemäße Impfung deines Pferdes bzw. des gesamten Bestandes kannst du dazu beitragen, dass der Infektionsdruck gering gehalten wird.

Säugende Fohlen profitieren vom Impfschutz der Mutterstuten, vorausgesetzt die Stute ist grundimmunisiert und regelmäßig nachgeimpft. Über die Muttermilch erhalten die neugeborenen Fohlen Antikörper, die sie in den ersten Lebensmonaten schützen. Im Alter von sechs Monaten empfiehlt sich dann die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Influenza und Herpesviren zu beginnen.

Altes Pferd? Impfen ist eine Sache fürs ganze Leben

Auch wenn der Übergang ins Seniorenalter bei unseren Pferden in der Regel fließend ist, ändert sich eins mit dem Alter sicher nicht: Deine Verantwortung für deinen vierbeinigen Freund und seine Gesundheit.
Genauso wie junge Pferde haben auch Senioren gewisse Ansprüche an Fütterung, Bewegung, Haltung und natürlich auch an die tierärztliche Versorgung. Unter Letzteres fällt auch das Impfmanagement.

Entgegen einem weitverbreiteten Irrglauben spielt das Impfmanagement auch bei unseren Seniorenpferden weiterhin eine tragende Rolle in der Gesundheitsvorsorge.

Denn genau wie bei uns Menschen wird das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer und somit steigt zeitgleich die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt daher, dass Pferde – unabhängig von ihrem Alter – zu jeder Zeit einen aktiven Impfschutz gegen Tetanus, Influenza und Herpesviren haben sollten.