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Anatomie, Physiologie & Histologie des Ohrs

Das äußere Ohr (Auris externa) dient zur Weiterleitung des Schalls. Es setzt sich aus den drei Grundeinheiten Ohrmuschel, äußerer Gehörgang und Trommelfell als Abgrenzung zum Mittelohr zusammen (Nickel et al. 2004). Die Ohrmuschel ist durch ihren Knorpel (Cartilago auriculae) rassetypisch geformt und es kann beim Hund zwischen kurzen Stehohren (Spitz, Schlittenhunde), langen Stehohren (Deutscher Schäferhund), Fledermausohren (französische Bulldogge), Kippohren (Fox Terrier, Collie), Rosenohren (Windhunde), schlaffen Hängeohren (Doggen, Jagdhunde) und überlangen Hängeohren unterschieden werden (Nickel et al. 2004). Die Ohrmuschel wird von allen Seiten mit behaarter äußerer Haut (mehrschichtiges Plattenepithel) überzogen, was auch für den äußeren Gehörgang und das Trommelfell (Membrana tympani) zutrifft. Der Anteil an Schutzhaaren (Tragi) im Gehörgang reduziert sich von außen nach innen, wohingegen die Anzahl der Talg- und apokrinen Schlauchdrüsen von außen nach innen zunimmt (Liebich 1999; Cole 2004).
Das Zerumen, das die Auskleidung des äußeren Gehörgangs bedeckt, wird von den Talgdrüsen (Glandulae ceruminosea) und den apokrinen, pigmenthaltigen Schlauchdrüsen gebildet (Liebich 1999). Der visköse Anteil aus dem Zerumen stammt aus den Talgdrüsen und der weniger visköse Teil aus modifizierten apokrinen Schweißdrüsen (Cole 2004). Im Falle einer Otitis externa ändert sich die Zusammensetzung des Zerumen. Der Gehalt an Lipiden fällt bei diesen Hunden signifikant ab. Dies könnte die Hypertrophie der apokrinen Drüsen, die eine chronische Otitis begleitet, erklären. Der verringerte Lipidgehalt dürfte auch für die Erhöhung der relativen Feuchtigkeit im äußeren Gehörgang bei Hunden mit O. e. verantwortlich sein. Weiterhin erklärt sich dadurch auch die abnehmende antimikrobielle Aktivität, da sich auch der Anteil an antimikrobiell wirksamer Öl- und Linolsäuren verringert (Harvey, Harari und Delauche 2003).
Die Behaarung des äußeren Gehörgangs ist rassetypisch unterschiedlich ausgeprägt. Während der Pudel rassespezifisch eine sehr große Zahl Haare im äußeren Gehörgang aufweist, besitzt der Cockerspaniel die größte Anzahl von Haaranhangsdrüsen im Gehörgang (Stout-Graham et al. 1990).

Beim Fleischfresser und insbesondere beim Hund ist der Gehörgang im Verhältnis länger als bei den anderen Haussäugetieren und weist einen deutlichen Knick auf (Nickelet al. 2004). Der Gehörgang ist zwischen fünf und zehn Zentimeter lang und zwischen einem halben und einem Zentimeter im Durchmesser (Scott et al. 2001). Er wird durch das Trommelfell (Membrana tympani), das sich im Paukenring (Anulus tympanicus) befindet, vom Mittelohr abgegrenzt (Nickel et al. 2004).