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Häufig gestellte Fragen

  • Warum ist es wichtig mein Pferd vor dem ersten Weidegang im Frühjahr und nach dem Einstallen am Ende der Weidesaison im Herbst zu entwurmen?
    • Parasiten wie z.B. die Larven kleiner Strongyliden können abgekapselt in der Darmwand des Pferdes in einem Ruhestadium überwintern. Erst zu Frühjahrsbeginn entwickeln sich diese weiter, wandern in das Darmlumen ein und entwickeln sich zum ausgewachsenen Wurm. Diese produzieren eine Vielzahl von Wurmeiern, die im Frühjahr bereits beim ersten Gang auf die Weide diese massiv kontaminieren. Um dies zu verhindern, ist eine Entwurmung im Frühjahr vor Weideaustrieb dringend zu empfehlen.
      Da sich die Pferde auf der Weide kontinuierlich mit Parasiten infizieren können, sollte auch während der Weidesaison in mehrwöchigen Intervallen entwurmt werden. Wichtig ist außerdem die Entwurmung am Ende der Weidesaison nach dem Einstallen. Dies verhindert, dass die Parasiten im Pferd überwintern und im Frühjahr sofort die Weide kontaminieren.

  • Warum sollte auch während der Weidesaison in mehrwöchigen Abständen entwurmt werden?
    • Die Weide ist die häufigste Infektionsquelle. Infiziert sich ein Pferd z.B. mit kleinen Strongyliden, werden bereits 5,5 - 14 Wochen später neue Wurmeier mit dem Kot ausgeschieden. Dies führt aufgrund der kurzen Entwicklungsdauer der Würmer zu einer massiven Weidekontamination. Die Infektionsgefahr nimmt somit im Verlauf der Weidesaison deutlich zu. Dies wird durch regelmäßige Entwurmungen während der Weidesaison verhindert. Wie groß die Infektionsgefahr mit Magen-Darm-Parasiten ist, kann durch die Untersuchung einer Kotprobe bestimmt werden.

  • Warum sollte jedes Jahr der Wirkstoff/Wirkstoffgruppe der Wurmkur gewechselt werden?
    • Experten raten zum jährlichen Wechsel der Wirkstoffgruppe (Rotationsprinzip), um die Resistenzentwicklung bei Würmern zu vermeiden oder zumindest hinaus zu zögern.
      Beispiel:
      1. Jahr: Benzimidazole z.B. Fenbendazol
      2. Jahr: Pyrantel
      3. Jahr: Makrozyklische Laktone: Ivermectin oder Moxidectin
      Im 4. Jahr wird wieder von vorne begonnen.

  • Warum sollte ich wissen wie schwer mein Pferd ist?
    • Jedes Pferd sollte bei der Entwurmung eine ausreichende Menge an Wirkstoff erhalten, um die gute Wirksamkeit der Wurmkur zu gewährleisten. Bei Unterdosierung besteht außerdem die Gefahr, dass die Resistenzbildung von Würmern gegen bestimmte Wirkstoffe gefördert wird. Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd entsprechend seinem Gewicht eine ausreichende Dosierung erhält. Die meisten Wurmpasten genügen mittlerweile für ein bis zu 600 kg schweres Pferd, jedoch nicht alle. Eine Wurmpaste mit gutem Geschmack erleichtert die Eingabe und gewährleistet, dass Ihr Pferd eine ausreichende Dosis erhält.

  • Warum sollte mein Pferd nach der Wurmkur ein bis drei Tage nicht auf die Weide gehen?
    • Da nach einer Entwurmung massiv Wurmeier ausgeschieden werden, sollte Ihr Pferd ein bis drei Tage lang nicht auf die Weide gehen. Wie lange, ist abhängig vom Wirkstoff der Wurmkur. Bei Fenbendazol z.B. genügt ein Tag, bei anderen Wirkstoffen sollte drei Tage lang gewartet werden. Anschließend die Einstreu vollständig austauschen und die Box oder den Paddock sorgfältig reinigen.

  • Mit welchen Magen-Darm-Parasiten infiziert sich mein Pferd in der Box?
    • Eine typische Stallinfektion ist der Befall mit Pfriemenschwänzen. Die Eier dieses Parasiten sind sofort ansteckungsfähig und sollten täglich entfernt werden. Die Box sollte täglich gemistet und die am Anus hängenden „Eischnüre“ mit einem feuchten Schwamm entfernt werden. Aber auch Infektionen mit anderen Parasiten können vorkommen, wenn die Stallhygiene vernachlässigt wird. So haften z.B. Spulwurmeier mit ihrer klebrigen Schale an der Boxenwand. Problematisch wird dies v.a. für Fohlen, da diese gerne überall Herumknabbern und Lecken und so die Spulwurmeier aufnehmen. Spulwurmeier bleiben aufgrund ihrer dicken Schale über viele Jahre infektiös. Insbesondere im Stall kann es zur Masseninfektion mit Spulwürmern kommen.

  • Welche Parasiten kommen bei jungen Fohlen vor?
    • Saugfohlen können sich bereits in den ersten Lebenstagen über die Stutenmilch mit Zwergfadenwürmern infizieren. Dies führt häufig zu Durchfall bereits in der 2. Lebenswoche. Weitere Symptome sind Husten und Nasenausfluss.

      Fohlen sind weiterhin hoch empfänglich für Spulwurminfektionen. Sobald sie die Umgebung Beknabbern und Belecken werden die ersten Spulwurmeier auf der Weide oder im Stall aufgenommen. Spulwurmeier haften mit ihrer klebrigen Schale auch an den Boxenwänden und bleiben über viele Jahre infektiös. Insbesondere im Stall kann es sehr schnell zur Masseninfektion mit Spulwürmern kommen.
      Da die großen und dicken Spulwürmer im schmalen Dünndarm des Fohlens schmarotzen, besteht hier die Gefahr des Darmverschlusses durch Wurmknäuel und sogar des Darmrisses mit Kolik und Todesfolge. Durch Wanderung der Wurmlarven über die Lunge in den Darm, können die ersten Krankheitssymptome auch hier Husten und Nasenausfluss sein.

      Sobald die Fohlen auf der Weide Gras fressen, ist auch mit Strongyliden- und Bandwurminfektionen zu rechnen.

  • Wann werden Fohlen das erste Mal entwurmt?
    • Fohlen infizieren sich mit dem Zwergfadenwurm überwiegend über die Muttermilch und dies bereits in den ersten Lebenstagen. Saugfohlen sollten deshalb in der zweiten Lebenswoche gegen den Zwergfadenwurm entwurmt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass eine Wurmkur verwendet wird, die bereits bei so jungen Fohlen eingesetzt werden kann. Wurmpasten mit Fenbendazol sind bereits in diesem Alter ausgezeichnet verträglich. Andere Wirkstoffe sind entweder unwirksam oder dürfen nach Empfehlungen der Hersteller erst zu einem späteren Zeitpunkt verabreicht werden. Da die Wurmlarven über mehrere Wochen mit der Stutenmilch übertragen werden, sollten die Fohlen bis zu einem Alter von ca. 8 Wochen alle 2 Wochen behandelt werden. Auch die Behandlung der Stuten am Tag des Abfohlens mit Ivermectin kann die Zahl der Larven in der Stutenmilch deutlich reduzieren.

      Bei Spulwurmbefall beginnt die Behandlung der Fohlen im Alter von ca. 6-8 Wochen und wird in Intervallen von 6-8 Wochen bis zum Absetzen weitergeführt. Auch hier sollte eine für Fohlen gut verträgliche Wurmpaste eingesetzt werden.

  • Wie gefährlich ist es, wenn mein Pferd frische Pferdeäpfel frisst?
    • Frischer körperwarmer Pferdekot enthält Eier und Larven, die noch nicht ansteckungsfähig sind. Innerhalb von wenigen Tagen werden diese jedoch fürs Pferd infektiös. Der Kot sollte daher entfernt werden, bevor die ansteckungsfähigen Stadien entstehen. Die Aufnahme von frischem Kot ist ein Hinweis auf Unterversorgung mit Raufutter, Mineralstoffen o.ä.
      Eine Ausnahme ist der Pfriemenschwanz, dessen Eier sofort infektiös sind. Diese finden sich jedoch eher in der Stallbox, da die am Pferdeanus hängenden „Eischnüre“ eintrocknen und in die Einstreu fallen.

  • Wann werden die ersten Parasiten im Kot nachgewiesen, wenn sich mein Pferd heute infiziert?
    • Pferde infizieren sich durch die Aufnahme von Parasiteneiern oder Wurmlarven. Im Pferdekörper entwickelt sich dieses Jugendstadium weiter zum erwachsenen Parasiten. Häufig geht dies mit einer ausgedehnten Wanderung im Pferdekörper einher, bis die Parasiten letztendlich an ihren endgültigen Siedlungsort gelangen. Der Zeitraum zwischen Infektion und der ersten Nachweismöglichkeit der Parasiten im Kot beträgt:

      Blutwurm ca. 6,5 - 7 Monate
      Kleine Strongyliden ca. 5,5 - 14 Wochen
      Bandwurm ca. 6 - 10 Wochen
      Magendassel ca. 8 -10 Monate
      Spulwurm ca. 10 -16 Wochen
      Zwergfadenwurm ca. 10 - 14 Tage
      Pfriemenschwänze ca. 4,5 - 5 Monate

  • Warum ist es so wichtig die Weide alle 2-3 Tage von Pferdeäpfeln zu befreien?
    • Die häufigsten Infektionen mit Pferdewürmern erfolgen auf der Weide. Die mit dem Kot ausgeschiedenen Wurmeier z.B. kleiner und großer Strongyliden (Palisadenwürmer), benötigen einige Tage, bis aus diesen fürs Pferd „infektiöse Larven“ schlüpfen. Der Kot sollte daher entfernt werden, bevor die ansteckungsfähigen Larven entstehen.

  • Durch welche Maßnahmen kann ich zusätzlich den Infektionsdruck auf der Weide reduzieren?
    • Ein Überbesatz der Weiden sollte möglichst vermieden werden. Ideal sind 2 Pferde/ha. Steht nur eine Weide zum Grasen zur Verfügung (Standweide), ist diese stärker mit Wurmlarven belastet als nur zeitweise beweidete Flächen (Umtriebsweiden). Durch häufigen Koppelwechsel sind die Weiden weniger stark mit Wurmlarven kontaminiert.
      Wird eine Zwischenmahd durchgeführt oder die im Herbst genutzte Stand- oder Umtriebsweide im folgenden Frühjahr als Schnittweide genutzt und hieraus Heu oder Silage gewonnen, wird die Zahl der Wurmlarven stark reduziert. Wurmlarven sind sehr empfindlich gegen Trockenheit und sterben bei dieser Behandlung sehr schnell ab. So reduziert auch das Ausbringen von Kalkstickstoff auf die Weide die Zahl der Wurmlarven.

  • Warum sollte die Pferdebox am besten täglich ausgemistet werden?
    • Die meisten der mit dem Kot ausgeschiedenen Wurmeier z.B. kleiner und großer Strongyliden (Palisadenwürmer), benötigen einige Tage, bis sie sich weiterentwickeln und fürs Pferd ansteckungsfähig werden. Der Kot sollte daher entfernt werden, bevor die ansteckungsfähigen Larven entstehen. Durch tägliches Misten bleibt die Stallbox trocken, dies verhindert das Hochklettern von Wurmlarven an feuchten Stallwänden. Eine typische Stallinfektion ist der Befall mit Pfriemenschwänzen. Die Eier dieses Parasiten sind sofort ansteckungsfähig und sollten täglich entfernt werden.