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24.05.2019
Um eine verlässliche Datengrundlage zur Beurteilung des Tierwohls zu erhalten, wurde das Projekt "Nationales Tierwohl-Monitoring" gestartet, an dem das Johann Heinrich von Thünen-Institut, die Tierärztliche Hochschule Hannover, das Statistische Bundesamt, das Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), das Friedrich-Loeffler- Institut (FLI), die Universität Kiel und die Hochschule Osnabrück beteiligt sind. Es werden zwar bereits jetzt regelmäßig Daten zu einzelnen Aspekten des Tierwohls erhoben, diese ergeben aber kein vollständiges Bild, da nur bestimmte Produktionsrichtungen und Tierarten erfasst werden. Auch finden oftmals keine Tierwohl-bezogenen Auswertungen der Daten statt. Durch diesen Mangel an validen Informationen werden Diskussionen häufig unsachlich und nicht zielgerichtet geführt. Im Rahmen des Projektes sollen deshalb Grundlagen für ein regelmäßiges, indikatorengestütztes Monitoring erarbeitet werden. Letztlich soll daraus eine Berichterstattung über den Stand des Tierwohls erstellt werden. Hierfür werden geeignete tier-, management- und ressourcenbezogene Indikatoren für die wichtigsten Nutztierarten Rind, Schwein, Geflügel sowie Forellen und Karpfen aus Aquakultur ausgewählt und erprobt. Einbezogen werden die Bereiche Haltung, Transport und Schlachtung. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit drei Millionen Euro gefördert.
idw
21.05.2019
Nach der Auswertung von Selbstmorden in den Jahren 2007 bis 2011 durch die staatliche französische Gesundheitsbehörde Santé Publique France (SPF) wurden alarmierende Zahlen veröffentlicht: demnach ist die Suizidrate bei Landwirten um 20 Prozent höher als in der restlichen Bevölkerung, bei Milcherzeugern sind es 30 Prozent mehr. Laut Informationen von Agrarheute führen niedrige Preise, steigende Kosten, die extremen Wetterlagen und der ökonomische Druck dazu, dass in Frankreich an jedem zweiten Tag ein Landwirt Selbstmord begeht. Der Verband der europäischen Landwirte und Genossenschaften (COPA-COGECA) fordert neben einer verbesserten finanziellen Unterstützung mehr gesellschaftliche Anerkennung des Berufsstandes, denn auch in anderen europäischen Ländern sieht die Situation kaum anders aus. Besonders kleine Betriebe seien durch die geplanten Kürzungen der EU-Mittel gefährdet. Auch in der Schweiz sorgen Zukunftsangst und Probleme mit der Nachfolgeregelung für ein hohes Selbstmord-Risiko bei Landwirten, das 37 Prozent höher ist als bei anderen Männern aus ländlichen Gegenden, wie eine Untersuchung der Universität Bern ergab. Benno Winkler vom Schweizer Netzwerk "Hofkonflikt" rät den Angehörigen: „Thema ansprechen, rasch Hilfe holen, nicht tabuisieren und nicht glauben, sie seien die einzigen."
Agrarheute
21.05.2019
Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) hat im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace Schweinefleisch aus dem österreichischen Handel auf antibiotikaresistente Erreger untersucht. In fünf von insgesamt vierzehn eingesandten Proben wurden gesundheitsgefährdende MRSA- oder ESBL-Keime gefunden. „Antibiotika-Resistenzen sind eine Gefahr für unsere Gesundheit. Mit dem belasteten Fleisch holen wir uns diese gefährlichen Keime bis zu uns nach Hause“, sagt Sebastian Theissing- Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. Greenpeace sieht den Grund für die Entstehung und Ausbreitung der gefährlichen Erreger in der Massentierhaltung, denn knapp 75 Prozent aller Antibiotika in der österreichischen Nutztierhaltung werden Schweinen verabreicht. Auch Umweltmediziner Hans-Peter Hutter sieht die Testergebnisse als Alarmsignal: „Immerhin handelt es sich bei den nachgewiesenen Keimen um wichtige humanpathogene Erreger, die oftmals die Ursache von höchst problematischen Krankenhausinfektionen sind.“
OTS
17.05.2019
Die Bundesregierung hat die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachKV) vorgelegt. Damit soll die Grundlage geschaffen werden, dass auch Landwirte eine Narkose mittels Isofluran bei Ferkeln im Rahmen der Ferkelkastration durchführen können. Die Bundesregierung will, dass diese Operation auch von Landwirten und anderen sachkundigen Personen durchgeführt werden kann. Als Begründung dafür wird angegeben, dass die Methode der Ferkelkastration für die meisten Betriebe nur wirtschaftlich durchführbar sei, sofern sie vom Landwirt selbst durchgeführt werden kann. Auch stünden nicht genügend Tierärzte zur Verfügung, um die Narkose mit Isofluran flächendeckend durchführen zu können.
Deutscher Bundestag Verschiedene Links zum Thema Ferkelkastration
16.05.2019
Tiermedizin – Gesundheit für Tier und Mensch! So lautet das Motto der Bayerischen Tierärztetage, die vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 in Nürnberg stattfinden. Es werden dort rund 170 hervorragende Referentinnen und Referenten ihr Fachwissen in Vorträgen sowie in Symposien und Seminaren zum Besten geben und zur Diskussion stellen. Das Vortragsprogramm umfasst Themen zu Kleintieren, Wiederkäuern, Pferden und Schweinen für praktizierende Tierärzte. Außerdem gibt es ein gutes Vortragsangebot für Kolleginnen und Kollegen aus der Veterinärverwaltung und für amtliche Tierärztinnen und Tierärzte. Ein besonderes Highlight findet am 31. Mai 2019 statt, das Symposium „Tiermedizin – Gesundheit für Tier und Mensch“ statt. Hier werden die tierärztlichen und präventiven Maßnahmen an der Schnittstelle Tier – Mensch – Umgebung dargestellt und diskutiert. Außerdem werden in verschiedenen Seminaren relevante Themen anschaulich und praxisnah vermittelt. Im Angebot hier u.a. aus der integrativen Tiermedizin „Diagnostik und Therapie der häufigsten erworbenen Herzerkrankungen beim Hund“, ein Seminar über Neuweltkamelidenmedizin sowie „Refreshing-Kurse“ für Wiedereinsteiger/-innen oder Einsteigerkurse in neue medizinische Fachgebiete. Da Bienen nicht nur in Bayern ein großes Thema sind, gibt der Neurobiologe Prof. Dr. Dr. Randolf Menzel im Rahmen der Festsitzung einen Einblick in das erstaunlich komplexe Verhalten der Bienen. Beim anschließenden Empfang treffen sich dann alte und neue Bekannte bei Musik und festlichem Buffet.
BLTK
16.05.2019
Das österreichische Tierschutzvolksbegehren „Unsere Stimmen für die Tiere“ kann bereits nach einer Woche mehr als 10.000 Unterschriften verbuchen. Zahlreiche Unterstützer der Aktion, darunter auch PolitikerInnen aller politischen Parteien, kamen in den Landeshauptstädten zu gemeinschaftlichen Unterschriften-Aktionen zusammen. „Es ist wunderschön zu sehen, wie zahlreich Menschen werktags in der Früh aufs Amt gehen, um Tieren ihre Stimme zu geben. Über Parteigrenzen hinweg. Tierschutz ist ein Volksbegehren und das zeigt sich auch am Zustrom. In weniger als einer Woche haben bereits über 10.000 Menschen unterschrieben. Damit haben wir die gesetzliche Hürde von 8.401 Unterschriften klar übersprungen. Unser Nächstes Ziel: 100.000 Unterschriften, die brauchen wir, damit es im Parlament behandelt wird. Das schaffen wir!“ freut sich Initiator Sebastian Bohrn Mena. „Wir hoffen, dass noch viele Menschen in Österreich ihre Stimme erheben“, wünscht sich Bohrn Mena. Das Tierschutzvolksbegehren strebt einen systemischen Wandel im Umgang mit landwirtschaftlich genutzten Tieren an. Dies soll u.a. durch eine verpflichtende Lebensmittelkennzeichnung, durch eine Umschichtung von Fördergeldern und eine Bindung öffentlicher Mittel an Tierwohlkriterien erreicht werden.
Tierschutzvolksbegehren.at
16.05.2019
Der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Dr. Uwe Tiedemann, kritisiert mit Nachdruck den aktuellen Entwurf der Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachkV), die festlegt, dass die Ferkelkastration mit Vollnarkose durch Isofluran auch von Landwirten und anderen sachkundigen Personen durchgeführt werden kann. „Was nutzt eine Staatszielbestimmung, wenn sich Rechtsetzungsorgane nicht daran halten?" Diese Frage stellt sich nicht nur der Präsident in der BTK. Denn im Jahre 2002 wurde der „Tierschutz“ als Staatszielbestimmung aufgenommen und als großer Erfolg gefeiert. Es gäbe schließlich zahlreiche Erkenntnisse, die für einen tierschutzgerechten Ausstieg aus der betäubungslosen, chirurgischen Kastration von Ferkeln sprechen, so Tiedemann weiter.
BTK Verschiedene Links zum Thema Ferkelkastration
14.05.2019
In Brandenburg soll ein neuer Beratungsdienst für Landwirte für mehr Tierwohl und Tiergesundheit sorgen. „Einen großen Erfolg sehe ich in der bevorstehenden Einrichtung eines unabhängigen Tierschutzberatungsdienstes als eine Landeseinrichtung, die Landwirten in Tierschutzfragen zur Verfügung stehen soll", sagte am Montag der Brandenburger Landestierschutzbeauftragte, Stefan Heidrich. Außerdem soll es vermehrt Informationsveranstaltungen und Kontrollen von Tiertransporten geben. Künftig ist zudem einmal monatlich eine Bürgersprechstunde geplant, wo Tierschützer ihre Anliegen vorbringen können.
n-tv
14.05.2019
Bereits im Frühjahr 2018 hatte die Schweiz ein nationales Früherkennungsprogramm zur Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen eingeführt. Die Ergebnisse des ersten Jahres liegen jetzt vor, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) der Schweiz mitteilte. Mittels des Programms sollte eine etwaige Infektion bei Wildschweinen möglichst frühzeitig erkannt werden. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Jägern und Wildhütern aufgelegt, die möglichst sämtliche in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein tot aufgefundenen Wildschweine, Abschüsse infolge unspezifischer Krankheitsanzeichen und im Verkehr verunfallte Wildschweine zur Untersuchung einreichen. Dabei werden Proben genommen, für deren Entnahme es eine Anleitung gibt. Von Mitte April 2018 bis Ende April 2019 wurden insgesamt 149 Wildschweine auf die ASP untersucht. Dabei konnte das Virus der ASP glücklicherweise nicht nachgewiesen werden. Das Programm soll auch bis 2020 weiter fortgeführt werden.
BLV Schweiz
14.05.2019
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Asien weiter aus und ist jetzt auch erstmals in Hongkong nachgewiesen worden, wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mitteilt. Der Nachweis erfolgte dabei nicht auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, sondern auf einem Schlachthof. Dort wurde der Nachweis bei Proben geführt, die im Rahmen eines Qualitätssicherungsprogrammes während der Schlachtung genommen worden waren. Das betroffene Schwein war aus China importiert worden.
OIE
09.05.2019
Die Bundesregierung will die Isofluran-Narkose zur Schmerzausschaltung im Rahmen der Ferkelkastration zulassen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hatte dazu eine entsprechende Verordnung entworfen, der das Bundeskabinett zugestimmt hat. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner betont: "Mir ist es wichtig, bereits jetzt in der Übergangsfrist Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zu schaffen. Nach der Entscheidung von Bundestag und Bundesrat habe ich daher rasch reagiert und die Isofluran- Verordnung vorangebracht, mit der sich heute das Bundeskabinett befasst hat. Nach ihrem Inkrafttreten wird es den Landwirten möglich sein, die Vollnarkose zur wirksamen Schmerzausschaltung mit diesem Mittel selbst durchzuführen. Voraussetzung dafür ist ein Sachkundenachweis, der sowohl eine theoretische wie praktische Prüfung umfasst. Das ist im Sinne des Tierwohls und des Tierschutzes." Damit Landwirte die Narkose selbst durchführen können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Der Sachkundenachweis fordert, dass eine entsprechende landwirtschaftliche Ausbildung oder berufliche Erfahrung im Umgang mit Ferkeln vorhanden sein muss. Zudem muss ein theoretischer Lehrgang mit einer Prüfung absolviert werden. Darauf muss eine Praxisphase unter Anleitung eines fachkundigen Tierarztes erfolgen, die ebenfalls mit einer Prüfung abgeschlossen werden muss. Die Verordnung soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 in Kraft treten. Zuvor muss der Bundestag noch darüber entscheiden.
BMEL
06.05.2019
Die EU-Kommission erwartet für das laufende und das kommende Jahr einen überdurchschnittlich starken Anstieg an Exporten von Fleisch und Lebendtieren in Nicht-EU-Länder. Das geht aus der kürzlich veröffentlichten Prognose „Short-Term Outlook“ der EU-Kommission hervor. Ursachen für den prognostizierten Anstieg der Fleischexporte seien die zunehmende internationale Nachfrage sowie ein stagnierender Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in der EU. Dieser wird für 2020 mit durchschnittlich 70 kg je EU-Bürger angegeben. Bei der Art des Fleisches wird es demnach jedoch Verschiebungen von weniger Rind- und Schweinefleisch zu mehr Geflügelfleisch in der EU geben.
Short-Term Outlook
06.05.2019
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Europa immer weiter aus. Daher hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) seine Risikobewertung speziell in Hinblick auf den Eintrag der Tierseuche in die Wildschweinepopulationen in Deutschland aktualisiert. Demnach wird das Risiko einer Einschleppung der ASP durch infizierte Wildschweine, die von Belgien nach Deutschland wandern, als hoch eingeschätzt. Die Risiken des Eintrags der Seuche liegen bei allen übrigen Eintragsszenarien auf der gleichen Stufe wie im Juli 2017. Damit schätzt das FLI das Risiko, dass die ASP über illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material nach Deutschland eingeschleppt wird, ebenfalls als hoch ein; ebenso das Risiko, dass die ASP durch Fleischerzeugnisse von infizierten Schweinen durch Fahrzeuge oder Personen eingetragen wird.
FLI
06.05.2019
Dr. Holger Vogel, Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte (BbT), hat gefordert, dass die politisch Verantwortlichen Rechtssicherheit im Tierschutz herstellen. Vogel kritisierte insbesondere, dass es nicht sein könne, dass Amtstierärztinnen und Amtstierärzte im wahrsten Sinne den Kopf dafür hinhalten müssten, wenn keine Einigung über tierschutzpolitische Ziele zustande kommen. Gerade in landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen seien viele Fragen zu lange nicht geklärt worden. Als Beispiel nennt Vogel die Haltungsvoraussetzungen für Zuchtsauen. Hier sei zwar eine Lösung in Arbeit. Allerdings fühlten sich die Amtstierärzte als Spielball gegensätzlicher Interessen. Dies sei am besten am Beispiel der Tiertransporte in Drittländer zu erklären. Unabhängig davon, wie man zu solchen Tiertransporten stehe, dürften die Unterzeichner der erforderlichen Dokumente nicht Gefahr laufen, wegen der bestehenden Rechtsunsicherheit strafrechtlich belangt zu werden. Hier sei es unabdingbar, schnellstmöglich Klarheit zu schaffen. „Mein Verband steht ohne wenn und aber zur Verantwortung des öffentlichen Veterinärdienstes im Tierschutz“, betont Vogel. Allerdings dürfe das richtige Maß im Tierschutz nicht einer Individualentscheidung überlassen bleiben, sondern sei gesamtgesellschaftlich zu definieren.
BbT
03.05.2019
Die Schweizer Landwirte sind zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Tierseuchen aufgerufen. Nach wie vor ist das Einschleppungsrisiko für die Afrikanische Schweinepest (ASP) in die Schweiz hoch. Das geht aus dem Radar Bulletin April 2019 des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hervor. Denn das ASP-Virus ist in der Umwelt extrem widerstandsfähig und somit lange überlebensfähig. Vor allem in Blut, Fleischprodukten und Kadavern infizierter Haus- und Wildschweine kann das Virus lange überleben. Deshalb geht die größte Gefahr auch von der Einfuhr und Entsorgung bzw. Verfütterung von kontaminierten Schweine- oder Wildschweinefleischprodukten aus. Schweinehalter müssen daher unbedingt die Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten. Dazu gehört, dass keine Speiseabfälle an Schweine verfüttert werden und es auf den Betrieben Zutrittskontrollen, Hygieneschleusen und sichere Umzäunungen gibt. Weiterhin rechnet das BLV mit steigenden Blauzungenfällen, da mit steigenden Temperaturen auch die übertragenden Gnitzen wieder aktiv werden. Das Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV8) gilt in der Schweiz als endemisch.
BLV Radar Bulletin Interview zur Blauzungenkrankheit mit Dr. Iris Fuchs
03.05.2019
Nach der Veröffentlichung eines UN-Berichtes zur weiteren Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen haben verschiedene internationale Organisationen wie OIE, FAO und WHO umgehende Maßnahmen gefordert. Denn nach diesem Bericht könnte es bis zum Jahr 2050 dazu kommen, dass aufgrund des Unwirksamwerdens der Antibiotika bis zu zehn Millionen Menschen jährlich an bakteriellen Erkrankungen sterben. Aktuell sind es bereits rund 700.000 Menschen pro Jahr, die aufgrund von Resistenzen versterben. Darunter sind rund 230.000 Menschen, die an einer multiresistenten Tuberkulose sterben. Laut des Berichtes könnte es zu einer wirtschaftlichen Krise kommen, die mit dem Finanzcrash aus den Jahren 2008/9 vergleichbar ist. Bis 2030 könnten rund 24 Millionen Menschen zusätzlich in extreme Armut verfallen. Mehr und mehr eigentlich gewöhnliche Krankheiten sind bereits jetzt teilweise nur schwer zu behandeln. Der Bericht verweist auch noch einmal auf die Zusammenhänge zwischen Menschen, Tieren, Lebensmitteln und Umwelt. Deshalb muss unbedingt ein koordinierter "One Health" - Ansatz ergriffen werden. In dem Bericht werden alle Länder dazu aufgerufen, nationale Aktionspläne zu entwickeln und deren Finanzierung sowie Ausstattung sicherzustellen. Zudem sollten die Überwachungssysteme verstärkt und Programme für den umsichtigen Einsatz von Antibiotika unterstützt werden. Hier sollten die Beteiligten im Bereich Tier- und Pflanzengesundheit berücksichtigt werden. Weiterhin sollte die Forschung zur Entwicklung neuer Technologien zur Bekämpfung von Resistenzen unterstützt werden. Auch der Einsatz besonders wichtigen Antibiotika sollte unbedingt reguliert und der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer in der Landwirtschaft weltweit verboten werden. Dr. Tedros Adhanom von der WHO verwies darauf, dass man sich an einem kritischen Punkt im Kampf zum Schutz einiger Medikamente von essentieller Bedeutung befinde. Der Bericht enthält auch konkrete Empfehlungen, durch die jedes Jahr tausende Menschenleben gerettet werden können.
OIE
30.04.2019
Gut drei Wochen vor der Europawahl hat eine repräsentative Bertelsmann-Studie ergeben, dass mehr als zwei Drittel der rund 2000 Befragten in Österreich eine Verschärfung der EU-Auflagen bei Massentierhaltung präferieren. „Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Zeugnis dafür, dass die Bevölkerung grausame Massentierhaltung satt hat. Ob wegen Tierleid oder Umwelt- und Klimaschäden, immer mehr Menschen hinterfragen die Entstehung ihrer Lebensmittel und verlangen nach Änderungen im Umgang mit landwirtschaftlich genutzten Tieren. Das Tierschutzvolksbegehren kommt zur richtigen Zeit“, erläutert Initiator Sebastian Bohrn Mena. Massentierhaltung sei eines der drei wichtigsten Themen des Europawahlkampfes, so lautet der Tenor der Studienautoren. Passend dazu startet das Tierschutzvolksbegehren eine eigene Diskussionsreihe in den österreichischen Bundesländern. Die Parteien werden dann mit den Auswirkungen der europäischen Landwirtschaftspolitik auf das Tierwohl konfrontiert und nach ihren Positionen und Plänen befragt. Die Diskussionsreihe, zu der sich hochrangige Vertreter aller Parteien angekündigt haben, wird am 3. Mai 2019 in Salzburg beginnen, Abschluss ist am 22. Mai 2019 in Wien. „Viele Menschen machen ihre Wahlentscheidung vom Umgang der Parteien mit dem Tierwohl, der heimischen Landwirtschaft sowie dem Umwelt- und Klimaschutz abhängig. Als überparteiliche Initiative sehen wir es als unseren Auftrag hier entsprechend zu informieren und freuen uns auf rege Beteiligung“, so Bohrn Mena abschließend. 
OTS
29.04.2019
Für 2020 plant die Bundesregierung ein staatliches Tierwohllabel in drei Stufen. Zusätzliche Maßnahmen, wie zum Beispiel die angenehmere Gestaltung von Schweineställen mit mehr Platz und Beschäftigung für die Tiere, kosten die Landwirte jedoch erheblich mehr, wie der MDR zu berichten weiß. Eckhard Meyer, Referent für Schweinehaltung im sächsischen Landwirtschaftsministerium, sagt zu den Plänen des Bundes: „Wir können sagen, wenn wir in diese tierwohlorientierte Haltung irgendwo einsteigen, dann brauchen wir bei vielen Systemen, die wir vom Stallbau entwickelt haben, 30 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht eben mehr." Daher fordern die Bauern einen finanziellen Ausgleich für die Mehrmaßnahmen. Referentin des ökologisch ausgerichteten Anbauverbands "Bioland", Katharina Winter, ist sich sicher, dass der Verbraucher die Mehrkosten für mehr Tierschutz tragen wird, fordert jedoch, dass das Tierwohllabel verpflichtend für alle Produzenten sein muss. „So besteht ja immer noch die Möglichkeit, dass die Tiere so gehalten werden, wie es jetzt gesetzlicher Standard ist, wo eigentlich erkannt worden ist, dass das für das Tier nicht gut ist“, so Winter.
MDR
29.04.2019
Laut Informationen des zuständigen Landratsamts sind im Saale-Orla-Kreis aktuell drei Amtstierärzte, vier Tiergesundheitskontrolleure und fünf Lebensmittelkontrolleure im Einsatz, um Schlachttiere, aber auch pflanzliche Lebensmittel zu überwachen. Jedes Jahr werden von ihnen Tausende von Schlachttieren, rund 30.000 Ferkel, 3.000 Schafe und 700.000 Hähnchen, die lebend auf Transporte zur Schlachtung gehen, in Augenschein genommen. Milch-, Blut- und Urinproben der lebenden Nutztiere liefern den Kontrolleuren Informationen über verbotene Stoffe wie Medikamente und Hormone, die nicht in die Lebensmittel gelangen sollen. Neben den Bedingungen in Schlachtstätten wird auch das Fleisch auf Bakterien, beispielsweise Salmonellen, kontrolliert, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Auch Imbiss-Einrichtungen, Gaststätten und Kantinen werden regelmäßig geprüft. Nach Krankheitsausbrüchen in Großküchen von Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten ermitteln die Mitarbeiter zusammen mit dem Gesundheitsamt, ob die dort angebotenen Lebensmittel die Ursache der Erkrankungen waren. „Wir kontrollieren, damit Lebensmittel sicher und unbedenklich verzehrt werden können“, erklärt Lutz-Peter Klendauer, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises. Unser eLearning-Kurs "Salmonelleninfektionen bei Schweinen und Maßnahmen zur Reduktion" vermittelt Ihnen unter anderem Informationen zur Schweine-Salmonellen-Verordnung und zu bakteriologischen und epidemiologischen Grundlagen der Salmonelleninfektionen. Für die erfolgreiche Kurs-Teilnahme erhalten Sie 6 ATF-Stunden.
Ostthüringer Zeitung myvetlearn
26.04.2019
In der südfranzösischen Region Alpes-De-Haute- Provence ist die Aujeszky Disease bei Hausschweinen nachgewiesen worden. Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit mitteilte, wurde das Virus in zwei Betrieben mit insgesamt mehr als 800 Schweinen festgestellt. Der Nachweis erfolgte im Rahmen eines Überwachungsprogramms. Die Tiere zeigten keinerlei Krankheitsanzeichen, die auf das Vorhandensein der Erkrankung hindeuteten. Es wird davon ausgegangen, dass die Infektion über Wildschweine in den Bestand eingetragen wurde. Der zweite Betrieb hatte nachfolgend Tiere aus dem ersten Betrieb erhalten.
OIE