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10.12.2019 Bereits seit Wochen wüten im Osten Australiens verheerende Buschfeuer, denen auch Hunderte von Koalas zum Opfer gefallen sind. Zudem wurden zahlreiche Lebensräume der Beuteltiere zerstört. Der Bundesstaat Queensland strebt nun die Verbesserung des Schutzes der nur in Australien lebenden Tiere an. Dafür sollen im Südosten des Staates mehr als 570.000 Hektar als Koala-Prioritätsgebiet ausgewiesen werden. Waldrodungen sollen hier in Zukunft stärker begrenzt werden, damit die Tiere, die vor allem in Bäumen leben, besser geschützt werden. „Koalas sind eine ikonische Spezies des Staates, sie haben eine nationale und internationale Bedeutung, und die Queenslander wollen sie geschützt sehen“, betonte Umweltministerin Leeanne Enoch. Bis Ende Januar 2020 können Einwohner des Bundesstaates nun Kritik oder Anregungen zu dem Plan äußern. Schweizerbauer
10.12.2019 In der vergangenen Woche ist auf dem Klimagipfel in Madrid der Index der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch vorgestellt worden. Demnach liegt Deutschland nach dem Jahrhundertsommer im Jahr 2018 erstmals in der 14-jährigen Geschichte des Klima-Risiko-Index hinter Japan und den Philippinen auf dem 3. Rang. In Deutschland forderte die anhaltende Hitze 1.234 Todesopfer und verursachte in Kombination mit der lang anhaltenden Dürre über 1,3 Milliarden US-Dollar an Schäden in Kaufkraftparitäten. Allein die Schäden in der Landwirtschaft werden mit rund 700 Mio. Euro beziffert. Insgesamt verzeichnete Deutschland 2018 rund 5 Mrd. US-Dollar (4,5 Mrd. Euro) Schäden durch Wetterextreme. „Der Klima-Risiko-Index zeigt, dass massive Klimawandelfolgen weltweit zunehmen - sie treffen immer öfter auch Industrienationen wie Deutschland oder Japan. Folgen von Extremwetter wie Dürren, Überflutungen oder Hitzewellen führen auch hierzulande zu Todesopfern und großen Schäden", sagt Dr. Maik Winges, einer der Autoren des Index. Wenn man jedoch den Langfrist-Index der letzten 20 Jahre betrachtet, sind die Entwicklungsländer mit niedrigem oder niedrigem mittleren Einkommen noch größeren Risiken ausgesetzt als Deutschland, da die Hauptverursacher des Klimawandels diese Länder für erlittene Schäden und Verluste nicht entschädigen. Neben Hurrikanen, die in Ländern wie beispielsweise Puerto Rico massive Schäden verursachten, ist aber noch ein weiterer Trend zu sehen: „Wir beobachten in Ländern wie Haiti, den Philippinen oder Pakistan in so kurzen Abständen wiederkehrende extreme Wetterlagen, dass diese Länder kaum Gelegenheit haben, sich nach Wetterkatastrophen zu erholen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass arme Länder nicht nur bei der Anpassung an den Klimawandel, sondern auch bei nicht mehr vermeidbaren Schäden und Verlusten Unterstützung von den Hauptverursachern des Klimawandels erhalten", sagt Vera Künzel, Co-Autorin des Index. Germanwatch
10.12.2019 In Neuseeland werden rund 30 Prozent der Treibhausgase von Weidetieren produziert. Um an diesem Punkt anzusetzen, hat ein Forscherteam in einer mehrjährigen Studie an einem genetischen Schafzuchtprogramm gearbeitet und nun als Weltneuheit einen Methanzuchtwert eingeführt, wie agrarheute berichtet. Laut Informationen der Branchenorganisation Beef+Lamb New Zealand konnten die ForscherInnen belegen, dass einzelne Schafe unterschiedliche Methanemissionen aufweisen und diese Eigenschaft an die nächste Generation weitergegeben wird. In einem speziellen Methanzuchtwertprogramm sollen nun die „schadstoffarmen“ Tiere identifiziert werden. Teilnehmende Züchter müssen ihre Schafe in transportablen Akkumulationskammern messen lassen, um herauszufinden, ob ihre Tiere für dieses Programm geeignet sind. In diesen Kammern werden innerhalb von zwei Wochen zweimal die Gasemissionen gemessen. Der Methanzuchtwert wird dann zusammen mit weiteren genetischen Werten berechnet. „Methanzuchtwert ist ein Instrument, um die Verpflichtungen des landwirtschaftlichen Sektors zum Klimaschutz durch Senkung der Treibhausgasemissionen umzusetzen", erklärte Sam McIvor, Geschäftsführer der Branchenorganisation. Daneben arbeiten Forscher an weiteren Maßnahmen der Methanemissionsreduzierung, wie beispielsweise der Züchtung spezieller Futterpflanzen oder der Veränderung der Pansenmikroben. Neben der Einbringung von methanreduzierenden Verbindungen in den Pansen werde auch an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen diese Mikroben gearbeitet. Agrarheute
09.12.2019 In gut zwei Wochen ist Heiligabend und die heiße Phase der Weihnachtseinkäufe hat begonnen. Aus diesem Anlass weist das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) der Schweiz erneut darauf hin, dass keine Tiere verschenkt werden sollten. Sie können nicht, wie andere Geschenke, bei Nichtgefallen einfach wieder umgetauscht werden und sollten daher auf keinen Fall leichtfertig angeschafft werden. Viele Punkte gibt es zudem zu bedenken, bevor ein Tier einziehen kann. Denn ein Heimtier bedeutet, dass sich jemand dauerhaft um das neue Familienmitglied kümmern kann. Die hektische Vorweihnachtszeit eignet sich nicht für eine wohlüberlegte und verantwortungsbewusste Kaufentscheidung. Viele Fragen müssen zuvor durchdacht und beantwortet werden, z.B. wer passt während der Urlaubszeit auf das Haustier auf? Auch sollten sich die neuen Besitzer bewusst machen, dass auch der finanzielle Aufwand für Futter und Tierarztbesuche mit einkalkuliert werden muss. Gerade wenn Kinder beschenkt werden sollen, sind es doch meist die Eltern, die letztendlich die Verantwortung für das Tier tragen müssen. BLV
09.12.2019 Ein Forscherteam der Goethe-Universität in Frankfurt konnte in einer Studie Gene in Eichen identifizieren, die die Bäume resistenter gegen Trockenheit in Dürrezeiten machen könnten. „Wenn wir wissen, wie Baumarten auf der molekularen Ebene auf Trockenheit reagieren, verstehen wir besser, wie sich der Klimawandel auf die europäischen Wälder auswirkt“, sagt Peter Kotrade, Erstautor der Studie und Biologe am Institut für Ökologie, Evolution und Diversität am Fachbereich Biologie der Goethe-Universität. „Unsere Studie bestätigt vorherige Ergebnisse an Modellpflanzen zum ersten Mal an Waldbäumen und zeigt zudem detaillierte Expressionsmuster für die ausgewählten Gene. Das trägt zum Verständnis der molekularen Reaktion von Eichen auf Dürreperioden bei. Künftig könnte dieses Wissen dazu genutzt werden, um bei Waldbegründungen und Aufforstungen auszuwählen, welche Bäume gepflanzt werden“, so der Biologe weiter. In ihrer Studie haben die WissenschaftlerInnen die Gene der heimischen Stieleiche sowie der südeuropäischen Flaumeiche und Steineiche analysiert. Ihr Fokus lag auf 12 Genen, die als potenziell bedeutsam für die Resistenz gegenüber Trockenheit gelten. Die Bäume und ihre Gene wurden über einen Zeitraum von zwei Jahren untersucht und einzelne Gen-Sequenzen erstellt. Bei einigen Genen konnten die ForscherInnen so vorherige Funde an krautigen Pflanzen bestätigen, die darauf hinwiesen, dass die Gene während extremer Trockenperioden verstärkt abgelesen werden. Bei anderen Genen war dieser Mechanismus bisher noch nicht bekannt. Goethe Universität Frankfurt am Main
09.12.2019 Das Verwaltungsgericht Trier hat einen Schäfer aus der Eifel per Anordnung dazu verpflichtet, seine Schafe mindestens einmal pro Jahr zu scheren. Die Klagen gegen diese Anordnung seitens des Schäfers wurden zurückgewiesen. Mitarbeiter des Veterinäramtes hatten bereits im Jahr 2016 unter anderem das Fehlen eines Unterstandes sowie den Pflegezustand der Altschafe beanstandet. Im Juli des vergangenen Jahr stellte die Amtstierärztin bei einer weiteren Kontrolle dann fest, dass zahlreiche Altschafe nicht geschoren waren, was bei einigen Tieren bereits zu einer schnellen und pumpenden Atmung geführt hatte. Trotz telefonischer Zusicherung der Schur ließ der Schäfer einige der Tiere weiterhin ungeschoren, was die Erlassung einer tierschutz- und tierseuchenrechtlichen Verfügung nach sich zog. Das Gericht erklärte, dass eine nicht erfolgte Schur einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstelle, wonach Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen zu pflegen seien. Die jährliche Schur gehöre zur erforderlichen Pflege, da die Schafe keinen natürlichen Wollwechsel aufwiesen. Andernfalls drohe ein Verfilzen des Vlieses, wodurch das Wärmeregulationsempfinden der Tiere empfindlich gestört werde, so das Gericht. Legal Tribune Online
09.12.2019 Nachdem die Afrikanische Schweinepest (ASP) in der vergangenen Woche bis auf 40 Kilometer an die deutsch-polnische Grenze herangerückt ist, wird die EU-Kommission das in Westpolen eingerichtete Restriktionsgebiet bis zur deutsch-polnischen Grenze ausweiten. Zur Beratung über weitere Maßnahmen und zum Informationsaustausch werden im Laufe der Woche Veterinäre aus Polen und Deutschland zusammenkommen. Weiterhin hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die zuständigen Landesministerien und verschiedene Bundesministerien zur Unterstützung bei der Aufklärung über die ASP aufgerufen. Darunter fällt die Sensibilisierung von Reisenden wie beispielsweise Fernfahrern, Jägern und Landwirten, aber auch Mitgliedern der Bundeswehr und Pflegekräften, die im betroffenen Gebiet im Einsatz sind. Betriebe werden angemahnt, die Sicherheitsmaßnahmen der Schweinehaltungshygiene-Verordnung strikt einzuhalten. Welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen, werden die Bundesländer in Kürze entscheiden. Neben der umfangreichen Präventions- und Aufklärungsarbeit, ist das BMEL auch auf den Ernstfall vorbereitet. Kontinuierlich werden notwendige Anpassungen im Tiergesundheits- und im Jagdrecht geprüft. Sollte die ASP auch in Deutschland ausbrechen, soll beispielsweise zur Eindämmung der Tierseuche sichergestellt werden, dass die Schwarzwildreduzierung zielgerichtet erfolgen kann. BMEL
06.12.2019 In einer Studie des Klinikums der LMU München läuft noch bis Mai 2020 eine Studie, in der die Stammzellentherapie als Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmaßnahmen bei nicht heilenden Knochenbrüchen untersucht wird. „Wenn mehrere Knochen betroffen sind, kann der Körper so überfordert sein, dass er es nicht mehr von selbst schafft, alle Knochen zum Heilen zu bringen“, erklärt Privatdozent Dr. Christian Ehrnthaller, Oberarzt der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Klinikums der LMU München und Leiter der Orthounion-Studie. Für die Untersuchung einer neuen Form der Stammzellentherapie werden den Teilnehmer Stammzellen aus dem Knochenmark mit einer Spritze entnommen, die im nächsten Schritt im Labor des Instituts für klinische Transfusionsmedizin Ulm (IKT) des Deutschen Roten Kreuzes auf die 100- bis 200-millionenfache Dosis vervielfacht werden. Anschließend werden die Stammzellen in Kombination mit einem künstlichen Knochenersatzmaterial operativ in den fehlverheilten Knochen eingesetzt, um so die unverheilte Bruchstelle zu füllen. „Was anfangs wie krümelige, kreideartige weiße Masse aussieht, entwickelt sich mit der Zeit zu festem Knochenmaterial“, beschreibt PD Dr. Ehrnthaller, der den Vorteil der Stammzellen vor allem in der hohen Heilungspotenz und die beliebige Wiederholbarkeit sieht. Bislang sind drei Patienten mit Schienbein- und Oberschenkelbrüchen erfolgreich mit dem neuen Verfahren behandelt worden. Noch können Patienten in die Studie aufgenommen werden. Ausschlusskriterien sind allerdings Infektionskrankheiten, Tumor-, Knochen- und Hormonerkrankungen. idw
06.12.2019 Ein neues Online-Tool errechnet in wenigen schnellen Schritten die CO2-Belastung durch den persönlichen Fleischkonsum und zeigt die dadurch entstehenden Klimaauswirkungen auf. Blitzschnell rechnet das Tool zudem aus, wie viele Ressourcen bei einem Ersatz des Fleisches durch alternative Proteinquellen gespart würden. „Viele wollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Aber das Thema ist abstrakt und so komplex, dass die meisten nicht wissen, wie und wo sie am besten beginnen. Unser Rechner liefert einen konkreten Ansatz. Wir zeigen auf welche Fleischmengen sich der eigene Konsum im Laufe der Zeit summiert. Und welche Ressourcen dafür aufgewendet werden müssen und in welchem Umfang das Klima dadurch belastet wird. Wir zeigen aber auch, wie sich schon durch kleine Anpassungen der eigenen Ernährung große Veränderungen umsetzen lassen", erklärt Tim Lilling, Projektleiter von blitzrechner.de. Das Online-Tool zeigt außerdem auf, warum der CO2-Ausstoß durch Fleischproduktion enorm ist und wie der Verbraucher mit wenigen Schritten seinen eigenen Verbrauch reduzieren kann. Blitzrechner
06.12.2019 Die Weihnachtszeit verbinden viele Menschen automatisch mit einer Gans auf dem Teller. Doch meist stammen die Weihnachtsgänse aus osteuropäischer Massenproduktion, wo die Tiere teils unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden. Einen Grund für die Billigpreisgans sehen Experten in der sogenannten Quersubventionierung. Jürgen Stellpflug, Testwatch, erklärt: „Wenn ich eine Gans kaufe, die beispielweise jetzt beim Discounter derzeit unter 6 Euro pro Kilo kostet und sogar aus Freilandhaltung stammt, also aus einer Haltung die tatsächlich ein bisschen besser ist, dann ist diese Gans mutmaßlich und ganz wahrscheinlich mehrmals in ihrem Leben gerupft worden. Ihr wurden die Daunen, die Federn ausgerissen. An diesen Daunen da verdient der Mäster dann schon so viel Geld, dass er das Fleisch billig hergeben kann." Die Tiere werden ohne Betäubung gerupft, entstandene Verletzungen zugenäht. Auch dies geschieht, ohne dass die Gänse betäubt werden. Ein weiteres unermessliches Leid bedeutet auch die Stopfmast für die Gänse. Gerade in Ungarn, Bulgarien und Frankreich ist die Stopfleber eine Delikatesse und die Produktion legal. Hier werden große Mengen an Maisbrei mehrmals täglich mit Druck in die Mägen der Tiere gepresst. Dr. Anna Kirchner vom Deutschen Tierschutzbund erläutert: „Mit dem Stopfen erleiden die Tiere massive Verletzungen der Speiseröhre und durch die massive Futterzufuhr schwillt die Leber an, auf die 10 bis 12-fache Größe, und die Tiere sind krank, wenn sie geschlachtet werden." Ohne Schlachtung würden sie an Leberverfettung versterben. „Wir fordern, dass Gänse in Deutschland artgerecht gehalten werden und genug Platz haben in der Haltung, und natürlich auch eine Badegelegenheit und genug Wasser für ihr Pflegeritual zur Verfügung haben, und zudem fordern wir ein Importverbot von Stopfleber und gerupften Daunen nach Deutschland." Aber auch in Deutschland gibt es Missstände. Zusammengepferchte Tiere auf engsten Raum, gemästet mit Billigfutter und unter Einsatz von Antibiotika. Das Magazin PlusMinus hat das Thema Weihnachtsgans näher beleuchtet: Die Doku "Alle Jahre wieder: Das grausame Schicksal der Weihnachtsgänse" ist bis zum 04.12.2020 in der ARD-Mediathek verfügbar. Das Erste
05.12.2019 In Dänemark werden Hausschlachtungen von Rindern, Schweinen, Schafen oder anderen Tiere ab dem 1. Januar 2020 legal. Das bedeutet, diese Tiere dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auf dem eigenen Hof anstatt im Schlachthof geschlachtet werden. Vorausgesetzt wird ein geeigneter Bereich, in welchem ein zugelassener Schlachthof die Tiere töten und entbluten kann. Anschließend werden die Schlachtkörper dann zur Verarbeitung in den Schlachtbetrieb verbracht. Der Schlachthof ist dann entsprechend für die Einhaltung von Tierschutz- und Hygienevorschriften verantwortlich. Die Schlachtung unterliegt auch in diesem Fall der Kontrolle der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde. topagrar.de
05.12.2019 In Deutschland lebten 2018/2019 über das gesamte Bundesgebiet verteilt, 105 Wolfsrudel. Die meisten Rudel sind mit 41 Rudeln in Brandenburg beheimatet, genauer gesagt in der Lausitz im Süden des Bundeslandes. 22 Wolfsrudel gibt es aktuell in Sachsen, 21 in Niedersachsen und 100 Tiere leben in Sachsen-Anhalt. Dies teilten das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) mit. Zudem seien erstmals in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein einzelne ortstreue Wölfe bestätigt worden. Insgesamt sind demnach in Deutschland 257 erwachsene Wölfe erfasst. Somit ist ihre Zahl gegenüber dem vorangegangenen Monitoringjahr 2017/18 gestiegen. Damals lebten in Deutschland 77 Rudel, 40 Paare und 3 Einzelwölfe. DBBW
05.12.2019 Europa hat ein enges Zeitfenster von zehn Jahren, um gegen den Artenverlust, die Auswirkungen des Klimawandels und den übermäßigen Verbrauch natürlicher Ressourcen vorzugehen. Zu diesem Schluss kommt der am heutigen Mittwoch veröffentlichte Bericht „Zustand der Umwelt“ der Europäischen Umweltagentur (EUA) und mahnt dringendes Handeln an. Europa stehe im Umweltbereich vor Herausforderungen von nie da gewesener Größenordnung und Dringlichkeit. Insgesamt haben sich die Umwelttrends in Europa seit dem letzten Umweltbericht der EUA von 2015 nicht verbessert. Die Bewertung der Umweltagentur zeigt, dass die meisten Ziele für 2020, insbesondere im Bereich der biologischen Vielfalt, nicht erreicht werden, aber immer noch die Möglichkeit zur Erreichung der längerfristigen Vorgaben und Ziele für 2030 und 2050 besteht. Auch die Auswirkungen des Klimawandels, der Luftverschmutzung und der Lärmbelastung auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit geben nach wie vor Anlass zur Sorge. Die neue EU-Initiative "Green Deal" gäben jedoch auch Anlass zur Hoffnung. Bereicht der Europäischen Umweltagentur
05.12.2019 In mehr als 40% des untersuchten Putenfleisches aus konventioneller Haltung sind im Jahr 2018 antibiotikaresistente Keime gefunden worden. Das sind viermal so viele Nachweise als in Putenfleischproben aus ökologischer Haltung. Hier waren 11% der Proben positiv für MRSA. Wie das Magazin Topagrar berichtet, fordert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLV) eine Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Putenhaltung. Dr. Helmut Tschiersky, scheidender Präsident des BLV, appelliert an die Geflügelhalter, einen größeren Wert auf die Gesundheit der Tiere zu legen. Das Institut hatte gut 760 Proben auf das methicillin-resistente Bakterium Staphylococcus aureus (MRSA) untersucht. Das Ergebnis sei alarmierend! Prof. Michael Kühne von der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz stellte ergänzend zu diesen Ergebnissen fest, dass es noch keine Ahndung von MRSA- Befunden gebe. Er sieht die Wissenschaft mit einer Grundlagenschaffung in der Pflicht. Topagrar
04.12.2019 Hauskatzen töten jedes Jahr Millionen von Vögeln, Reptilien und kleinen Säugetieren. Das wollen zwei Juraprofessoren der Universität Tilburg in den Niederlanden nun beenden, indem der Freigang für Katzen untersagt werden soll. Wie die Professoren in der Fachzeitschrift Journal of Environmental Law schreiben, könnte die korrekte Auslegung der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union sowie deren sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie alle Katzen künftig zu einem Dasein als Stubentiger degradieren. Dies sei mit den Zahlen der Tiere, die jedes Jahr Katzen zum Opfer fielen, vertretbar. Allein in Deutschland sollen jedes Jahr bis zu 200 Millionen Vögel betroffen sein. In Großbritannien sind es schätzungsweise 27 Millionen Vögel und 248 Millionen andere Wildtiere. In den USA wird die Zahl sogar mit 1,4 bis 3,7 Milliarden Vögel und 6,9 bis 20,7 Milliarden Kleinsäuger angegeben. Vor allem in Siedlungsbereichen führe dies dazu, dass sich bodenbrütende Singvögel und Reptilien kaum noch ansiedeln können. Daher sollten Katzen zumindest während der Brutzeit von April bis Juli nicht frei herumstreunen dürfen. Eine Glocke am Halsband schaffe hingegen keine Abhilfe, da immobile Jungtiere nicht die Flucht ergreifen können. Zudem könne sie dem sensiblen Gehör der Katze nicht zugemutet werden. GEO
04.12.2019 Eine im Oktober 2019 veröffentlichte Forschungsarbeit unter Mitarbeit der Vetmeduni Vienna hat gezeigt, dass eine Winterfütterung von Wildwiederkäuern den Tieren schadet. Die WissenschaftlerInnen konnten belegen, dass sich bei Rehen (Capreolus capreolus) die Mikrobiotika im Pansen deutlich verändern und dies negative Auswirkungen auf deren Gesundheit haben kann. Untersucht wurden weibliche Rehe- eine Gruppe, die in einem Gebiet mit zusätzlichen Fütterungsstellen lebten und eine weitere, die ausschließlich auf natürliches Futter angewiesen waren. Dabei stellten die ForscherInnen heraus, dass die Zusammensetzung der Pansenbakterien der beiden Gruppen signifikant unterschiedlich waren. „Die Ergebnisse unserer Studie lassen darauf schließen, dass die Versorgung von Rehen mit leicht fermentierbaren Ergänzungsfuttermitteln im Winter die bakterielle Population im Pansen von Rehen signifikant beeinflusst und ähnlich negative Veränderungen wie bei domestizierten Wiederkäuern hervorrufen kann“, beschrieben die LetztautorInnen der Studie, Stefanie Wetzels und Gabrielle Stalder, ihre Analysen. Demnach fördert beispielsweise auch bei Rehen leicht fermentierbares Ergänzungsfuttermittel die Entwicklung von Bakterienstämmen, die bei Hauswiederkäuern zu Azidosezuständen – einer Störung des natürlichen Säure-Basen-Haushaltes – führen. „Die Veränderung der Pansen-Mikrobiota durch die Winterfütterung lässt eine negative Auswirkung auf den Gesundheitszustand von Rehen vermuten“, so Wetzels und Stalder abschließend. Vetmeduni Wien
03.12.2019 Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt immer weiter an Deutschland heran. Inzwischen ist nahe Nowogrod Bobrzanski, ca. 40 Kilometern von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, ein infiziertes Wildschwein tot aufgefunden worden. Nowogrod Bobrzanski liegt im Westen der Woiwodschaft Lebus, wo bereits vor drei Wochen infizierte und an dem Virus verendete Wildschweine in ca. 80 Kilometer Entfernung von der Grenze zu Deutschland gefunden worden sind. Außerdem ist das Virus nahe der Kreisstadt Zielona Gora (Grünberg), in rund 60 Kilometer Entfernung zu Deutschland, bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Unterdessen hat Dänemark seinen Wildschweinschutzzaun an der Grenze zu Deutschland fertiggestellt. Damit soll der Eintrag der ASP durch infizierte Wildschweine aus bzw. über Deutschland nach Dänemark verhindert werden. Focus.de
03.12.2019 Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), zeigte sich zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen des Agrargipfels im Berliner Kanzleramt. „Es ist ein guter Auftakt für einen notwendigen Dialog, den wir jetzt intensivieren und fortsetzen müssen“, beschrieb Rukwied den Auftakt der Gespräche über die Zukunft der Landwirtschaft. Die Themen Insektenschutz und kooperativer Naturschutz anstatt pauschaler Verbote sollen bei dem Dialogprozess zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft im Fokus stehen. Zudem hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein Aktionsprogramm Insektenschutz, ein nationales Dialogforum und eine Wertschätzungs-Kampagne für Landwirtschaft und Lebensmittel stark gemacht. Deutscher Bauernverband
03.12.2019 Die im Frühjahr von Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus angekündigte Biberverordnung ist fertiggestellt und wird zum Anfang des neuen Jahres in Kraft treten. „Ich freue mich, dass es in so kurzer Zeit gelungen ist, eine Regelung vorzulegen, die für alle betroffenen Landnutzer den Umgang mit dem Biber ein ganzes Stück erleichtern wird“, teilte Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald auf der Verbandsversammlung des Landesverbandes der Wasser- und Bodenverbände mit. Der neue Maßnahmenplan sieht vor, in erster Linie Nutz- und Schutzinteressen auszugleichen, wobei das Töten des zweitgrößten Nagetieres der Welt der letzte Ausweg sein müsse, wie Buchwald erklärte. Im Fall, dass durch Aktivitäten des Bibers Havarien wie Deichbrüche oder Überschwemmungen von Verkehrsinfrastruktur drohen, dürfen laut Verordnung ab 1. Januar 2020 Maßnahmen ergriffen werden, ohne dass dafür im Einzelfall eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen ist. Der erste Schritt sei in solch einem Fall das Einbauen von Dammdrainagen. Maßnahmen dürfen zudem nur von geschulten Personen ausgeführt werden. Der Staatssekretär stellte auch noch einmal heraus, dass aus seiner Sicht die Wiederansiedlung des Bibers ein Erfolg des Naturschutzes sei. In vielfältiger Weise beeinflusse der Biber unsere Gewässerlandschaft in positiver Weise, so Buchwald abschließend. Regierung Mecklenburg-Vorpommern
03.12.2019 Beim diesjährigen Strategischen Forum der Deutschen Agrarforschungsallianz (DAFA) haben sich mehr als 100 Experten aus Politik, Forschung und Verbänden zusammengefunden, um ein Bild der Landwirtschaft in 30 Jahren zu entwickeln. Die Perspektive 2049 zeigt eine nachhaltige Landwirtschaft mit starken regionalem Bezug, mit verringertem Antibiotikaeinsatz sowie besseren Ställen. Diesem Zielbild zu Folge, setzt sich die Landwirtschaft für den Schutz des Klimas und der Biodiversität ein und wird dafür mit angemessenen Preisen belohnt. Um dieses Bild Realität werden zu lassen, muss neben einer angepassten Agrarpolitik auch ein Umdenken in der Ernährung stattfinden. Verbraucher müssen bereit sein, mehr Geld für die Umsetzung dieser Ziele zu zahlen, Unterstützung muss aber auch von Seiten der Politik kommen. Außerdem sieht diese Perspektive vor, dass die landwirtschaftliche Praxis, die Lebensmittelverarbeitung und der Handel in den Prozess einbezogen werden müssen, denn eine hohe Wertschätzung der Produkte passt nicht zum Wettbewerb um den niedrigsten Preis. Der Sprecher des DAFA-Vorstands, Hubert Wiggering, fordert: „Die Lebensmittelpreise an der Ladentheke müssen die wahren Kosten der Produktion widerspiegeln“. Dafür muss der Verbraucher die Vorteile eines neuen Ernährungssystems erkennen und erleben. Gemeinsam mit allen interessierten Gruppen will die DAFA die Zielbilder weiter entwickeln und Wege zu ihrer Erreichung aufzeigen. Deutsche Agrarforschungsallianz
02.12.2019 Neuere Studien haben die Diskussion um die Ausbildung von Allergien und geeignete Präventionsstrategien neu entfacht. Demnach kann ein Hund im Haushalt sogar vor der Ausbildung einer Allergie, insbesondere bei genetisch vorbelasteten Kindern, schützen. Dies ist auch in der aktuellen Leitlinie „Allergieprävention“ erkranken Kinder nachzulesen. Darin heißt es: Kinder, die zusammen mit einem Hund aufwachsen, erkranken seltener an Neurodermitis und teilweise auch an Asthma. Somit könnte ein Hund im Haushalt auch vor der Ausbildung von Allergien schützen. „Heute weiß man, dass die frühe Konfrontation mit Allergenen zur Toleranzentwicklung beitragen kann“, erklärt Professor Claudia Traidl-Hoffmann, Chefärztin der Umweltmedizin am Klinikum Augsburg und Direktorin des Instituts für Umweltmedizin der TU München. Dennoch sollten sich betroffene Familien unbedingt vor der Anschaffung eines Hundes von einem Allergologen beraten lassen. Andere Tiere wie Katzen oder kleine Nagetiere sollten auf keinen Fall in einem Haushalt mit Allergie-gefährdeten Menschen, insbesondere Kindern, gehalten werden. Auch für Menschen mit Neurodermitis sind diese Tiere tabu, da hier eine sehr große Wahrscheinlichkeit besteht, dass diese auch eine Tierhaarallergie entwickeln. Augsburger Allgemeine
02.12.2019 Am heutigen Montag diskutieren auf Einladung von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner 40 landwirtschaftliche Verbände in Berlin die aktuelle Situation der Landwirte sowie die zukünftige Ausrichtung der Landwirtschaft in Deutschland. Ebenfalls dabei: Bundeskanzlerin Angelika Merkel. Die Einladung hatte Klöckner nach der Großdemonstration von etwa 40.000 Landwirtinnen und Landwirten in der vergangenen Woche in Berlin ausgesprochen, nachdem die Landwirte mit tausenden Treckern aus dem gesamten Bundesgebiet die Hauptstadt blockiert hatten, um gegen das neue Agrarpaket und mehr Wertschätzung ihrer Arbeit zu protestieren. Ebenfalls in der vergangenen Woche verabschiedete der Bundestag den Haushalt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft von knapp 6,7 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Erhöhung um circa 400 Millionen Euro und ist damit ein Rekordhaushalt. Handelsblatt BMEL Bauern fordern Wertschätzung und Mitspracherechte
02.12.2019 Die Veterinärmedizinische Universität Wien hat zusammen mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Außenstelle in Tirol als Teil der Universitätsklinik für Wiederkäuer eröffnet. Hier soll ein Kompetenzzentrum für Wiederkäuer im Alpenraum entstehen. „Wir verstehen die Gründung unserer neuen Universitäts-Außenstelle in Innsbruck als wichtigen Beitrag, um die tierärztliche Versorgung in ländlichen Regionen langfristig sicherzustellen und unsere Studierenden bereits während des Studiums mit den relevanten regionalen Stakeholdern zu vernetzen“, beschreibt Rektorin Petra Winter Hintergrund und Zielsetzung. Thomas Kickinger, Geschäftsführer der AGES, fügt hinzu: „Mit dem Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Innsbruck spielt die AGES seit langem eine wesentliche Rolle im Bereich Tiergesundheit gerade in Westösterreich. Für uns ist es daher naheliegend, unsere Expertise in diese Kooperation einzubringen, um angehenden Tierärztinnen und Tierärzten die bestmögliche Ausbildung zu bieten.“ Ziel der neuen Außenstelle ist neben der Stärkung des Standortes auch, nachhaltige Kooperationen mit Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen und lokalen Tierarztpraxen zu bilden. Somit sollen die VeterinärstudentInnen praxisnah auf die besonderen Anforderungen im alpinen Bereich vorbereitet werden. Veterinärmedizinische Universität Wien
29.11.2019 Am morgigen Samstag öffnen sich in Baden-Badener Kongresshaus die Pforten für die 21. PET-VET. Es wird mit rund 800 Tierärztinnen und Tierärzten sowie rund 400 weiteren Teilnehmern gerechnet. An zwei Tagen erwartet die Kleintiermediziner ein vielfältiges Programm mit namhaften Referenten zum Fokusthema Weichteilchirurgie. Auch für Pferdepraktiker wird es am Samstag zu diesem Thema zahlreiche Vorträge geben. Für Tiermedizinische Fachangestellte hält die PET- VET ebenfalls an zwei Tagen ein straff organisiertes, umfassendes Programm zu den Themen Weichteilchirurgie bzw. Verhalten bereit. Auf der begleitenden Industrieausstellung können sich die Teilnehmer zudem bei 55 Ausstellern über Produktneuheiten informieren. Die PET-VET wird sich erstmals auch im Frühjahr präsentieren- Kongressstandort wird am 28./29. März 2020 die Frauenhofer-Halle im bayerischen Straubing sein. Für ihre Teilnahme an der nächsten PET- VET können Tierärztinnen und Tierärzte im diesjährigen Adventskalender von Vetion.de einen Rabatt in Höhe von 50 Euro gewinnen. Außerdem sind viele weitere Gewinne und Gratisteilnahmen hinter den Türchen des Adventskalenders versteckt. PET-VET Vetion.de-Adventskalender
29.11.2019 Nach 11 Jahren Dienstzeit übergibt Dr. Helmut Tschiersky die Leitung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) an Friedel Cramer. Tschiersky übernimmt zum 1. Dezember 2019 die Leitung der Unterabteilung Produktsicherheit, Gesundheitlicher Verbraucherschutzfunktion im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). BVL
29.11.2019 Ein 63-jähriger Mann hat sich beim Schmusen mit seinem Hund mit dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus infiziert und ist gestorben. Das Bakterium kommt im Hundespeichel vor und hat bei dem Mann im August 2018 zu einer schweren Blutvergiftung geführt, die auch mit Antibiotika nicht mehr therapiert werden konnte. Der Mann starb zwei Wochen später an multiplem Organversagen. Demnach scheint der Erreger über einen Hautdefekt in den Organismus des Mannes eingedrungen zu sein, nachdem der Hund ihn abgeleckt hatte. Eine Infektion mit Capnocytophaga canimorsus tritt beim Menschen jedoch sehr selten auf. Das Bakterium kann jedoch häufig im Speichel von vollkommen symptomfreien Hunden und Katzen nachgewiesen werden. Daher ist es ratsam, jeden Tierbiss vom Arzt reinigen und versorgen zu lassen, damit möglichst wenig Keime in die Wunde gelangen und die Gefahr schwerer septischer Verläufe reduziert wird. European Journal of Case Reports in Internal Medicine
29.11.2019 Die Vorweihnachtszeit hat begonnen und wird begleitet von festlich dekorierten Häusern und Wohnungen. Kurz vor dem ersten Advent warnt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) Tierhalter jedoch vor Weihnachtsdeko in Form von Kerzen, Kugeln und Lametta, die besonders für Hunde und Katzen eine Gefahrenquelle darstellen. „Die Tiere können sich beispielsweise an zerbrochenen Kugeln verletzen oder kleine Teile verschlucken,“ erklärt Norbert Holthenrich, der Präsident des ZZF. Denn neugierige Vierbeiner klettern gerne an Weihnachtsbäumen hoch – dieser sollte daher auf jeden Fall vor einem Umkippen gesichert werden. Brennende Kerzen stellen für Katzen ein Risiko dar, denn sie können sich an der Flamme die Schnurrbarthaare ansengen. Geeignet sind hier LED-Kerzen und -Teelichter. Vor allem sollten Tierhalter darauf achten, dass keine Süßigkeiten im Raum stehen, denn der Verzehr von einer Tafel Schokolade kann zu lebensgefährlichen Vergiftungen bei Hund und Katze führen. Auch bei Geschenken für die Haustiere ist Vorsicht geboten: Zu kleine Teile könnten verschluckt werden. „Wer seinen tierischen Gefährten etwas zum Spielen schenken möchte, findet im Zoofachhandel eine große Auswahl an weihnachtlichem Spielzeug wie Nikoläuse und Rentiere aus Plüsch oder Latex“, weiß Norbert Holthenrich. Grundsätzlich sollten Katzen und Hunde beim Spielen mit dem neuen Spielzeug stets beaufsichtigt werden. Der ZZF appelliert zudem an die Schenkenden, keine Heimtiere als Überraschungsweihnachtsgeschenk zu wählen. „Tierhalter müssen die Bedürfnisse des Heimtieres kennen, und es muss zum Alltagsleben der Familie passen“, betont Norbert Holthenrich. Daher sollte vor der Anschaffung gut und gemeinsam überlegt werden, ob die Familie einem Haustier gerecht werden kann. „Manche Kinder sind mit der Versorgung überfordert und verlieren schnell die Lust. Im schlimmsten Fall landen die Tiere dann sogar im Tierheim“, warnt der Tierexperte. Besser sei es, zunächst einen Gutschein aus dem Zoofachhandel oder Ratgeber-Literatur zu verschenken. ZZF
29.11.2019 Fallende Temperaturen und eine sinkende Schneefallgrenze kündigen den nächsten Winter an. Für den Ausgleich der Energie, die bei Kälte verloren geht, brauchen heimische Vögel große Futtermengen. VIER PFOTEN empfiehlt daher eine Zufütterung der Wildvögel, um Nahrungsengpässen der Tiere entgegenzuwirken. Doch nicht jedes Futter ist geeignet, besonders Essensreste von zubereiteten Speisen können den Tieren eher schaden als nutzen. Auch sollten Vogelfreunde für eine einwandfreie Hygiene des Futterplatzes sorgen. Geeignetes, hochwertiges und auf die einzelnen Vogelarten abgestimmtes Futter ist im Handel erhältlich. Während Spatzen oder Meisen eher Sonnenblumenkerne und Hanfsamen fressen, freuen sich Weich- und Insektenfresser wie Amseln, Drosseln oder Rotkehlchen über getrocknete Beeren, gemahlene Nüsse oder zerkleinerte Äpfel. Bei der Futterauswahl sollte zudem beachtet werden, dass feuchtes Futter wie frisches Obst bei Minustemperaturen gefriert. Für die Fütterung eignen sich besonders Futtersäulen oder Futtertrichter. Futterhäuschen benötigen eine intensivere Pflege, hier muss sehr auf Sauberkeit geachtet werden, da sich schnell Infektionskrankheiten verbreiten können. Naturnahe Gärten mit Beerensträuchern, abgefallenem Obst, Büschen und Laubhaufen als Unterschlupf für Kleintiere sorgen dafür, dass die natürlichen Nahrungsgrundlagen bewahrt bleiben. VIER PFOTEN hat auf seiner Internetseite einen kostenlosen Ratgeber mit vielen wichtigen Tipps zum Download bereit gestellt. VIER PFOTEN
28.11.2019 Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat die Empfehlung ausgesprochen, dem FBN in Dummerstorf sein Leibniz-Prädikat zu entziehen. Grund dafür sei, dass dem Institut eine umfassende übergreifende Forschungsstrategie fehle, auf deren Grundlage eine klare Fokussierung auf wichtige innovative Forschungsfragen erfolgen kann. Das FBN bleibe somit hinter seinem wissenschaftlichen Potenzial zurück. Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, hat mit Unverständnis auf diese Empfehlung, die auf der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz noch diskutiert und bestätigt werden muss, reagiert. „Das FBN steht für Agrarspitzenforschung in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland und Europa. An diesem Anspruch halten wir fest. Nach der Leitungsübernahme durch Prof. Wimmers 2016 ist ein Erneuerungsprozess in Gang gebracht worden, der viele positive Ergebnisse hervorgebracht hat. Leider sind diese zum Teil nicht mehr in den Bewertungszeitraum 2015 – 2017 gefallen und haben damit keine Berücksichtigung erfahren. So ist die Einwerbung von Drittmitteln in den Jahren 2017 und 2018 gesteigert worden. Auch die Anzahl an Publikationen in hochrangigen wissenschaftlichen Journalen konnte erhöht werden. Seit 2016 wurden 8 Patente eingereicht. Es enttäuscht mich maßlos, dass das FBN ausgerechnet in dieser Phase so einen herben Rückschlag einstecken muss“, erklärt der Minister, der dem Institut den Rücken stärken will. „Ich verstehe und akzeptiere, dass die Leibniz-Gemeinschaft den Anspruch hat, dass in ihren Mitgliedsinstituten herausragende Forschung betrieben wird. Das ist angesichts der Finanzmittel, die von Bund und Ländern für diese Forschung bereitgestellt werden, berechtigt und notwendig. Evaluierungen zur Bewertung der wissenschaftlichen Leistung sind für die Weiterentwicklung der Institute und zum Erhalt des hohen wissenschaftlichen Standards essentiell. Dennoch werbe ich eindringlich dafür, aus den Ergebnissen der Evaluierung eine andere Schlussfolgerung zu ziehen“, so der Minister. Regierung Mecklenburg-Vorpommern
28.11.2019 Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN appelliert mit ihrer Kampagne „Fabelhaft – Nicht Mangelhaft“, Hunde und Katzen aus dem Tierheim zu adoptieren. Denn allein in Deutschland warten, teilweise schon seit Jahren, Tausende Haustiere darauf, ein neues Zuhause zu kommen. Besonders schwer ist eine Vermittlung von schon betagten Tieren oder solchen mit Handicaps. „Eine Adoption ist eine Win-Win-Situation, weil man einem Tier hilft, indem man ihm ein Zuhause gibt und weil man einen treuen Begleiter bekommt, der einen bedingungslos liebt. Jetzt in der Vorweihnachtszeit haben viele Tierheime Adoptionsstopp. Also einen Zeitraum, in dem Tiere nicht sofort ins neue Zuhause dürfen. Tierheime machen dies oft zur Weihnachtszeit, damit die Schützlinge nicht doch noch als Geschenk unterm Tannenbaum landen. Dazu herrschen während der Feiertagszeit meist andere Abläufe im Haus, was es für die Tiere schwerer macht, sich einzugewöhnen. Auch Silvester bedeutet für viele Heimtiere Stress und Angst. Die vermittlungsfreie Zeit ist eine gute Gelegenheit, sich in Ruhe in den Tierheimen umzuschauen. Man kann die Tiere besuchen und prüfen, wer zu einem passt. So hat auch der Hund oder die Katze, die Chance seine neue Familie kennenzulernen“, erklärt Heimtierexpertin Sarah Ross. Doch sollte sich jeder, der ein Haustier aufnehmen möchte, zuerst über die besonderen Anforderungen eines jeden Tieres bewusst werden. Denn Hunde und Katzen benötigen oft sehr viel Zeit, Beschäftigung und Auslauf. Nicht nur bei älteren Tieren sollten zudem mögliche Tierarztkosten mit einberechnet werden. Doch jedes Tier, egal ob alt oder jung, mit drei Beinen oder halbblind kann eine große Bereicherung für jede Familie sein. „Ein Hund oder eine Katze aus dem Tierheim ist niemals zweite Wahl. Es sind Lebewesen, keine Produkte. Tiere mit kleinen Makeln haben es oft besonders schwer, dabei haben gerade sie ein liebevolles Zuhause verdient. Es lohnt sich beim Tierheimbesuch genauer hinzusehen und sich Zeit zu nehmen“, so die Expertin. „Der bullige Pittbull kann sich als echte Schmusebacke entpuppen und ein tierischer Senior ist meist viel ruhiger und ausgeglichener als ein verspieltes Jungtier. Tiere aus dem Tierheim haben so viel zu geben, man muss sie nur lassen. Mit einer Adoption hat jeder von uns die Chance einem Tier zu helfen und Menschlichkeit zu zeigen“, erklärt Ross abschließend. Auf der Internetseite von Vier Pfoten können detaillierte Informationen über das Thema Adoption abgerufen werden. VIER PFOTEN
28.11.2019 Für ihre Forschungsarbeit "Reproduktion bei weiblichen Feldhamstern: WELCHE Faktoren entscheiden über den Erfolg?" wird die Wiener Verhaltensbiologin Carina Siutz am 5. Dezember mit dem Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung ausgezeichnet. „Niemand weiß, warum sich die Stadthamster Wiens so prächtig vermehren", sagt Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Erkenntnisse aus der Arbeit von Frau Siutz sind auch für den Feldhamsterschutz in Deutschland von hoher Bedeutung." Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird bereits zum 12. Mal vergeben. Die Verleihung findet um 18.30 Uhr in den Räumen des Hamburger Zoologischen Museums des Centrums für Naturkunde, Universität Hamburg, Bundesstraße 52, 20146 Hamburg, statt. Presseportal
27.11.2019 Nach der Großdemonstration von rund 40.000 Landwirtinnen und Landwirten in Berlin am vergangenen Dienstag sucht Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner nun das Gespräch mit den Bauern. Sie habe gemeinsam mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zahlreiche Vertreter der Landwirtschaft für den 2. Dezember 2019 zu Gesprächen nach Berlin eingeladen. Weiterhin werde es am 21. Januar 2020 auf der Internationalen Grünen Woche eine Diskussionsveranstaltung "Landwirtschaft und Gesellschaft" geben, gefolgt von einer Reihe von Gesprächen, zu denen sie ab Februar in Mittelstädte und ländliche Regionen komme werde, um mit Landwirten, Bürgern, Medien und Umweltverbänden gemeinsam über die Zukunft der Landwirtschaft zu sprechen. BMEL Inside: Landwirte machen ihrem Unmut Luft und fordern Dialog
27.11.2019 Immer häufiger treten auch in Deutschland Infektionen mit multiresistenten Erregern auf. Neben einem gewissenhafteren und sparsameren Einsatz von Antibiotika, sorgfältiger Hygiene und der Ausschöpfung von Impfmöglichkeiten muss auch dringend nach neuen antibiotischen Wirkstoffen sowie neuen Bekämpfungsmöglichkeiten von Bakterien geforscht werden. Anlässlich des Thementages Antibiotika am 26. November 2019 im ZDF teilte die das Dilemma der forschenden Pharma-Unternehmen mit: Solche Medikamente können unter den bestehenden Marktgegebenheiten ihre Entwicklungskosten nur selten wieder einspielen, da sie zwangsläufig als Reserveantibiotika eingestuft und nur in Ausnahmefällen zur Anwendung kämen. Dieses Dilemma ließe sich jedoch überwinden, wenn die ökonomischen Handicaps für diese Mittel durch bessere Rahmenbedingungen ein Stück weit ausgeglichen würden. „Länderübergreifend könnte die klinische Erprobung von Antibiotika gefördert werden; und es sollte für die erfolgreiche Entwicklung solcher Antibiotika eine Prämie geben, die wenigstens einen Teil der Entwicklungskosten refinanziert", schlägt Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) vor. Zudem sollte einem Antibiotikum die Fähigkeit, eine Resistenz zu überwinden, in der frühen Nutzenbewertung als Zusatznutzen angerechnet und in den anschließenden Preisverhandlungen berücksichtigt werden." Neben neuen Antibiotika werden derzeit auch andere Mittel gegen Bakterien entwickelt, darunter Mittel, die schädliche Bakterien "entwaffnen", ohne sie zu töten. Auch Bakterien-befallende Viren, sogenannte Bakteriophagen, werden erprobt und dürfen bereits im Einzelfall angewendet werden. vfa
27.11.2019 „Mindestens einmal im Jahr zum Tierarzt“ empfiehlt der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), denn nur dann zeigen sich Krankheitssymptome oft noch rechtzeitig. Konsequente Schutzimpfungen bieten nach wie vor den einfachsten und wirksamsten Schutz gegen virale oder bakterielle Infektionen. Doch die Zahlen zeigen ein anderes Bild: nur etwa die Hälfte aller in Deutschland lebenden Hunde und nur ein Drittel der mehr als 15 Millionen Katzen verfügen über einen ausreichenden Impfschutz vor zum Teil tödlichen Infektionskrankheiten. Nachlässigkeit, aber auch Wissensdefizite der Halter spielen dabei eine ursächliche Rolle. Erst wenn 70 Prozent der Tiere regelmäßig geimpft werden, ist ein wirksamer Seuchenschutz, die so genannte Populationsimmunität, gegeben. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt deshalb für Hunde regelmäßige Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC (Ansteckende Leberentzündung), und Tollwut. Katzen sollten gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und im Falle von Freigängertieren auch gegen die Tollwut geimpft sein. Der behandelnde Tierarzt weiß, welche Impfungen nötig sind, kennt die aktuelle Seuchenlage, führt u. U. einen Bluttest auf noch vorhandenen Impfschutz durch und ist über die neuesten Empfehlungen der StIKo Vet informiert. bpt
27.11.2019 Autonom fahrende Traktoren, Drohnen zum Überwachen des Pflanzenbestands oder datengestützter Einsatz von Betriebsmitteln zeigen, dass die Digitalisierung längst Einzug in die Landwirtschaft gehalten hat. Die Technische Universität Kaiserslautern (TUK) hat nun auch eine Professur zum Digital Farming ins Leben gerufen. Bei dieser neuen Professur soll eine Kooperation zwischen der TUK, dem Fraunhofer IESE mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und zahlreichen, in der Nähe des Unicampus gelegenen Technologieunternehmen entstehen. Der neu gegründete Förderverein Digital Farming e.V. unterstützt das Projekt mit finanziellen Mitteln. „Wir freuen uns, unser Forschungsprofil und Studienangebot durch die neue Professur ‚Digital Farming’ auf innovative Weise weiter verstärken zu können. Damit entsteht eine Arbeitsgruppe, die sich dezidiert diesem interdisziplinären, immer wichtiger werdenden Thema widmen kann“, erläutert Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, Vize-Präsident für Forschung und Technologie der TU Kaiserslautern. „Die hohen gesellschaftlichen und regulatorischen Anforderungen an eine moderne, europäische Landwirtschaft erfordern kontinuierlich neue Talente, Technologien und Geschäftsmodelle. Die Professur unterstützt Landwirte und Agrarindustrie dabei, die digitale Transformation erfolgreich mitzugestalten“, ergänzt der Vorsitzende des Fördervereins Digital Farming e.V., Dr. Matthias Nachtmann. Technische Universität Kaiserslautern
26.11.2019 Angesichts der steigenden Zahl von Krankheits- und Todesfällen durch multiresistente Keime beschäftigt sich das ZDF am heutigen Dienstag ab 20.15 Uhr in vier Sendungen mit dem Themenschwerpunkt Antibiotika und -resistenzen. Die "ZDFzeit"- Doku "Killerkeime - Wenn Antibiotika nicht mehr wirken" setzt sich mit dem realistischen, aber nicht realen Szenario auseinander, dass ein gegenüber allen gängigen Antibiotika resistenter Keim in einem Krankenhaus grassiert. Die Doku verdeutlicht, welchen Herausforderungen die Medizin in einem solchen Fall gegenübersteht. Ab 21 Uhr begibt sich das „Frontal 21-Team“ auf Spurensuche nach Medikamentenrückständen in Abwasser, Flüssen und Seen, denn hierzulande gibt es nur wenige Klärwerke, die Arzneimittelrückstände eliminieren können, was bei Antibiotika gefährlich ist. Danach folgt um 22.15 Uhr "37°" mit "Der unsichtbare Feind - Ein Leben mit dem Keim". In dem Report geht es um zwei Frauen, die an einer chronischen Infektion leiden, die durch multiresistente Keime ausgelöst wurde. Abschließend fragt "Leschs Kosmos" um 22.45 Uhr: „Wer stoppt die Killerkeime? Neue Wege der Medizin". Die Sendungen sind auch alle in der ZDF-Mediathek zu finden. ZDF
26.11.2019 Am heutigen Dienstag werden in Berlin rund 10.000 Bauern aus dem gesamten Bundesgebiet mit mehr als 5.000 Traktoren zu einer erneuten Großkundgebung gegen das geplante Agrarpaket der Regierung erwartet. Unter anderem geht es gegen die schärferen Düngevorschriften, das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund "Mercosur" und Verunglimpfung von Bauern, das sogenannte Bauern-Bashing. „Landwirtschaft in Deutschland braucht Unterstützung und eine Zukunftsperspektive ohne Überregulierung und Verbotspolitik. Notwendig ist eine grundlegende Überarbeitung des Aktionsprogramms Insektenschutz. Es ist nicht die Frage, ob wir Insektenschutz machen, sondern nur wie: Kooperativer Naturschutz muss der Weg sein. Das heißt Landwirte, Politik und Gesellschaft müssen gemeinsam Lösungen finden, wie sich Natur- und Artenschutz weiter verbessern lassen, unter Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Wir wollen den Dialog und wir benötigen konkrete, praxistaugliche Ergebnisse“, fassen Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Eberhart Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd und Umweltbeauftragter des DBV, die Forderungen zusammen. Unterstützung erhalten die Landwirte unter anderem von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die auf mehr Wertschätzung für deren Arbeit hofft: „Pauschale Vorwürfe sind oft und schnell zur Hand - von Ackergiften, von Tierquälern, von Umweltverschmutzern ist die Rede“, sagte die Ministerin gegenüber dem Tagesspiegel. Doch auch Gegner der Proteste meldeten sich zu Wort: Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert von der Landwirtschaft mehr Engagement gegen die Nitratbelastung im Grundwasser. „Anstatt Demonstrationen zu organisieren, sollten die Landwirte sich lieber konstruktiv in die Lösung des Problems einbringen", erklärte der BDEW. Die Bundesregierung müsse den EU- Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter im Grundwasser national festschreiben, um Strafzahlungen und Düngeverbote zu vermeiden. DBV Merkur
26.11.2019 Nach dem letzten Lebensmittelskandal, dem drei Menschen zum Opfer gefallen sind, weil sie mit Listerien belastete Produkte verzehrt haben, hat sich herausgestellt, dass der Verursacher, der hessische Wursthersteller Wilke, statt monatlich nur alle drei Monate kontrolliert worden ist. Trotzdem soll im Sommer 2020 eine neue Kontrollverordnung der Bundesregierung in Kraft treten, die deutlich seltenere routinemäßige Lebensmittelkontrollen als bisher nach sich ziehen würde. Das geht aus einem aktuellen Referentenentwurf des Ministeriums hervor, der BR Recherche und der Zeitung "Welt" vorliegt. Zudem sollen die Betriebe in neue Risikoklassen eingeteilt werden, was für Kritik sorgt. Die bisherigen Kontrollfristen sollen zusätzlich verlängert werden. „Das bedeutet beispielsweise, dass bisher vierteljährlich zu kontrollierende Betriebe nur noch halbjährlich und bisher monatlich zu kontrollierende Betriebe nur noch vierteljährlich einer amtlichen Routinekontrolle zu unterziehen sind", erläutert Anja Tittes, Bundesvorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure. Für den Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) würde die neue Kontrollverordnung bedeuten, dass von aktuell circa 4.000 Plankontrollen rund 1.000 Kontrollen wegfallen würden. „Das ist eine schleichende Erosion des Personalkörpers in der Lebensmittelüberwachung", mahnt Holger Vogel, Präsident des BbT und Leiter des Veterinäramts Vorpommern-Greifswald. „Dabei kriechen die Veterinäre der Lebensmittelüberwachungsbehörden schon jetzt auf dem Zahnfleisch, vor allem in Süddeutschland." Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jedoch weist die Vorwürfe zurück. Bei den Neuregelungen gehe es darum, mit dem Wegfall von Plankontrollen bei unauffälligen Unternehmen mehr Kapazitäten für Kontrollen in bereits auffällig gewordenen Betriebe zu schaffen. Tagesschau
26.11.2019 Der bisherige Vizepräsident Dr. Rainer Schneichel ist zum neuen Präsidenten der Landestierärztekammer (LTK) Rheinland-Pfalz gewählt worden. Neuer Vizepräsident wurde Dr. Christian Cegla. Den Vorstand vervollständigen die beiden Beisitzer Linus Klasen und Dr. Inka Schlemmer. Neuwahlen waren notwendig geworden, nachdem am 13. November 2019 die vorherige Präsidentin Dr. Monika Hildebrand nach nur 18 Monaten Amtszeit zurückgetreten war. Schneichels erste Herausforderung ist es, die finanzielle Schieflage des Kammerhaushaltes so schnell wie möglich und in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Rechtsaufsicht des Ministeriums zu beseitigen. „Wir werden als Präsidium gemeinsam mit allen unseren Mitgliedern die Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz wieder auf ein solides, zukunftsfähiges Fundament stellen“, bekräftigte Schneichel sein Ziel. Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz
25.11.2019 Die Verordnung von Antibiotika bei unkomplizierten Erkrankungen ist in der Humanmedizin nach wie vor auf einem zu hohem Niveau. Das sagte Prof. Dr. Andreas Michalsen auf einem Fachkongress anlässlich des 12. Europäischen Antibiotikatags am 18. November 2019 in Berlin. Dabei sei ein zurückhaltender Einsatz chemisch-synthetischer Antibiotika essenziel, um ihre Wirksamkeit zu bewahren. Andernfalls könnten Antibiotikaresistenzen laut Weltgesundheitsorganisation WHO 2050 die häufigste Todesursache weltweit sein. Daher ist es wichtig, Antibiotika nur bei einer tatsächlichen medizinischen Indikation einzusetzen. Für banale Infektionen habe die Natur wirkungsvolle Alternativen wie beispielsweise pflanzliche Senföle zur Behandlung von Blasenentzündungen und Erkältungskrankheiten zu bieten. Der Einsatz von Antibiotika muss jedoch nicht nur in der Humanmedizin dringend verringert werden. VetMAB.de hilft bei der Antibiotikaminimierung im Stall. ots
25.11.2019 Die Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt immer näher an Deutschland heran. Um einen Eintrag zu vermeiden, weitet das Land Brandenburg nun die Maßnahmen zur Früherkennung aus. So werden ab Beginn des nächsten Monats die Kosten für eine ASP- Untersuchung bei verendeten oder erlegten Wildschweinen vom Land übernommen. Demnach erhalten Jäger, die verendete Wildschweine melden und ihnen eine Blutprobe entnehmen, 50 Euro statt bisher 30 Euro, wie der rbb berichtet. Nach dem Fund von 20 mit der Tierseuche infizierten Wildschweinen in der nur 80 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernten Wojwodschaft Lebus suchen 100 Freiwillige und 150 Soldaten nach weiteren verendeten Tieren. Um besondere Wachsamkeit bittet der Deutsche Jagdverband. Tote Wildschweine auf deutscher Seite müssten sofort gemeldet werden. Spaziergänger und Jäger sind derzeit dazu aufgerufen, die Funde toter Tiere an die zuständigen Veterinämter zu melden. rbb
25.11.2019 Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Koordinations- und Meldestelle fand in Österreich eine Fachtagung "Plattform Wildkatze" auch mit ExpertInnen aus Deutschland und der Schweiz statt, bei der die aktuelle Situation der Europäischen Wildkatze zur Diskussion stand. Für das als regional ausgestorben bzw. verschollen geführte Säugetier gab es zwar in der Vergangenheit einzelne Sichtungsnachweise. Doch für eine permanente Rückkehr fehlt es noch an nationalen Schutzmaßnahmen. Um die Wiederausbreitung der seltenen Wildkatze umzusetzen, hat die „Plattform Wildkatze“ acht Maßnahmenpunkte präsentiert. Unter anderem benötigen die ExpertInnen speziell von Jungtieren mehr Nachweise und fordern zudem umfassendere finanzielle Mittel. Weiterhin muss laut Plan die Bevölkerung mehr sensibilisiert werden, damit sich Haus-und Wildkatzen nicht unkontrolliert vermischen. Dafür ist es von Nöten, dass freilaufende Hauskatzen sterilisiert bzw. kastriert werden. Weiterhin sehen die ForscherInnen eine wissenschaftliche Erhebung bestehender und möglicher Wildtierkorridore sowie die länderübergreifende Koordinierung eines Korridornetzes als notwendig an. Für die Umsetzung der Maßnahmenpunkte werden viele Verbündete gebraucht, angefangen von Beteiligten der Plattform über die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen, bis hin zu jedem einzelnen, der eine wildkatzenfarbige Katze sieht, fotografiert oder am Straßenrand findet. Jede Meldung und jeder wiederhergestellte Wanderkorridor sind wichtig, damit die Wildkatze in Österreich langfristig heimisch werden kann. Naturschutzbund Österreich
22.11.2019 Um ihren Katzen einen stressarmen Besuch beim Tierarzt zu ermöglichen, sollten Tierhalter ihre Vierbeiner behutsam auf diesen vorbereiten. Denn für die sensiblen Stubentiger bedeutet jede Veränderung großen Stress. Das Tier kann dann auch schnell gereizt und aggressiv reagieren und erschwert dem behandelnden Tierarzt zudem seine Arbeit. Dieser Stress kann auch körperliche Reaktionen auslösen, die die Untersuchungsergebnisse sogar verfälschen können. Auch wenn sich junge Kätzchen leichter ablenken lassen und eher ein neugieriges Verhalten an den Tag legen, sollten die Tierhalter diese schon früh an den Transport im Katzenkorb gewöhnen. Dieser sollte, am besten mit Kuscheldecke und Leckerli ausgestattet, schon zeitig und stets frei zugänglich im Haushalt stehen, sodass die Katzen diese regelmäßig zum Eingewöhnen aufsuchen können. Fühlt sich der Stubentiger wohl in seiner „Höhle“, kann der Halter die Box zuerst ein Weilchen in der Wohnung herumtragen, denn es ist wichtig, dass die Gewöhnung an einen Transport in kleinen Schritten erfolgt. Bei ganz ängstlichen Katzen empfiehlt es sich, für den ersten Transport nicht unbedingt direkt den Tierarztbesuch zu wählen, damit die Transportbox mit möglichst positiven Erfahrungen verknüpft wird. Das mindert nicht nur den Stress für die Katze, sondern auch für Tierarzt und Katzenhalter. Außerdem gibt es speziell katzenfreundlich eingerichtete und organisierte Praxen. Was das genau bedeutet und wie Tierarztpraxen mit einfachen Mitteln katzenfreundlicher gestaltet werden können, erfahren Tierarzthelferinnen und Tiermedizinische Fachangestellte in einem Webinar von PetCampus mit Katzenexpertin Dr. Angelika Drensler. Presseportal
22.11.2019 Ebenso wie Menschen werden auch unsere Haustiere mit zunehmendem Alter gemütlicher und entwickeln ein größeres Schlaf- und Ruhebedürfnis. Außerdem steigt im Alter das Risiko, dass die Tiere Krankheiten entwickeln, häufig auch chronische Leiden. Bei der Katze kommen im Alter zunehmend chronische Nierenerkrankungen vor. Hunde leiden im Alter häufiger an Arthrose. Hinzukommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Tumore, Zahnprobleme sowie Leber- und Schilddrüsenerkrankungen. "Wenn das Tier schlecht läuft, wenig frisst oder immer wieder hustet, dann ist ein Besuch beim Tierarzt angezeigt", erklärt Dr. Karl-Heinz Schulte, zweiter Vizepräsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, gegenüber der Apotheken Umschau. Er rät Tierhaltern, mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zum Tierarzt zu gehen, damit Erkrankungen möglichst früh erkannt und behandelt werden können. Meist gibt es verschiedene Therapieoptionen, die häufig auch miteinander kombiniert werden können und sollten, um den größtmöglichen Therapieerfolg zu erzielen. Dies ist Ziel der Integrativen Tiermedizin, die multimodale Behandlungsmethoden einbezieht. Mit diesen multimodalen Therapieoptionen beschäftigt sich auch die gleichnamige E-Learning-Reihe für Tierärztinnen und Tierärzte von Myvetlearn.de, die sich mit dem Thema Arthrose, Nieren- und Lebererkrankungen sowie mit den verschiedenen Behandlungsansätzen bei Gesäugeerkrankungen befasst. Apotheken-Umschau E-Learning-Reihe Integrative Tiermedizin bei Hund und Katze
22.11.2019 Am vergangenen Mittwoch (20.11.19) hat das Bundeskartellamt grünes Licht für die Fusion der Unternehmensgruppen Reinert und Kemper gegeben. Unter dem künftigen Firmennamen „The Family Butchers“ werden die beiden Unternehmen zum zweitgrößten Fleischverarbeiter nach der Tönnies Gruppe. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, erklärt nach der Entscheidung für die Großfusion: „Auch nach der Fusion gibt es für Abnehmer und Lieferanten noch hinreichende Alternativen. Trotz der seit einigen Jahren fortschreitenden Konzentration der Branche gibt es in Deutschland weiterhin eine ganze Reihe mittelständischer Fleisch- und Wurstwarenhersteller. Die gemeinsamen Marktanteile von Kemper und Reinert sind auf den verschiedenen Märkten der Fleischverarbeitung nicht höher als zehn bis 20 Prozent. Die Lebensmitteleinzelhandelskonzerne verfügen außerdem über eine hohe Nachfragemacht und haben zum Teil auch eigene Fleischwerke.“ Zusammen werden die beiden Gruppen nach ihrem Zusammenschluss "ein breites Sortiment von Preiseinstiegsprodukten bis hin zu Premium-Herstellermarken" anbieten und einen Umsatz von mehr als 700 Millionen Euro einfahren. Marktführer Tönnies könnte durch den Zusammenschluss im harten Wettbewerb mit Wurstprodukten also mehr Konkurrenz bekommen. Bundeskartellamt
22.11.2019 Auf der Ostseeinsel Usedom könnte der Wolf angekommen sein. Zumindest lässt das ein Rissvorfall in einer gewerblichen Schafhaltung mit insgesamt 135 Tieren am vergangenen Dienstag vermuten. Ein Rissgutachter konnte vor Ort frische DNA-Spuren sicherstellen. Eine Genetikuntersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt am Main soll nun abklären, ob es sich bei dem Übeltäter tatsächlich um einen Wolf handelt. Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV
22.11.2019 Ein Richter am Landesgericht München hat einen Tierarzt zu einer Zahlung in Höhe von 250.000 Euro verurteilt, nachdem dieser ein wertvolles Dressurpferd mit einem homöopathischen Mittel gegen Husten behandelt hat. Das Pferd verstarb nach der Beahndlung an einem anaphylaktischen Schock, nachdem der Tierarzt die Homöopathika unter anderem über vorher entnommenes Blut injiziert hatte. Daraufhin krampfte das Tier und brach zusammen. Der behandelnde Tierarzt legte nun gegen dieses Urteil Berufung ein, wie die Frankenpost berichtet. „Ich habe rein medizinisch nichts falsch gemacht“, so der Tierarzt. Die Richter des OLG empfahlen dem Beklagten jedoch, seine Berufung zurückzuziehen, da dieser die Halterin nicht über die Risiken der Behandlung aufgeklärt habe und die Berufung dadurch kaum Erfolg haben würde. Der Tierarzt hatte jedoch argumentiert, dass eine neuerliche, umfängliche Risiko-Aufklärung vor jeder Spritze sehr viel Zeit koste und deswegen kaum möglich sei. Eine Entscheidung will das OLG am 9. Januar verkünden. Frankenpost
22.11.2019 Dr. Till Backhaus, Umweltminister des Landes Mecklenburg- Vorpommern, wird vorgeworfen, dass er Informationen zu Wolfsrissen, in diesem Fall den Problemwolf mit der Kennung GW924m betreffend, nicht öffentlich macht. Der benannte Wolf hatte in Schleswig-Holstein mehrfach in Tierbeständen Tiere in gesicherten Herden gerissen und ist dann offensichtlich nach Mecklenburg-Vorpommern gewandert. Backhaus weist die Vorwürfe jedoch zurück: „Mein Haus informiert zu allen Themen unseres Zuständigkeitsbereiches umfassend und transparent. Auch über die Entwicklung der Wolfspopulation setzen wir die Bürgerinnen und Bürger in Kenntnis. Zuletzt geschehen Mitte Oktober dieses Jahres.“ Zur Zeit werde eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für die Entnahme des Problemwolfs, der nachweislich auch in Grambow Nutztiere gerissen hat, geprüft. Doch ohne Berücksichtigung der Rissvorfälle in Schleswig-Holstein würde der Rissvorfall in Grambow nicht ausreichen, um die artenschutzrechtliche Ausnahme zu begründen, da in Grambow kein Grundschutz gemäß Managementplan Wolf Mecklenburg- Vorpommern gegeben war. „Prinzipiell befürworte ich den Abschuss von GW924m, da er eine Gefahr darstellt, egal in welchem Bundesland er sich aufhält. Gleichwohl müssen wir uns an Recht und Gesetz halten“, unterstrich der Minister. Regierung Mecklenburg-Vorpommern
22.11.2019 Die Temperaturen fallen immer weiter und der Herbst verabschiedet sich schon bald. Bevor die Weidesaison für die meisten Pferde endet, sollten die Tiere unbedingt noch gegen Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln entwurmt werden. Wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) auf seiner Seite mitteilt, sollten bei jungen Pferden Produkte angewendet werden, die auch gegen eingekapselte Larvenstadien der kleinen Strongyliden wirksam sind. Falls die Larven nicht vollständig erfasst werden, können diese nach dem Schlüpfen im nächsten Frühjahr Durchfälle und schwerwiegende Erkrankungen verursachen. Mehr Infos zu den Wurmarten und geeigneten Produkten zur Entwurmung erhalten Sie auf der Internetseite des BfT. BfT
22.11.2019 Nachdem Bundeslandwirtschaftsministerin Dr. Julia Klöckner im Juli diesen Jahres den Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) aufgefordert hatte, den Einsatz von Reserveantibiotika zu reduzieren, hat dieser wiederum nun seine Vorschläge unterbreitet, wie Topagrar berichtet. Der ZDG schlägt vor, dass das Reserveantibiotikum Colistin ab Ende 2023 in Hähnchen- und Putenställen nicht mehr verwendet und der Einsatz von Fluorchinolonen um 20 Prozent gesenkt werden soll. Jedoch fordert der Geflügelverband, dass diese Wirkstoffe nicht komplett verboten werden. Bestimmte Beschränkungen, die andere Wirkstoffe betreffen, sollen auf Wunsch des Verbandes entfallen. Auf der Wunschliste des ZDG stehen zudem die Anpassung der Wartezeiten für Fluorchinolone und Tetrazykline, die Forderung nach der Weiterverwendung von Formaldehyd zu Desinfektionszwecken sowie von CE-Kulturen und Bakteriophagen. Topagrar
21.11.2019 Im Westen Polens, nur etwa 80 km von der Grenze zu Brandenburg entfernt, sind bereits zwei Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei tot aufgefundenen Wildschweinen nachgewiesen worden. Weitere Kadaver, die in der Nähe der Fundorte in der Wojwodschaft Lebus gefunden worden sind, wurden ebenfalls untersucht. Nun liegen die Ergebnisse vor: es sind 18 weitere Tiere mit dem ASP-Virus infiziert. Das teilte der polnische Veterinärdienst mit. Damit sind in Lebus bereits 20 Wildschweine an der ASP verendet. Unterdessen geht die Suche nach weiteren toten Tieren in der Gegend weiter. Außerdem wurde in Polen damit begonnen, weitreichende Zäune um die erste Fundstelle zu errichten, um infizierte Tiere am Abwandern und der Weiterverbreitung des Virus zu hindern. Spiegel Online
21.11.2019 Am kommenden Samstag (23.11.19) um 15 Uhr lädt die Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover Hundefreundinnen und Hundefreunde zu einem gemeinsamen Hundespaziergang in Kirchrode ein. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, sich beim „Walk and Talk“ mit dem Team der TiHo über geeignetes Futter und Bewegungstherapie für ihren Vierbeiner zu informieren sowie sich über eventuelle Wehwehchen auszutauschen. Treffpunkt für die Tour ist die Klinik für Kleintiere der TiHo, Bünteweg 9, 30559 Hannover. Das Team bittet für ihre Planung um eine vorherige Anmeldung per mail an presse@tiho-hannover.de. TiHo Hannover
21.11.2019 Eine Studie der Queen's University in Belfast hat ergeben, dass für viele Tierarten Lärm, der von Menschen verursacht wird, einen besonderen Stressfaktor darstellt. Wie die Forscher Hansjoerg Kunc und Rouven Schmidt erläutern, seien neben zahlreichen Amphibien auch Gliederfüßler, Vögel, Fische, Säugetiere, Weichtiere und Reptilien betroffen und reagierten besonders geräuschempfindlich. Sie betrachten den vom Menschen verursachten Lärm als einen der weltweit größten schädlichen Einflüsse auf die Tierwelt und als ernste Form der Umweltverschmutzung. „Unsere Analysen liefern den nötigen quantitativen Beweis für Gesetzgeber, um diesen Stressfaktor für die Umwelt effektiver zu regulieren", so die Forscher abschließend. Schweizerbauer
21.11.2019 Die Ergebnisse des Zoonose-Monitorings sind beinahe durchweg unerfreulich und fallen schlecher aus als im Vorjahr. So liegen die Nachweisraten von Campylobacter spp. bei Masthähnchen unverändert auf einen hohem Niveau. Das ist eines der Ergebnisse des Zoonosen-Monitorings 2018. Demnach wurden knapp die Hälfte der Halshautproben von Masthähnchenschlachtkörpern (46,3 %) und der Proben von frischem Hähnchenfleisch (47,8 %) positiv auf Campylobacter getestet. Knapp ein Viertel der Schlachtkörper wies Campylobacter-Keimzahlen von über 1.000 KbE/g auf. Das zum vergangenen Jahr eingeführte Prozesshygienekriterium habe somit noch nicht zu einer nennenswerten Senkung der Campylobacter-Belastung bei Masthähnchen geführt, erklärte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin. Im Jahr 2017, vor Einführung des Prozesshygienekriteriums, hatten 22,7 % der Schlachtkörper den besagten Wert überschritten. Betrachtet man das Salmonellen-Monitoring, fällt das Ergebnis für 2018 noch deutlich unerfreulicher aus: In Halshautproben von Mastputenschlachtkörpern wurden in 22,7 % der untersuchten Proben Salmonellen nachgewiesen und damit fast doppelt so häufig nachgewiesen wie im Zoonosen-Monitoring 2016 (11,9 %). Die Tiere selbst waren dagegen nur selten Träger von Salmonellen (0,2 % positive Proben von Blinddarminhalt). Die Nachweisrate von Salmonellen in Proben von frischem konventionell erzeugtem Putenfleisch lag bei 4,0 % und damit ebenfalls etwas höher als im vorherigen Untersuchungsjahr (2,6 %). Steigende Kontaminationsraten von Schlachtkörpern bei geringer Belastung der Tiere verdeutlichen, dass Verbesserungen der Hygienepraktiken bei der Geflügelschlachtung notwendig sind, da es offenbar zu Kreuzkontaminationen bzw. einer Verschleppung von Keimen aus der Schlachtumgebung auf die Schlachtkörper kommt. ESBL/AmpC-bildende E. coli wurden in etwa der Hälfte der untersuchten Kotproben aus konventionellen Mastputenbetrieben (51,8 % positive Proben) und in 37,6 % der Proben von konventionell erzeugtem Putenfleisch nachgewiesen. Im Vergleich hierzu waren Kotproben aus ökologisch wirtschaftenden Mastputenbetrieben und insbesondere Proben von ökologisch erzeugtem Putenfleisch mit Nachweisraten von 36,8 % bzw. 12,2 % deutlich seltener positiv für ESBL/AmpC-bildende E. coli. Die Ergebnisse der Antibiotikaresistenzuntersuchungen zeigen zudem, dass die Resistenzraten in den Lebensmittelketten Masthähnchen und Mastpute unter den Nutztieren am höchsten sind, was den im Vergleich zu Rindern und Schweinen häufigeren Einsatz von Antibiotika bei dieser Tiergruppe widerspiegelt. Auffallend ist, dass E.-coli-Isolate aus ökologischen Mastputenbetrieben und aus ökologisch erzeugtem Putenfleisch insgesamt deutlich niedrigere Resistenzraten (48,2 %) aufwiesen als die entsprechenden Isolate aus der konventionellen Produktion (77,3 %). Außerdem traten bei Isolaten aus der ökologischen Produktion seltener Multiresistenzen gegen drei oder mehr Substanzklassen auf als bei Isolaten aus Mastputenbetrieben und Putenfleisch der konventionellen Produktionsform (17,7 % vs. 42,9 %). Diese Unterschiede stehen vermutlich mit der im Vergleich zu konventionellen Tierhaltungen geringeren Therapiehäufigkeit mit Antibiotika in ökologischen Betrieben im Zusammenhang. BVL
20.11.2019 Mit Hilfe des digitalen Bestäubungsrechners www.bestaeubung-neu-gedacht.de des Online-Netzwerks BEEsharing können Landwirte künftig die notwendige Bestäubungsleistung für ihre Anbauerzeugnisse einfach und schnell selbst kalkulieren. Im Nu kennt der Landwirt die Anzahl notwendiger Honigbienen, Mauerbienen und Hummeln. Gleichzeitig zeigt die Webseite des Hamburger Start-ups den zu erwartenden Mehrertrag an. „Eine professionelle Bestäubungsplanung ist damit für landwirtschaftliche Betriebe nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll", erklärt Otmar Trenk, Gründer und Geschäftsführer von BEEsharing. Während Mauerbienen und Hummeln im deutschsprachigen Raum künftig sowohl online als auch über die zahlreichen BEEsharing-Vertriebspartner bezogen werden können, sind Honigbienen und deren Bestäubungsleistung weiterhin ausschließlich über das Online Netzwerk erhältlich. Künftig wird dort auch ein E-Learning für Landwirte zum Umgang mit Bestäubern und zur Eigenzucht von Mauerbienen sowie mit Tipps für sinnvolle Wildbienenmaßnahmen angeboten werden. Unter Myvetlearn.de finden Tierärztinnen und Tierärzte einen E-Learning Grundkurs Bienen, der Grundlagenkenntnisse über Bienenhaltung, Bienenkrankheiten und die tierärztliche Betreuung von Bienen vermittelt. Die Online-Fortbildung ist außerdem zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet. Bestäubungsrechner BEEsharing Grundkurs Bienen - E-Learning für Tierärzte
20.11.2019 In Österreich werden immer mehr Heimtiere gehalten. Besonders beliebt ist -ebenso wie in Deutschland- mit 2.034.000 die Katze. Im Jahr 2018 lebten knapp vier Millionen Heimtiere in Österreich. „Heimtiere sind aus österreichischen Haushalten nicht wegzudenken und dadurch stellen diese auch einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar“, stellt Kurt Essmann, Obmann des Zoofachhandels in der Wirtschaftskammer Wien, klar. Allein der Umsatz mit Futtermittel beträgt in Österreich mehr als eine halbe Milliarde Euro, wobei der Markt ebenfalls mit rund 300 Millionen Euro deutlich von den Katzen beherrscht wird. Doch obwohl die österreichische Hundepopulation mit 827.000 nicht einmal halb so groß ist wie die der Katzen, sind die Besitzer häufig besonders spendierfreudig und auch der größere Futterbedarf ist ein wichtiger Umsatzfaktor. So wurde 2018 rund 215 Millionen Euro mit Hundenahrung umgesetzt. Ein weiterer Eckpfeiler der Branche sind der Verkauf von Zubehör- und Pflegeprodukten, wobei hier für den Markt im Vergleich zu den Nachbarländern in der DACH-Region noch Steigerungspotenzial besteht. 2018 wurden in Österreich knapp 117 Millionen Euro in diesem Bereich umgesetzt. Insgesamt wurden im europäischen Zoofachhandel 2018 5,19 Milliarden Euro umgesetzt. Vergleicht man die Anzahl der gehaltenen Heimtiere miteinander, steht Russland mit knapp 50 Millionen, gefolgt von Deutschland mit 34 Millionen und Frankreich mit knapp 30 Millionen Heimtieren an der Spitze. ots für WKO
20.11.2019 Die Autobahnpolizei Sittensen hat bei gezielten Verkehrskontrollen auf der Autobahn A1 in Niedersachsen verschiedene Mängel festgestellt. Insgesamt wurden 125 Transporte kontrolliert. Dabei wurden insgesamt 37 Fahrzeuge beanstandet. U.a. wurde bei einem Fahrzeug bemängelt, dass rund 200 Ferkel zuviel geladen waren, da eine Überladung der zulässigen Gesamtmasse vorlag. Zudem wurde auch mehrfach eine Überschreitung der zulässigen Gruppengrößen bemängelt. Die vorgegebenen Größen dienen dazu, dass die Verletzungsgefahr für die Tiere reduziert wird. Auch wurde festgestellt, dass bei einem Rindertransport Fäkalien am Kontrollort vom Transporter liefen. Ein Fahrer wurde zudem ohne gültigen Führerschein erwischt. Die Polizei verweist aber auch darauf, dass es neben den Beanstandungen viele Transporte gab, die einwandfrei waren. Hier wurden die Fahrer von den Polizisten nach einem lobenden Gespräch aus der Kontrolle entlassen. ots
20.11.2019 Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt in Polen weiter westwärts und es wurden verschiedene Fälle in der Nähe zur deutschen Grenze nachgewiesen. Mittlerweile wurde in einer Entfernung von nur noch rund 80 Kilometern zur deutschen Grenze 20 Wildschweine identifiziert, die an dem Virus gestorben sind, wie Spiegel Online unter Berufung auf die polnischen Behörden berichtet. Unterdessen schickt die EU-Kommission Experten nach Polen, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Auch ein Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) reist aus diesem Grund in die betroffene Region. Der erste Fall bei einem Wildschwein nahe der deutschen Grenze wurde Ende vergangener Woche veröffentlicht. Betroffen ist die Woiwodschaft Lebus. Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, soll das betroffene Gebiet eingezäunt werden. Damit soll verhindert werden, dass Wildschweine den Erreger aus dem Gebiet verbringen. Spiegel Online
19.11.2019 An der Universität Hohenheim diskutieren am Donnerstag Experten und Betroffene den Verzicht der betäubungslosen Ferkelkastration. Es wird auf den aktuellen Stand sowie auf zukünftige Perspektiven eingegangen. Zur Podiumsdiskussion sind Vertreter aus Wissenschaft, Tierschutz, Landwirtschaft und Fleischwirtschaft geladen. Zu der Veranstaltung sind Interessierte eingeladen, sich zu informieren und mitzudiskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Universität Hohenheim: Diskussion zur Ferkelkastration
19.11.2019 Am Wochenende ist in Westpolen ein zweites, mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziertes, totes Wildschwein gefunden worden. Dort, in der Wojwodschaft Lebus, wurde bereits zuvor ein infizierter Wildschweinekadaver gefunden. Das bestätigten die polnischen Veterinärbehörden gestern. Insgesamt wurden 20 tot aufgefundene Wildschweine auf eine Infektion mit dem Virus untersucht, die nach dem ersten Fund in der Nähe gefunden worden sind. Die Untersuchungsergebnisse der übrigen Tiere stehen noch aus. Das Gebiet liegt nur etwa 80 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. topagrar.de
19.11.2019 Der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Friedrich-Otto Ripke, fordert eine gesamteuropäische Regelung beim Ausstieg aus dem Töten männlicher Eintagsküken. Zudem bezeichnet er die Forderungen der Beteiligten als unehrlich, populistisch und unrealistisch. „Wir brauchen in der Debatte um den von allen Beteiligten gewollten Ausstieg viel mehr Ehrlichkeit und viel weniger populistische Forderungen“, sagt der Präsident. Als unehrlich bezeichnet Ripke beispielsweise die Forderung nach einem sofortigen Ausstieg. Zudem sieht er ein Problem in einem rein deutschen Gesetz, was zur Folge hätte, dass damit lediglich das Tierschutz-Problem ins Ausland verschoben würde. „Unser Bekenntnis gilt: Wir wollen aus dem Kükentöten aussteigen – und zwar so schnell wie möglich“, betont der ZDG-Präsident, der eine lösungsorientierte Rückbesinnung auf die wissenschaftlich belegten Fakten zur Machbarkeit fordert. Konkrete Lösungsansätze und klare Perspektiven hätte der ZDG dem Ministerium bereits aufgezeigt, so Ripke, der Vorwürfe, die Geflügelwirtschaft spiele auf Zeit, entschieden zurückweist. Durch eine Kombination verschiedener Ansätze wie beispielsweise durch die Geschlechtsbestimmung im Ei mittels Hyperspektral- und Hormonanalyse, durch die Aufzucht der Bruderhähne und durch die Haltung von Zweinutzungshühnern, könnte die Anzahl getöteter Hahnenküken bis 2022 um die Hälfte verringert werden. Dafür jedoch müssten alle Verantwortungsbereiten gemeinsam umsetzbare Lösungen zügig vorantreiben. Dazu gehören die Geflügelwirtschaft, die Wissenschaft, der Markt bzw. die Verbraucher mit einer nötigen höheren Akzeptanz für „Bruderhahn“-Erzeugnisse – und schließlich und vor allem auch die Politik. „Realpolitik mit realistischen Umsetzungsplänen ist gefragt!“, fordert Ripke abschließend. ZDG
19.11.2019 Mit dem Pilotprojekt MammalNet möchten acht europäische Forschungsinstitutionen unter Beteiligung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) herausfinden, wie viele und welche wildlebenden Säugetierarten in Europa angesiedelt sind. Dazu benötigen die ForscherInnen die Mithilfe der Bürger und Bürgerinnen. Dr. Oliver Keuling vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der TiHo, erklärte dazu: „In allen Ländern werden Bürgerinnen und Bürger gebeten, mitzuteilen, wenn sie ein wildlebendes Säugetier gesehen haben. Über die App und die Internetseiten können sie zudem Fotos der Tiere hochladen.“ Die WissenschaftlerInnen des Projekts bitten die Bevölkerung, über eine App bzw. zwei Internetseiten mitzuteilen, wenn sie wildlebende Tiere auf Wanderungen, im Alltag oder beim Spaziergang sehen. Die App iMammalia läuft auf Android und iOS und kann in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden. Sie ermöglicht eine einfache Mitteilung der Sichtung. Für die beiden Internetseiten, die sich eher an fortgeschrittene Naturbeobachter richtet, ist eine einmalige Registrierung erforderlich. Das Projekt, das die Datenbasis des Projektes ENETWILD erweitern soll, läuft über zwei Jahre und startet zunächst in den Pilotländern Deutschland, Spanien, Kroatien und Polen. Ab Mai 2020 soll es auf die übrigen Regionen Europas ausgeweitet werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority EFSA) fördert dieses Citizen-Science-Projekt mit insgesamt 200.000 Euro. Das Projekt startete im Oktober 2019 und endet im Mai 2021. TiHo Hannover MammalWeb Agouti
18.11.2019 Zunehmende Resistenzen sind eine ernste Gefahr für die Menschheit, weshalb die weitere Zunahme von Resistenzen minimiert und die Übertragung und Weiterverbreitung von Resistenzen eingeschränkt werden muss. Die am 18. November 2019 gestartete Rückgabeaktion für nicht gebrauchte Antibiotika in der Schweiz soll für dieses Thema sensibilisieren. Die Aktion ist Teil der Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) und wird anlässlich der internationalen Antibiotika Awareness Woche der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt. Denn mit der Rückgabe kann jede und jeder einen Beitrag zum achtsamen Umgang mit Antibiotika leisten und dafür sorgen, dass seine Medikamente nicht für andere Erkrankungen und von anderen Personen verwendet werden. Auch wird verhindert, dass die Medikamente im Hauskehricht oder Abwasser landen und die Umwelt belasten. Für eine Antibiotika-Minimierung im Stall sorgt das Projekt VetMAB. BLW VetMAB.de
18.11.2019 Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, gab es in den ersten neun Monaten in Deutschland weniger Schlachtungen von Schweinen und Rindern als in den ersten drei Quartalen 2018. Demnach wurden insgesamt 41,05 Millionen Schweine (-1,33 Millionen) geschlachtet. Das sind die niedrigsten Zahlen seit elf Jahren. Um mehr als 100.000 Stück ist die Anzahl von ausländischen Schlachtschweinen angewachsen, wie Proplanta berichtet. Bei den Rinderschlachtungen ist der Rückgang nicht ganz so auffällig wie bei den Schweinen. Von Januar bis September 2019 zählte das Statistische Bundesamt mehr als 2,5 Millionen Schlachtrinder, was einen Rückgang von rund 13.700 Tieren bzw. 0,5 % bedeutet. Die Zahl der angelieferten Bullen und Ochsen stieg um 945.120 Tiere (+0,2%), bei Färsen war ein Anstieg um 4,6 Prozent auf 427.070 Tiere zu verzeichnen und bei Kälbern gab es ein Plus von 1,0 Prozent auf 252.590 Stück. Die Rindfleischerzeugung nahm trotz des Rückgangs der Schlachtzahl insgesamt um 1,4 % auf fast 826.100 t zu. Der Grund dafür war, dass in allen Tierkategorien die Rinder mit einem höheren Gewicht ins Schlachthaus geliefert wurden. Proplanta
18.11.2019 Österreichs Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl hat im Rahmen des Europäischen Antibiotikatages 2019 einen noch sorgsameren Umgang mit Antibiotika gefordert: „Antibiotikaresistenzen sind eine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier, die global bekämpft werden muss. Um weiteren Resistenzen vorzubeugen, sind eine korrekte Diagnose und darauf aufbauend die Auswahl des richtigen Antibiotikums, in der richtigen Arzneiform und Dosierung über den richtigen Zeitraum von wesentlicher Bedeutung. Das heutige Symposium, an dem namhafte Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland teilnehmen, ist ein wesentlicher Beitrag, um Medizinerinnen und Mediziner, Apothekerinnen und Apotheker und Pflegekräfte weiter für einen verantwortungsvollen, zielgerichteten Einsatz von Antibiotika zu sensibilisieren und das Bewusstsein der Bevölkerung für einen noch sorgsameren Gebrauch von antimikrobiellen Substanzen zu schärfen.“ „Österreich hat im internationalen Vergleich eine gute Position bei Antibiotikaresistenzen. Trotzdem ist unser aktives Handeln notwendig, um die Situation nicht zu verschlechtern. Lösungsansätze zur Verminderung der Resistenzproblematik müssen Maßnahmen sowohl im niedergelassenen Bereich, als auch in den Krankenanstalten beinhalten. Auch der Veterinärbereich sowie der Lebensmittelsektor müssen mitbetrachtet werden. Die Zusammenarbeit der Sektoren Human-und Veterinärmedizin sowie der Lebensmittel- und Umweltbereich sind wesentliche Faktoren. Österreich hat durch die Bündelung dieser Sektoren im BMASGK einen großen Vorteil“, erklärte die Gesundheitsministerin weiter. Der jährlich stattfindende Europäische Antibiotikatag (EAAD) ist eine Initiative des Europäischen Parlaments und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Ziel dieses Aktionstages ist die Bewusstseinsbildung in den betroffenen Fachgruppen sowie in der Bevölkerung hinsichtlich des umsichtigen Gebrauchs von Antibiotika. OTS
18.11.2019 Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist bis auf 80 Kilometer an die deutsch-polnische Grenze herangerückt. Ein mit der Tierseuche infiziertes Wildschwein wurde in der vergangenen Woche im westpolnischen Wojewodschaft Lebus entdeckt. Der Brandenburger Landestierarzt Stephan Nickisch erklärte: „Bislang war das Infektionsgebiet 300 Kilometer weiter entfernt. Wahrscheinlich gab es eine sogenannte Sprunginfektion, etwa über Lebensmittel.“ Die polnischen Behörden hätten am Freitag das Bundesministerium für Landwirtschaft informiert, daraufhin habe es eine Telefonkonferenz mit allen Bundesländern gegeben, so Nickisch weiter. Der Veterinärmediziner warnt vor "enormen wirtschaftlichen Schäden". „Derzeit müssen wir jeden Tag davon ausgehen, dass die Schweinepest eingeschleppt wird", sagte Nickisch. Brandenburg beginnt daher ab dieser Woche mit ersten Maßnahmen zur Früherkennung von Seuchenfällen. Jäger sind angehalten, in den Wäldern nach toten Wildschweinen Ausschau zu halten und geeignete Proben wie Blut, Lymphknoten, Milz oder Lunge an das Veterinäramt zu schicken. „Für jede Einsendung bekommen Jäger 30 Euro", sagt Nickisch. Das Land hat zudem Schweine haltende Landwirte aufgefordert, ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. „In Panik brauchen wird nun nicht zu verfallen", betont Nickisch abschließend. Reisende sollten jedoch keine Lebensmittel mehr aus dem polnischen Infektionsgebiet nach Deutschland mitbringen, da sich die ASP weiter ausbreiten könnte. BMEL rbb24
15.11.2019 Das Bundeskabinett hat bereits Anfang November eine Änderung der Tierärztegebührenordnung beschlossen, mit der insbesondere der tierärztliche Notdienst und die Situation der Landtierärzte verbessert werden soll. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hält die Änderungen für notwendig, um die finanzielle Situation der Tierarztpraxen zu verbessern und damit die Aufrechterhaltung des tierärztlichen Notdienstes zu gewährleisten sowie die Arbeit in Nutztierpraxen auf dem Land attraktiver zu machen. So wird für Leistungen während des Notdienstes zukünftig eine Grundgebühr von 50 Euro fällig, und es ist grundsätzlich mindestens der zweifache Gebührensatz anzurechnen. Zudem werden auch die Notdienstzeiten ausgeweitet. Der Nachtdienst beginnt künftig um 18 statt bisher um 19 Uhr und endet um 8 statt wie bisher um 7 Uhr. Auch wird der Beginn des Wochenendes von Samstag 13 Uhr auf Freitag 18 Uhr vorverlegt. Für die Tierärzte auf dem Land ist zudem die Erhöhung des Wegegeldes bei Tierbesuchen interessant. Dies beträgt dann einheitlich 3,50 Euro pro Doppelkilometer, mindestens jedoch 13 Euro. BMEL
15.11.2019 Mexiko ist das erste Land, dass von der WHO als Land validiert wurde, in dem die Übertragung der Tollwut vom Hund auf den Menschen eliminiert wurde. Das Land hat als erstes einen entsprechenden Überprüfungsprozess durch die WHO erfolgreich durchlaufen. Insgesamt ist die Eliminierung der Tollwut in Lateinamerika und der Karibik in den letzten Jahrzehnten sehr erfolgreich gewesen. Dort wurden die Fälle beim Menschen seit 1983 um 95 und bei Hunden um 98 Prozent reduziert. Die meisten der rund 60.000 Tollwutfälle, die jedes Jahr noch bei Menschen registriert werden, betreffen Asien und Afrika. In Mexiko hat man seit Beginn der 1990er Jahre massive Anstrengungen unternommen, um die Übertragung der Tollwut von Hunden auf den Menschen zu unterbinden. Die wichtigste Maßnahme dabei waren Impfungen bei Hunden, die kostenfrei durchgeführt wurden und rund 80 Prozent der Population abdeckten. Zudem wurden die Überwachung verstärkt und Kampagnen gefahren, um das öffentliche Bewusstsein für das Problem zu verstärken. Von 1990 bis zum Jahr 1999 sank die Zahl der vom Hund auf den Menschen übertragenen Tollwutfälle von 60 auf 3. 2006 wurde dann erstmals kein Fall mehr nachgewiesen. PAHO
15.11.2019 Seit Jahrzehnten wird an Medikamenten gegen den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum geforscht. Bisher waren die Untersuchungen aber noch nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt. Weltweit sterben jedes Jahr immer noch rund 400.000 Menschen an der Malaria. Wissenschaftlern unter Beteiligung der Universität Bern (Schweiz) ist es gelungen, mittels genetischer Deletionsverfahren mögliche Schwachstellen des Erregers aufzudecken, die eventuell für die Entwicklung von Medikamenten verwendet werden können. Die Forscher benutzten dabei sogenannte genetische Codes. Von den rund 5.000 Genen des Erregers entfernten sie gezielt über 1.300 und ersetzten diese jeweils durch einen individuellen genetischen Code. So konnten sie im Mausmodell genau verfolgen, welche Auswirkungen die Entfernung des jeweiligen Gens hatte. Durch dieses neue Verfahren konnte die Untersuchungszeit drastisch verkürzt werden. In nur drei Jahren gelang es den Forschern, das Genom des Erregers komplett zu durchforsten. Zudem konnten hunderte Schwachstellen - zumeist im Stoffwechsel des Erregers - identifiziert werden . idw
14.11.2019 Tiere in der Therapie – Spielerei oder wirksame Unterstützer? – unter diesem Titel fand am 8. November eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Landestierärztekammer Hessen und der Psychotherapeutenkammer Hessen mit etwa 220 Teilnehmern aus beiden Berufsgruppen statt. „Tiere können Menschen auf vielfältige Weise helfen", so Dr. Heike Winter, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer. „Der Kontakt zu Tieren hat sowohl körperliche Auswirkungen auf Menschen, z. B. auf Puls und Blutdruck, als auch soziale und psychische." Aber auch die Bedürfnisse des Tieres sowie gesundheitliche Aspekte müssten mit beachtet werden. „Nicht jede Tierart und auch nicht jedes Tier ist für den sozialen Einsatz geeignet", erläuterte Dr. Ingo Stammberger, Präsident der Landestierärztekammer Hessen. Die Fortbildung griff diese Themen sowie den aktuellen Stand der Forschung zur tiergestützten Therapie auf. Die Fortbildung war nach 2014 bereits die zweite gemeinsame Veranstaltung beider Kammern. Schon die gemeinsame Tagung hatte gezeigt, dass es Themen gibt, die für beide Berufsgruppen gleichermaßen spannend und relevant sind. LTK Hessen
14.11.2019 Einem Forscherteam des Global Wildlife Conservation (GWC), Southern Institute of Ecology in Vietnam und des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ist es gelungen, nach 28 Jahren erstmals wieder lebende Exemplare des Vietnam-Kantschils, auch bekannt als vietnamesischer Maushirsch, zu fotografieren und zu filmen. Das ist die erste wiederentdeckte Art der „Liste der 25 meistgesuchten verlorenen Spezies“ der GWC und gleichzeitig Ansporn zur Entwicklung von Schutzmaßnahmen dieser und weiterer einheimischer (endemischer) Arten im Biodiversitäts-Hotspot Südostasien. Nachdem die Art im südlichen Vietnam im letzten Jahr gesichtet worden war, gelang es den Forschern, mehr als 1800 Fotos des Vietnam-Kantschils zu machen. „Trotz der Hinweise aus der Bevölkerung konnten wir nicht sicher sein, was uns erwartet. Ich war also überrascht und überglücklich, als wir die Bilder der Kamerafallen auswerteten und Fotos von einem Kantschil mit silbernen Flanken sahen“, sagt An Nguyen, Associate Conservation Scientist bei der GWC und Leiter dieses Forschungsvorhabens. An Nguyen ist außerdem Feldkoordinator für und Doktorand am Leibniz-IZW. „Für eine sehr lange Zeit existierte diese Art nur noch in unserer Vorstellung. Diese Entdeckung, die bestätigt, dass diese Huftiere tatsächlich noch in der Wildnis leben, ist der erste Schritt um sicherzustellen, dass wir sie nicht wieder verlieren. Wir müssen jetzt schnell handeln, um ein baldiges Aussterben nach der Wiederentdeckung zu verhindern.“ Da es seit dem Jahr 1990 keine bestätigten Sichtungen des Huftieres mehr gab, hat die Wissenschaft nur sehr wenige Kenntnisse über die Biologie und Ökologie oder den Bedrohungsstatus dieser Art. Die GWC setzte daher das Vietnam- Kantschil auf ihre Liste der 25 meistgesuchten verlorenen Arten. Als nächstes soll festgestellt werden, wie groß und stabil die Population von Vietnam-Kantschilen in Südvietnam ist, um die genaue Verbreitung der Art und mögliche Ursachen ihrer Bedrohung besser zu verstehen. Im Rahmen der ersten umfassenden Untersuchung der Art beginnt das Team in Kürze mit Kamera-Fallenuntersuchungen in zwei weiteren Regionen. Die WissenschaftlerInnen werden alle gesammelten Informationen nutzen, um einen Erhaltungsplan für die Art zu entwickeln. IZW
14.11.2019 Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) nimmt die Weltantibiotikawoche vom 18. bis 24. November zum Anlass, auf weit verbreitete Irrtümer im Zusammenhang mit Antibiotika und -resistenzen hinzweisen. Eine der weit verbreiteten, aber falschen Vorstellungen ist, dass Antibiotika gegen Erkältungen oder Grippe wirken. Dies ist aber nicht der Fall. Denn Antibiotika helfen nur bei durch Bakterien verursachte Erkrankungen. Erkältungen und grippale Infekte werden aber durch Viren verursacht. Und trotzdem werden hier immer noch häufig Antibiotika verordnet. Auch die Annahme, dass ein Antibiotikum nach dem Verschwinden der Symptome bis zum Ende der Packung eingenommen werden muss, ist mittlerweile nicht mehr richtig. Heute weiß man, dass bei Infektionen wie z.B. einer Harnwegsinfektion auch eine kürzere Einnahmezeit ausreicht. Idealerweise sollte der Arzt die Einnahmedauer vorgeben. In einer Befragung gingen im vergangenen Jahr 63 Prozent der Befragten davon aus, dass Menschen gegen Antibiotika resistent werden können. Dies ist nicht richtig. Nur Bakterien können gegen Antibiotika resistent werden. Die Weltantibiotikawoche wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO veranstaltet, um auf das Problem der zunehmenden Resistenzen gegenüber Antibiotika hinzuweisen. idw WHO
13.11.2019 Methanemissionen aus der Rinderhaltung könnten dank dänischer Forscher bald Geschichte sein. Medienberichten zufolge ist es Forschern um Prof. Mette Olaf Nielsen von der Universität Aarhus zumindest schon mal in Laborversuchen gelungen, die Methanfreisetzung bei Rindern zu unterbinden. Dies soll durch einen bislang noch geheimen Futterzusatz gelingen, der sowohl für die Rindern als auch für den Menschen unbedenklich ist. Nun folgen Tests an lebenden Kühen. Agrarheute.com
13.11.2019 Erstmals seit mehr als 20 Jahren wird damit gerechnet, dass die weltweite Fleischproduktion sinken wird. Der Grund des erwarteten Rückgangs ist vor allem im Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China und weiteren Ländern zu sehen. Vor allem in China, dem Land mit den meisten Schweinen, hat der ASP-Ausbruch die Schweinebestände stark dezimiert. In der Volksrepublik erfolgt für gewöhnlich 46 % der weltweiten Schweineproduktion. Laut FAO stammt rund ein Drittel der globalen Fleischerzeugung von Schweinen, 39 % kommen von Geflügel und 21 % sind Rindfleisch. topagrar.de
13.11.2019 Die EU-Kommission hat erstmal das Inverkehrbringen eines Impfstoffes gegen Ebola genehmigt. Die Genehmigung wurde dem Unternehmen Merck Sharp & Dohme B.V. -in Deutschland unter MSD firmierend- erteilt. Der Impfstoff Ervebo wurde nach der Epidemie in Westafrika im Jahr 2014 entwickelt und wird bereist seit einiger Zeit bei infektionsgefährdeten Personen eingesetzt. Die jetztige Genehmigung folgt einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Diese hatte Nutzen und Risiken des Impfstoffes bewertet. Der für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige Kommissar Vytenis Andriukaitis meinte dazu: „Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika vor fünf Jahren ist es eine Priorität der internationalen Gemeinschaft, so bald wie möglich einen Impfstoff gegen dieses schreckliche Virus zu finden. Der heutige Beschluss ist daher ein wichtiger Fortschritt in dem Bestreben, Menschenleben innerhalb und außerhalb Afrikas zu retten.” Die Entwicklung des Impfstoffes erfolgte auch mit Unterstützung der EU, die in zwei Projekten mehr als 12 Millionen Euro aus dem EU-Programm für Forschung und Innovation zur Verfügung gestellt hat. EU-Kommission
13.11.2019 Das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland bleibt weiterhin hoch. Diese Schlussfolgerung zieht das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) im aktuellen Radar Bulletin für den Monat Oktober 2019. Die Zahl der Fälle bei Hausschweinen hat im Berichtszeitraum jedoch erfreulicherweise deutlich abgenommen. Dies lag insbesondere an geringeren Fallzahlen in Rumänien. In Rumänien sind bislang mit 102 von insgesamt 112 Fällen die meisten ASP-Fälle bei Hausschweinen in Europa nachgewiesenen worden. Betroffen waren vor allem Kleinstbetriebe, von wo aus die Tiere oftmals ohne legale Papiere weiter verkauft werden. Die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen ist dagegen gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Insgesamt nimmt die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen in Europa aber eher ab. Das FLI warnt jedoch weiterhin vor einem hohen Risiko der Einschleppung des Virus nach Deutschland. Zur Verhinderung einer Einschleppung sollte weder Schweine- noch Wildschweinefleisch aus den betroffenen Ländern nach Deutschland verbracht werden. Dies betrifft vor allem Produkte aus osteuropäischen Staaten. Radar Bulletin des FLI
12.11.2019 Ein Forscherteam der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Universität Greifswald und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat einen neuen Wirkstoff gegen resistente Bakterien entwickelt. Diese neue Wirkstoffklasse soll die sogenannte Pyruvatkinase - ein Enzym, das für den Stoffwechsel zuständig ist und in dieser Form nur in krankheitserregenden Bakterien vorkommt - bekämpfen. „Das macht die Pyruvatkinase zu einem idealen Ziel für neue Wirkstoffe. Im besten Fall wirken die neuen Substanzen nur auf das bakterielle Enzym und damit die Bakterien ein, sodass es zu möglichst wenigen Nebenwirkungen kommt. Zudem können mit dieser neuen Zielstruktur bereits bestehende Antibiotikaresistenzen gebrochen werden“, erklärt Prof. Dr. Andreas Hilgeroth vom Institut für Pharmazie der MLU. Erste Tests in Zellkulturen und an den Larven der Großen Wachsmotte belegen, dass der neue Wirkstoff mindestens genau so effektiv ist wie gängige Antibiotika. Da die Pyruvatkinase bisher nicht Ziel von Medikamenten war, haben Bakterien noch keine Resistenzen dagegen entwickelt. „Diese ersten Ergebnisse stimmen uns zuversichtlich, dass wir auf der richtigen Spur sind“, sagt Hilgeroth. Bis die Wirkstoffe am Menschen erprobt werden können, sind noch zahlreiche weitere Tests notwendig, die mehr als zehn Jahre dauern können. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
12.11.2019 Auf der Lehr- und Forschungsstation Frankenforst in Königswinter-Vinxel der Universität Bonn ist ein neuer, hochmoderner Hühnerstall für das Forschungsprojekt „Open Livestock in der Landwirtschaft – Moderne Geflügelhaltung aus der biologischen Perspektive des Huhns“ geschaffen worden. „Das neue Gebäude soll die Forschung zu mehr Tierwohl ermöglichen, aber auch unsere Tierhaltung transparent machen“, erklärt Dr. Inga Tiemann vom Institut für Tierwissenschaften der Universität Bonn. Der mehr als 100 Quadratmeter große Stall ist mit modernen Klima-, Beleuchtungs- und Lüftungssystemen ausgestattet. LED-Beleuchtung sowie die Inneneinrichtung können in sechs voneinander getrennten Abteilen unterschiedlich gestaltet werden. „Wir können damit unterschiedliche Bedingungen in der Volierenhaltung und deren Einfluss auf das Verhalten der Tiere untersuchen“, beschreibt Doktorandin Sonja Hillemacher das Projekt. Das Geflügel ist nicht in Käfigen untergebracht, sondern die Tiere können sich in größeren mehretagigen Ställen frei bewegen – wie die rund 45 Millionen Legehennen in Deutschland. Ein gerade fertig gestellter Außenklimabereich ermöglicht den Hühnern auch einen geschützten Aufenthalt im Freien. „Wir untersuchen, wie sich das Wohl der Hühner weiter steigern lässt“, sagt Tiemann, Spezialistin für Verhaltensbiologie. „Wir wollen nicht die Tiere an die Haltung, sondern die Haltung an die Tiere anpassen.“ Mit Hilfe von Videosystemen und einer automatisierten Computersoftware wird ausgewertet, ob die Hühner entspannt ihrem Tagesgeschäft aus Fressen, Scharren, Staubbaden und Picken nachgehen oder aber Stressverhalten zeigen. „Ob es den Tieren gut geht, lässt sich an ihrer Gesundheit und ihrem Gefiederzustand ablesen, uns interessiert aber vorranging das Verhalten“, sagt Tiemann abschließend. Das Projekt wird vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW über drei Jahre mit 160.000 Euro gefördert. Universität Bonn
12.11.2019 Anlässlich der Jahrestagung des Landesimkerverbandes Mecklenburg-Vorpommern hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Imkerei als ein traditionelles, regionales und doch Grenzen überschreitendes Handwerk – das mit und von der Natur lebt, gewürdigt: „Imkerei macht uns die Bedeutung von Insekten und Nützlingen in der Natur begreiflich und lehrt uns einen wachsamen Umgang mit der Natur. Dieses Handwerk gilt es zu erhalten und an unsere kommenden Generationen weiterzugeben.“ Zudem freute er sich über die wachsende Anzahl von Imkern und Bienenvölkern im Land. Im Vergleich zum Vorjahr gäbe es in 2019 rund 2800 Imker, die etwa 27.000 Bienenvölker halten. Neben Vermarktungsproblemen sprach der Minister Bienenkrankheiten, wie zum Beispiel die Varroamilbe und der durch sie übertragenen Viren, als Herausforderung an. „Zum Glück sind in diesem Jahr fast 85 Prozent der Bienenvölker gesund über den Winter und in die neue Saison gekommen. Damit ist die Verlustquote von 15 Prozent nur noch halb so hoch wie in den Vorjahren“, erklärte Backhaus. Die Bienenhaltung in Mecklenburg-Vorpommern wird vom Land umfassend unterstützt. Mit 176.000 Euro werden Projekte zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig gefördert (Honigrichtlinie). Das Bienenzuchtzentrum Bantin wird mit rund 200.000 Euro jährlich bezuschusst. Myvetlearn.de bietet noch bis zum Ende des Jahres einen eLearningkurs zum Thema Bienen, Bienenhaltung und den wichtigsten Erkrankungen sowie deren Bekämpfung an. Diese Online- Fortbildung ist zur Weiterbildung für den Erwerb der Zusatzbezeichnung Bienen / den Fachtierarzt für Bienen geeignet. Regierung Mecklenburg-Vorpommern eLearningkurs Bienen bei myvetlearn.de
12.11.2019 Ein Gutachten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat ergeben, dass es in einem Schlachthof in Oldenburg Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gegeben haben soll, wie die Welt berichtet. Der Schlachthof, der nach der Veröffentlichung von Videoaufnahmen im Herbst 2018, in denen Tiere mit Stromstößen malträtiert oder ohne Betäubung getötet wurden, geschlossen wurde, soll in elf Fällen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. „Laut Gutachten soll es zu Straftaten gekommen sein, nicht nur zu Ordnungswidrigkeiten, etwa durch den unsachgemäßen Einsatz von elektrischen Treibgeräten“, sagte Thorsten Stein, Sprecher der Anklagebehörde. Den Tieren sollen demnach etwa bei der Schlachtung länger anhaltende erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt worden sein, wie Stein weiter erläuterte. Im Frühjahr 2019 wurde der Schlachthof wieder eröffnet. Wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft weiter vorgeht, soll bis Anfang nächsten Jahres geklärt werden. Die Welt
11.11.2019 Zur Verbesserung des Tierwohls planen Bundeslandwirtschaftsministerin Dr. Julia Klöckner und der Bundesminister des Inneren, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, eine Änderung des Bau- und Planungsrechtes. Klöckner und Seehofer einigten sich auf einen Gesetzesentwurf, der vorsieht, dass bei Um- bzw. Neubauten von Ställen kein Bebauungs- bzw. Vorhaben- und Erschließungsplan mehr vorgelegt werden muss, sofern der Tierbestand nicht erweitert wird. Julia Klöckner erklärt: „Mehr Tierwohl darf nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Verbesserungen müssen wir erleichtern. Deshalb werden wir bestehende Vorschriften im Baugesetzbuch ändern. Wir müssen die Zielkonflikte zwischen Bau-, Umweltgesetzen und mehr Tierwohl lösen und den Bauernfamilien Planungssicherheit geben. Stallumbauten, die für mehr Platz und bessere Bedingungen sorgen, sollen für die Landwirte zukünftig ohne großen Aufwand umsetzbar sein. Wir wissen, dass sie dazu bereit sind. Wer investiert und Geld in die Hand nimmt, den wollen wir zudem unterstützen. Dazu gehört auch, dass wir die Umbauten finanziell fördern – die Kosten für mehr Tierwohl kann nicht allein eine Bauernfamilie stemmen. Bessere Bedingungen für die Nutztiere müssen uns als Gesamtgesellschaft etwas wert sein. Da dürfen wir die Landwirte nicht alleine lassen." Ergänzend erklärte Horst Seehofer: „Ein Teil der bestehenden Tierhaltungsanlagen im Außenbereich kann aufgrund der geltenden Rechtslage nicht ohne einen zeitaufwendigen Bebauungsplan oder einen Vorhaben- und Erschließungsplan modernisiert werden. Dies führt dazu, dass Verbesserungen dieser Anlagen, die dem Tierwohl dienen, unterbleiben, obwohl die Betreiber sie gern vornehmen würden. Daher wird das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zeitnah einen Gesetzentwurf zur Änderung des Baugesetzbuches vorlegen, um Änderungen bestehender Tierhaltungsanlagen im Außenbereich, die dem Tierwohl dienen, zu privilegieren, wenn die Änderungen nicht zu einer Vergrößerung des Tierbestandes führen. Dies entspricht einem Auftrag aus dem Koalitionsvertrag." BMEL
11.11.2019 Ein Überangebot von Kälbern in Deutschland ließ im Oktober den Preis für ein Kuhkalb auf durchschnittlich gerade mal 8,49 Euro einbrechen, wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) berichtet. Vor fünf Monaten konnten Landwirte pro Tier noch mehr als 25 Euro erzielen. Wie die NOZ jedoch unter Berufung auf Abrechnungen berichtet, haben einzelne Landwirte aber noch deutlich weniger für ihre Tiere erhalten – zum Teil nur einen Euro pro Tier. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen, erklärte: „In der industriellen Milchproduktion verkommen die nicht benötigten Kälber zu wertlosen Nebenprodukten.“ Denn speziell männliche Kälber würden auf Milchviehbetrieben nicht benötigt und häufig an spezialisierte, meist im Ausland ansässige Betriebe verkauft, die die Tiere bis zur Schlachtreife mästen. Die weiblichen Tiere werden überwiegend in der Milchproduktion eingesetzt, überzählige oder unfruchtbare Kuhkälber werden verkauft. Die Zahlen der Bundesregierung belegen, dass der Export zurückgegangen ist, da einzelne Veterinärämter keine Genehmigungen mehr für Kälbertransporte in andere EU-Länder erteilten. „Das führt direkt und unmittelbar zu einem starken regionalen Angebotsüberhang und zu diesem Preisverfall“, kritisierte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbandes, das Verhalten der Behörden. Hinzu kommen laut Regierung in manchen Regionen Deutschlands Vermarktungsprobleme infolge von Ausbrüchen der Blauzungenkrankheit. Presseportal
11.11.2019 Die Bundesvertreterversammlung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) hat am vergangenen Samstag (9.11.2019) Jörg- Andreas Krüger zum neuen Präsidenten gewählt. Er wird somit der Nachfolger von Olaf Tschimke, der 16 Jahre lang dieses Amt inne hatte. Die rund 260 Delegierten wählten Krüger, der seit 2013 als Geschäftsführer „Ökologischer Fußabdruck“ beim WWF tätig war, einstimmig in das neue Amt. Davor war der studierte Diplom- Ingenieur bereits neun Jahre lang Fachbereichsleiter für Naturschutz- und Umweltpolitik im NABU-Bundesverband. „Naturschutz und Landwirtschaft müssen reden. Ich bin überzeugt, dass wir mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft nur gemeinsam erhalten können. Ich bin bereit, daran mitzuwirken, dass die Gräben weniger tief werden“, erklärte der neue NABU-Präsident, der mehr Dialog mit den LandwirtInnen und eine zukunftsfähige Agrarförderung fordert. In seiner Antrittsrede würdigte er die Bedeutung der Maueröffnung vor 30 Jahren für den Naturschutz und den NABU: „Ohne die Naturschützer*innen der DDR wäre aus dem westdeutschen Deutschen Bund für Vogelschutz nicht der heutige NABU entstanden.“ Weiterhin wurden Petra Wassmann und Christian Unselt in ihrem Amt als NABU-Vizepräsident*in bestätigt. Dazu kommt Nicole Spundflasch als neue Vizepräsidentin. NABU
11.11.2019 In Rheinland-Pfalz ist erneut die Blauzungenkrankheit festgestellt worden. Drei Rinder im Kreis Südwestpfalz wurden am vergangenen Freitag (8.11.2019) positiv auf die Viruserkrankung getestet, wie das Umweltministerium und das Landesuntersuchungsamt laut Proplanta mitteilt. Nachdem bereits Anfang des laufenden Jahres die Blauzungenkrankheit in Rheinland-Pfalz ausgebrochen war, wurde das gesamte Bundesland zum Sperrbezirk erklärt, ein Zustand, der mindestens zwei Jahre andauert. Der Handel mit Rindern aus diesem Bezirk ist daher stark eingeschränkt, denn nur geimpfte Tiere dürfen in externe Regionen verbracht werden. Aus diesem Grund zahlt die Landesregierung seit Anfang November einen Zuschuss in Höhe von bis zu 1,50 Euro pro Impfung. „Die Impfung ist aktiver Tierschutz: Sie dient der Tierseuchenprophylaxe und erleichtert auch den Handel mit empfänglichen Tieren“, erklärt Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) laut einer Mitteilung in Mainz. In unserem Fokusthema Blauzungenkrankheit erhalten Sie weitere wichtige Informationen über Verbreitung, Infektionswege und Bekämpfung der Krankheit. Proplanta