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Häufig gestellte Fragen (FAQ´s)

Eine Zusammenfassung der telefonische Expertensprechstunde mit Prof. Dr. Dr. Peter Thein zum Thema Herpes beim Pferd vom 14. Mai 2002.
  • Wie genau muss ich mein Pferd impfen, damit es gegen Herpes geschützt ist?
    • Es kommt darauf an, welcher Impfstoff eingesetzt wird. In der Regel werden sogenannte inaktivierte Impfstoffe gegen das Equine Herpesvirus eingesetzt. Für all diese Impfstoffe gilt folgendes Impfschema: Geimpft werden können Fohlen ab einem Lebensalter von 5, besser 6 Monaten. Die Impfung setzt sich zusammen aus einer Grundimmunisierung mit insgesamt drei Impfungen und anschließenden Wiederholungsimpfungen. Bei der Grundimmunisierung werden zwei Impfungen im Abstand von 4 - 8 Wochen und eine dritte Impfung nach 6 Monaten durchgeführt. Die anschließenden Wiederholungsimpfungen müssen alle 6 Monate erfolgen.

  • Worauf kommt es bei einem Impfstoff gegen Herpes beim Pferd eigentlich besonders an?
    • Der Impfstoff sollte sowohl vor EHV-1 (Equines Herpesvirus Typ 1) als auch vor EHV-4 (Equines Herpesvirus Typ 4) schützen. Nur so kann ein umfassender Schutz gegen alle wesentlichen klinischen Erscheinungsformen der Equinen Herpesvirusinfektionen erwartet werden, vor allem aber, dass in konsequent geimpften Beständen die Menge frei zirkulierender Pferdeherpesviren reduziert wird.

  • Mein Pferd steht in einem Pensionsstall und ist als einziges Tier gegen Herpes geimpft. Stellt das eine Gefahr für die anderen dar?
    • Nein, auf keinen Fall, im Gegenteil. Bei Anwendung jeder Art von derzeit im Handel befindlichen Impfstoffen kann keine Herpeserkrankung ausgelöst werden. Dagegen ist klar: Ein richtig geimpftes Pferd scheidet im Falle der Neuinfektion oder der Reaktivierung der latenten Infektion massiv weniger Viren aus als ein schlecht oder nicht geimpftes Tier, was letztlich den anderen Pferden im Stall zugute kommt. Umgekehrt gefährdet jedes schlecht oder nicht geimpfte Pferd, das jederzeit massiv Virus ausscheiden kann, die anderen Pferde des Bestandes, bei hohem Infektionsdruck sogar geimpfte Pferde. Der beste Schutz ist daher durch konsequente Impfung des gesamten Bestandes zu erwarten.

  • Mein Pferd hat Herpesbläschen in der Maulschleimhaut. Kann man diese mit der Impfung beseitigen?
    • Im Gegensatz zu Infektionen mit Herpes simplex des Menschen (Lippenbläschen) sind herpesbedingte Bläschenbildungen der Maulschleimhaut beim Pferd nicht bekannt. Beim Pferd sind die möglichen Folgen einer Herpeserkrankung weitaus schlimmer: Erkrankungen der Atemwege ("Rhinopneumonitis"), Spätabort bei der Stute und zentralnervöse Erscheinungen (Lähmungen, "Parese-Paralyse-Syndrom"). Also: Nicht herpesbedingte Bläschen wird man auch durch die Impfung nicht beseitigen können.

  • Wogegen sollte ich mein Pferd Impfen?
    • Tierärzte empfehlen für Pferde in Deutschland regelmäßige Impfungen gegen die equine Influenza, das equine Herpesvirus, Tetanus und für Weidepferde auch noch gegen die Tollwut.

  • Wann und wie häufig sollte ich mein Pferd impfen?
    • Gegen die equine Influenza und das equine Herpesvirus sollte nach der Durchführung einer Grundimmunisierung alle sechs Monate geimpft werden. Dafür stehen von der Firma Intervet geeignete Einzel- sowie Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung. Die Tetanusprophylaxe sollte in einem Turnus von jeweils zwei Jahren aufgefrischt werden. Auch hier ist zuvor eine Grundimmunisierung erforderlich.
      Bei Pferden, die viel auf der Weide gehalten werden und sich in tollwutgefährdeten Gebieten befinden, sollten unbedingt alle zwei Jahre gegen Tollwut geimpft werden. Eine Grundimmunisierung hier nicht erforderlich ist.
      Drusegefährdete Tiere sollten außerdem gegen Streptococcus equi geimpft werden.

  • Wo werden die durchgeführten Impfungen vermerkt?
    • Alle Impfungen, die Ihr Pferd erhält, sollten in den Equidenpass eingetragen werden. Alternativ kann auch ein Impfpass zur Dokumentation verwendet werden. Die Verwendung des Equidenpasses hat den Vorteil, dass Sie alles in einem Dokument verzeichnet haben und Sie den Impfnachweis (z.B. Turnier, Zuchtschau) notfalls stets parat haben, da Sie Ihr Pferd ohne Equidenpass nicht transportieren dürfen. Anzugeben ist in beiden Fällen der verwendete Impfstoff und die Chargennummer sowie das Impfdatum. Außerdem muss der Praxisstempel mit Unterschrift des Tierarztes hinter jeder Impfung vermerkt werden.