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Prinzip der Immunprophylaxe mittels Impfungen

Ziel von Schutzimpfungen


Impfungen stellen die wichtigste vorbeugende Maßnahme zum Schutz vor Infektionskrankheiten dar. Es gibt in der Veterinärmedizin eine Vielzahl von zugelassenen Impfstoffen gegen die unterschiedlichsten Infektionskrankheiten. Diese können viraler oder bakterieller Natur sein oder auch durch Pilze verursacht werden. Besonders wichtig sind Schutzimpfungen jedoch gegen virale Infektionskrankheiten. Diese sind nicht bzw. nur sehr schlecht zu behandeln (Moos 2006), während bakterielle oder Pilzinfektionen in der Regel erfolgreich behandelt werden können.

Je virulenter das Virus, desto gefährlicher ist die Infektion und umso wichtiger wird ein ausreichender Impfschutz. Jedoch kann auch das harmloseste Virus seinen Wirt töten, nämlich wenn das Immunsystem des Wirts beeinträchtigt ist oder das Virus mutiert (Horzinek und Truyen 2006).

Ziel von Schutzimpfungen ist es, durch die kontrollierte Gabe von Antigenen das Immunsystem zur Ausbildung einer Immunantwort gegen diese Antigene anzuregen. Auf diese Weise wird der Organismus auf eine Auseinandersetzung mit dem natürlichen Erreger vorbereitet. Auf Grund des vorangegangenen Kontaktes mit dem Antigen und der bereits abgelaufenen primären Immunreaktion fällt die Immunabwehr dann bei der natürlichen Infektion schneller und gezielter aus (Sekundärreaktion).

Dafür ist eine vollständige Grundimmunisierung die Voraussetzung für einen optimalen Schutz des Einzeltieres (StIKo-Vet 2006). Für eine optimale Immunreaktion nach Impfung müssen nach Moos (2006) folgende Mechanismen induziert werden:
  1. Aktivierung des angeborenen (unspezifischen) Immunsystems an der Impfstelle.

  2. Transport des Impfantigens in das sekundäre lymphatische Gewebe (Lymphknoten, Milz, Peyer’sche Plaques).

  3. Antigenverarbeitung und –präsentation, Aktivierung naiver B- und T-Lymphozyten, Proliferation von Effektor-B- und T-Lymphozyten und Bildung von Gedächtniszellen (spezifische bzw. adaptive Immunreaktion).

Merke:

Impfungen sind unverzichtbare vorbeugende Schutzmaßnahmen gegen Infektionskrankheiten, da insbesondere Virusinfektionen nur sehr schwer oder gar nicht zu behandeln sind. Ziel von Schutzimpfungen ist es, das Immunsystem auf den Kontakt und die Auseinandersetzung mit bestimmten Erregern vorzubereiten. Dadurch kann auf eine Infektion mit einer schnellen und sehr effektiven Immunabwehr reagiert werden, wodurch das Virus aus dem Organismus entfernt, die Erregerausscheidung verringert und klinische Symptome verhindert bzw. stark gemildert werden.