Anmelden (Login) Registrierung

Leptospirose

Die Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche, Weil-Krankheit) ist eine bakterielle Erkrankung mit weltweiter Bedeutung (Suter und Hartmann 2006). Sie wird durch eine Infektion mit verschiedenen Serovaren des Bakteriums Leptospira interrogans verursacht (André-Fontaine 2006).

Leptospiren sind bewegliche, fadenförmige, schraubenartig gewundene Bakterien mit hakenförmigen Enden, die sich auch in der Umwelt aktiv fortbewegen und verbreiten können. Leptospiren persistieren vor allem in Wildtieren, die ihnen als Erregerreservoir dienen. In diesem Zusammenhang kommt der Ratte eine besondere Bedeutung zu. Die Bakterien werden mit dem Urin infizierter Hunde ausgeschieden. Die Ansteckung erfolgt entweder durch direkten Kontakt mit infektiösem Urin (auch durch Trinken aus kontaminierten Pfützen), bei der Paarung, diaplazentär, durch Bisse oder Hautläsionen oder indirekt über eine kontaminierte Umwelt (Wasser, Futter, Erde, Schlafstelle usw.) (Suter und Hartmann 2006).

Nach der Infektion über den Nasen-Rachen-Raum oder die Haut, gelangen die Bakterien in die Blutbahn und mit dem Blut in Leber, Nieren, Milz, ZNS, Augen und Geschlechtsorgane. Dort vermehren sie sich rasch, wobei es zu mehr oder weniger schweren Organschäden kommen kann (André-Fontaine 2006, Suter und Hartmann 2006). Die Symptome bei einer Infektion mit Leptospira icterohaemorrhagiae beim Hund können mild und unspezifisch sein wie Lethargie und Depressionen. Es können aber auch abdominale Schmerzen mit schweren Leberschäden und Ikterus auftreten. Der Schweregrad der Symptome ist in erster Linie vom Alter des Patienten und von der Fähigkeit des Individuums zur Produktion spezifischer Antikörper abhängig. Vor allem für ungeimpfte Tiere kann eine Infektion tödlich verlaufen.
Viele Leptospiren-Infektionen verlaufen jedoch auch ohne klinische Symptome. Unerkannt infizierte Tiere können, ebenso wie gesundete Tiere, weiterhin Erregerausscheider sein und stellen somit für andere Hunde und den Mensch eine Infektionsquelle dar.

Wurden beim Hund in der Vergangenheit vor allem die Serovare icterohaemorrhagiae und canicola nachgewiesen, sind es heute vor allem die Serovare icterohaemorrhagiae, grippotyphosa, pomona, bratislava (Horzinek und Truyen 2006), saxkoebing, sejroe und australis. Bei der Leptospirose handelt es sich um eine Zoonose, das heißt, die Krankheit kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden.

Nach den Deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis gehört die Impfung gegen die Leptospirose zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfung). Sie ist nach der Grundimmunisierung (zwei Impfungen in Abstand von vier Wochen) jährlich aufzufrischen, in Endemiegebieten ist sogar eine halbjährliche Auffrischung des Impfschutzes ratsam.

Merke:

Die Leptospirose, die auch unter den Namen Stuttgarter Hundeseuche und Weil-Krankheit bekannt ist, ist eine bakterielle Erkrankung mit weltweiter Bedeutung. Sie wird durch eine Infektion mit dem Bakterium Leptospira interrogans verursacht, wodurch es zu mitunter schweren Organschäden, insbesondere der Leber, kommen kann. Leptospiren persistieren vor allem in Wildtieren, wobei der Ratte eine besondere Bedeutung als Infektionsquelle für den Hund zukommt. Die Bakterien werden mit dem Urin infizierter Tiere ausgeschieden. Vor allem für ungeimpfte Tiere kann eine Infektion tödlich verlaufen. Aber auch Menschen können sich über den Kontakt mit infektiösem Hundeurin infizieren. Daher ist eine Impfung gegen Leptospirose unbedingt angeraten. Sie gehört nach den Deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis zu den Pflichtimpfungen.